29.03.2007

BA-CA EinkaufsManagerIndex im März:
Industrie wächst noch stark, doch klare Zeichen einer Abkühlung

  • Stärkster Rückgang seit 5,5 Jahren
  • Auftragseingänge und Produktion wachsen im März weniger stark
  • Beschäftigung nimmt noch immer deutlich zu

Der EinkaufsmanagerIndex der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) fiel im März von 57,8 auf 55,6 (Werte über 50 zeigen Wachstum an), den niedrigsten Wert seit einem Jahr. „Trotz des Rückgangs unseres EinkaufsManagerIndex im März bleibt die Industriekonjunktur weiterhin sehr robust“, sagt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA.

Auch wenn der Index mit 55,6 den niedrigsten Wert seit Februar 2006 erreicht, liegt er noch immer deutlich über der kritischen 50er-Marke und über dem langjährigen Durchschnitt von rund 53. Allerdings war der Rückgang im März der stärkste seit September 2001. „Der stärkste Rückgang des BA-CA EMI seit 2001 zeigt, dass die Industriekonjunktur ihren Höhepunkt überschritten haben dürfte“, so BA-CA Ökonom Stefan Bruckbauer.

Hauptverantwortlich für den Rückgang des BA-CA EMI im März waren der starke Rückgang des Wachstums der Auftragseingänge und das schwächere Wachstum der Produktion. Während der Index für die gesamten Auftragseingänge von 57,3 auf 54,0, den niedrigsten Wert seit 1,5 Jahren, fiel und damit um 3,3 Punkte zurückging, sanken die Exportauftrags-eingänge um lediglich 2 Punkte, von 56,2 auf 54,2. „Vor allem das Auftragswachstum aus dem Inland hat im März nachgelassen“, hält Kager fest.

Parallel zum schwächeren Auftragswachstum hat erstmals auch das Produktionswachstum nachgelassen, der Index dafür sank von sehr hohen 59,7 auf 56,3. „Trotz nachlassender Auftrags- und Produktionsdynamik bleibt das Industriewachstum auch zu Ende des ersten Quartals bei über 10 Prozent“, sagt Bruckbauer. Die derzeit noch immer robuste Konjunkturlage der Industrie wird auch durch das weiterhin von den befragten Industriebetrieben gemeldete starke Beschäftigungswachstum belegt. Der entsprechende Index stieg sogar nochmals leicht von 54,6 auf 54,9.

Weitere Indizien einer starken, wenn auch nachlassenden Industriekonjunktur sind das nachlassende Wachstum der Vormateriallager und die weniger stark steigenden Lieferzeiten. Auch das Wachstum der Ein- und Verkaufspreise lässt etwas nach. Insgesamt bestätigt nach Meinung der Ökonomen der BA-CA der EMI vom März die Erwartung, dass die konjunkturelle Dynamik in Österreich auch im ersten Quartal 2007 stark war, dass sie jedoch im Jahresverlauf abnehmen wird. Dies unterstützt die Prognose eines Wirtschaftswachstums von knapp 3 Prozent für 2007 mit nachlassender Tendenz im Jahresverlauf.

Charts zur Presseaussendung

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com