12.07.2007

Bank Austria Creditanstalt Asset Allocation für das 3. Quartal 2007: Stabiles Hoch, aber kurze Schauer möglich

  • Aktien übergewichtet – mit neutralem Bias
  • Volatilität und Risikoaversion steigen
  • Europa weiterhin vor den USA gesehen

Die internationalen Aktienmärkte konnten ihren guten Lauf in der ersten Jahreshälfte fortsetzen, wenngleich Schwächephasen die optimistische Börsestimmung immer wieder etwas trübten und zuletzt auch die Volatilität deutlich gestiegen ist. Die klare Outperformance der Aktienmärkte gegenüber Renten verdeutlicht einmal mehr die derzeit begrenzte Phantasie an den Anleihenmärkten. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Renten im Moment eigentlich nur dann profitieren, wenn die Risikoaversion der Anleger zunimmt (Hedgefonds, subprime loans etc.).

Nachdem die EZB die Leitzinsen in der Eurozone im Jahr 2007 bereits in zwei Schritten auf 4 Prozent angehoben hat, ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhungen bis Jahresende deutlich gestiegen. Als Antwort auf das starke Geldmengenwachstum und zur frühzeitigen Eindämmung von Inflationsrisiken erwarten wir daher in Euroland bis Jahresende zwei weitere Zinsschritte. In den USA wurde die im ersten Quartal aufkommende Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung zuletzt wieder relativiert. Somit erwarten wir für den Rest des Jahres in den USA unveränderte Leitzinsen. Die positiven konjunkturellen Aussichten und die Straffungskampagnen in Europa und eventuell auch Japan sollten die Rentenmärkte auch in naher Zukunft belasten, weshalb wir an unserer Untergewichtung im Bondsegment festhalten. Innerhalb des Rentenportfolios bleiben wir bei der stärkeren Betonung der Euro-Papiere und mischen kleine Anteile an amerikanischen und japanischen Papieren bei, um im Falle einer US-Dollar- bzw. Yen-Erholung die Performancebasis zu verbreitern.

An den Aktienmärkten hält der positive Trend an, wenngleich das Risiko für eine zwischenzeitliche Konsolidierung steigt. Die Vorsicht der Anleger ist gerade zuletzt wieder gestiegen. Unterstützend wirken die anhaltende Dynamik bei Fusionen und Übernahmen, die prall gefüllten Kriegskassen der Private Equity Firmen sowie die weiterhin guten Konjunkturdaten. Insofern erwarten wir vorsichtig optimistisch eine Fortsetzung der positiven Kursentwicklung. Die deutlich gestiegene Volatilität ist jedoch nicht zuletzt ein Indiz dafür, dass sich einige Wolken am Börsenhimmel abzeichnen. So rückten die Probleme mit zweitklassigen Hypothekarkrediten (subprime mortgages) gegen Ende des zweiten Quartals abermals in den Vordergrund. Zwei große US Hedgefonds gerieten in den Sog dieser Problematik, was in der Folge die Titel des Finanzsektors belastet hat.

Darüber hinaus ist der Ölpreis zuletzt wieder gestiegen und könnte, je nach Verlauf der diesjährigen Hurrikansaison, erneut an alte Rekordstände anschließen. Während der Energiesektor in diesem Umfeld seine Outperformance fortsetzen sollte, würden mit weiter steigenden Energiepreisen auch ein höheres Inflationsrisiko und eine Belastung des Konsums einhergehen.

Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer leichten Übergewichtung bei Aktien fest, tragen jedoch der zuletzt gestiegenen Risikoaversion mit einem „neutralen Bias“ Rechnung. Im Zweifelsfall tendieren wir eher zu einer Senkung der Aktienquote auf neutral als zu einer weiteren Anhebung. Innerhalb des Aktienteils belassen wir Europa weiterhin übergewichtet, während der Anteil an amerikanischen Aktien untergewichtet ist. Trotz der stärkeren Volatilität der Emerging Markets gewichten wir die Schwellenbörsen dank ihrer attraktiven Chancen weiterhin neutral.

Unter den Empfehlungen finden sich defensive Werte wie der Versorger Eon, der Haushaltsartikelhersteller Reckitt Benckiser und der Tabaktitel Altria. Mit SBM Offshore befindet sich auch eine Ölaktie auf der Liste. Zyklischere Werte sind der Personalvermittler Adecco aus der Schweiz sowie das amerikanische Konglomerat General Electric.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Bereichsleiterin Research, Tel. (01) 33 147 DW 5403;
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