30.01.2007

BA-CA EinkaufsManagerIndex im Jänner:
Industrie verringert ihr hohes Wachstums-Tempo

  • Zahl der Aufträge wächst langsamer, besonders jene aus dem Ausland
  • Beschäftigung wächst weiter, wenn auch etwas weniger stark

Nach dem starken Anstieg des BA-CA EinkaufsManagerIndex (BA-CA EMI) im Verlauf des vergangenen Jahres dürfte das Wachstum im November 2006 seinen Höhepunkt erreicht haben. Nach einem ersten leichten Rückgang im Dezember auf 57,7 sank der BA-CA EMI im Jänner erkennbar auf 56,0. „Die Industrie wächst weiterhin. Die Zeit der außergewöhnlich starken Zuwächse liegt aber hinter uns“, sagt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Schwächere Zuwächse melden die Einkaufsmanager besonders bei den Auslandsaufträgen; dieser Index ging von 57,4 auf 54,7 zurück - dem niedrigsten Wert seit Oktober 2005.  „Bei den Inlandsaufträgen ist die Situation noch besser. Hier kühlt die konjunkturelle Dynamik langsamer ab“, so Stefan Bruckbauer von der BA-CA.

Der Index für die Auftragseingänge fiel von 57,3 auf 55,4 – dem niedrigsten Wert seit Februar 2006. Der Index für das Produktionswachstum fiel von 58,9 gleich auf 56,9 - ebenfalls der niedrigste Wert seit Februar 2006. Dementsprechend fiel auch das gemeldete Wachstum des Auftragsbestandes niedriger aus als zuletzt. Der Index erreicht einen Wert von 54,2 und zeigt damit, dass Österreichs Industrie noch immer über einen guten Auftragspolster verfügt. Passend dazu wurde auch im Jänner die Beschäftigung ausgeweitet, wenn auch etwas weniger stark als noch im Dezember. „Das Beschäftigungswachstum in der Industrie ist trotz nachlassendem Tempo weiterhin hoch“, so Kager.

Weitere Anzeichen, dass Österreichs Industrie noch immer sehr dynamisch ist, sind der fortschreitende Abbau von Fertigwarenlagern, die erneute Verlängerung der Lieferzeiten und die weitere Aufstockung der Vormateriallager. Aber auch bei diesen Indikatoren dürfte das stärkste Wachstum Ende 2006 erreicht worden sein. Dies gilt auch für die Einkaufspreise.

Trotz des Rückganges aller Indikatoren gilt: Österreichs Industrie wächst auch zu Beginn des neuen Jahres stark. Das Wachstum könnte dabei sogar erneut über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegen. Zeichnet sich nun die erwartete Abkühlung ab, so geschieht dieser Rückgang der Industriedynamik im europäischen Gleichklang. „Österreichs Industrie verringert zu Jahresbeginn sein Wachstumstempo, kommt also in ruhigeres Fahrwasser. Stillstand sehen wir jedoch nicht kommen“, so Bruckbauer.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

 Charts zur Presseaussendung

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com