17.10.2007

Südosteuropäer wollen in Eigenheim investieren

  • Private Haushalte in Südosteuropa wollen vor allem in ihren Wohnraum investieren
  • Im Bereich Hypothekarkredite wird für den Zeitraum 2007 bis 2009 ein jährliches Wachstum von 24% erwartet

Dubrovnik / Wien – Die Region Südosteuropa verzeichnet weiterhin ein dynamisches Wirtschaftswachstum, das weit über dem EU-Niveau liegt. Für 2007 wird in dieser Region wieder mit einem starken Anstieg des BIP von 5,9% gerechnet. Das Wachstum stützt sich nach wie vor auf lebhaften Konsum und rege Investitionstätigkeit. "Getragen wird der lebhafte Konsum von den  privaten Haushalten, die den Lebensstandard ihrer wohlhabenden Nachbarn in Westeuropa erreichen wollen", sagt Debora Revoltella, Osteuropa-Chefökonomin der UniCredit Group, anlässlich der Euromoney Conference in Dubrovnik.

Für Bulgarien und Rumänien wird heuer und im Jahr 2008 mit einem hohen Wirtschaftswachstum von über 5% bzw. 6% gerechnet, wobei beide Länder immer noch von den positiven Effekten des EU-Beitritts profitieren. Das Wachstum der kroatischen Wirtschaft wird heuer mit 5,5% voraussichtlich einen Höhepunkt erreichen, aber auch 2008 kräftig bleiben, obwohl die vor kurzem eingeführten Maßnahmen im Kreditbereich das Wirtschaftswachstum verlangsamen werden.

Die dynamische Entwicklung in Serbien und Bosnien-Herzegowina ist auf eine hohe Inlandsnachfrage und ein günstiges außenwirtschaftliches Umfeld zurückzuführen. In beiden Ländern hängt die Nachhaltigkeit des Wachstums mittelfristig vom Fortschritt der Strukturreformen ab. In Bosnien-Herzegowina konnten die politischen Kräfte bisher noch nicht den erforderlichen Konsens herstellen, und in Serbien werden die bevorstehenden Kommunalwahlen und die Präsidentschaftswahl wahrscheinlich weitere Maßnahmen verzögern.

In der gesamten Region Südosteuropa bleibt die Nachfrage der privaten Haushalte ein wichtiger Wachstumsmotor. Die Haushalte passen ihre Konsumgewohnheiten rasch an den neuen, verbesserten Lebensstandard an. "Der Konsum spiegelt ein rasches Einkommenswachstum und verbesserten Zugang zum Kreditmarkt wider. Unterstützt wird er auch durch einen Wohlstandseffekt, der aus dem starken Anstieg der Immobilienpreise resultiert", sagt Debora Revoltella.

Der private Konsum in den südosteuropäischen Ländern nimmt auch aufgrund der nach wie vor geringen Ausstattung mit langlebigen Konsumgütern stark zu. Nur rund 30% der Bevölkerung in Südosteuropa besitzen einen Computer, Besitzer eines Autos sind knapp 40%.

Gleichzeitig wollen die privaten Haushalte zunehmend in Immobilien investieren, es besteht große Nachfrage nach Hypothekarkrediten zur Wohnraumfinanzierung. Die privaten Haushalte sparen zwar weiterhin, gleichzeitig aber verlagert sich die Spartätigkeit in Richtung Eigenheiminvestitionen. In Bulgarien und seit kurzem auch in Kroatien tragen neue Spareinlagenströme zur Vermögensbildung bei.

Auf dem Wohnungsmarkt bieten sich durch das Verhalten der privaten Haushalte weiterhin gute Möglichkeiten. Der Prozentsatz der Eigenheimbesitzer liegt deutlich über dem Durchschnitt für Zentral- und Osteuropa. Der Markt weist aber nach wie vor erhebliches Wachstumspotential auf, insbesondere im Bereich Wohnungsverbesserung. Die starke Nachfrage nach Wohnraum führt angesichts des weiterhin beschränkten Angebots zu einem deutlichen Anstieg der Immobilienpreise. In den meisten südosteuropäischen Ländern, mit Ausnahme Kroatiens, liegen die Immobilienpreise teilweise immer noch unter dem erreichbaren Niveau.

Insgesamt deutet die Entwicklung des Wohnimmobilienmarkts in Südosteuropa auf ein hohes Potential für Hypothekarkredite in der Region hin. "Bei Hypothekarkrediten rechnen wir im Zeitraum 2007 bis 2009 mit jährlichen Zuwachsraten von 24%", meint Debora Revoltella.

Über die UniCredit Group
Die UniCredit Group ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 84 Milliarden Euro (per 1. Oktober 2007) eine der größten europäischen Bankengruppen. Sie ist in 23 Ländern Europas tätig und beschäftigt rund 170.000 Mitarbeiter, die in 9.000 Geschäftsstellen über 40 Millionen Kunden betreuen. Die Bilanzsumme der UniCredit Group beträgt per 30. Juni 2007 (pro forma) rund 1.018 Milliarden Euro.

Durch den mit 1. Oktober 2007 wirksamen Zusammenschluss mit Capitalia hat die UniCredit Group ihre Präsenz in Italien – einem der Kernmärkte der Gruppe neben Deutschland, Österreich und Zentral- und Osteuropa – deutlich verstärkt.

In der Region Zentral- und Osteuropa betreibt UniCredit das größte internationale Bankennetz mit über 76,000 Mitarbeitern, die in mehr als 3,700 Geschäftsstellen rund 27 Millionen Kunden betreuen.

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