28.06.2007

BA-CA EinkaufsManagerIndex im Juni: Nach gutem 2. Quartal erstmals rückläufige Auslandsaufträge

  • 2. Quartal war trotz nachlassendem Tempo dynamischer als im April befürchtet
  • Nach 24 Monaten erstmals weniger Auslandsaufträge
  • Weitere Tempoverlangsamung in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten

Der EinkaufsmanagerIndex der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ist nach dem leichten Anstieg im Mai im Juni wieder gefallen, von 54,1 auf 53,5. „Österreichs Industrie bleibt auf Expansionskurs, das Tempo geht jedoch weiter zurück“, fasst Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA, das Ergebnis des jüngsten EinkaufsmanagerIndex zusammen.

Wesentlicher Auslöser für den Rückgang des Wachstums der Neuaufträge war das Ausland. „Erstmals seit zwei Jahren gingen im Juni die Exportaufträge für Österreichs Industrie zurück“, so Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Der Index fiel auf 49,4 und damit unter 50. Zwar wachsen die Auftragseingänge dank inländischer Aufträge noch weiter, doch mit deutlich weniger Tempo. Das drückt sich auch am niedrigeren Index aus, der von 51,8 auf 51,5 zurückging.

Das niedrigere Wachstum der Auftragseingänge hat sich im Juni aber noch nicht auf das Output-Wachstum niedergeschlagen. Das Produktionswachstum konnte sogar gegenüber dem Mai etwas zunehmen. Der entsprechende Index stieg wieder leicht von 53,4 auf 53,6. Trotzdem liegt dieser Wert deutlich unter dem Durchschnitt des Jahres 2006 von 58,3.

„Österreichs Industriekonjunktur ist auch im 2. Quartal noch relativ robust gewesen sein, zwar flachte sich die Wachstumsrate ab, jedoch weniger stark als noch im Frühjahr befürchtet“, so Kager.

Im Einklang mit der Output-Entwicklung ist auch die Beschäftigung. Der entsprechende Indikator fiel zwar erneut von 54,1 auf 53,6, liegt aber weiterhin deutlich über 50.

Weiterhin stark steigend präsentieren sich die Einkaufspreise: Der Indikator stieg im Juni sogar nochmals von 62,0 auf 62,2 und liegt damit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Die von den befragten Industriebetrieben gemeldeten Verkaufspreise wiederum bestätigen das Bild einer guten, aber nachlassenden Konjunkturdynamik. Der Index für die Verkaufspreise sank von 53,4 auf 53,0, den niedrigsten Wert seit März vergangenen Jahres. Entsprechend der nachlassenden Nachfrage haben die Industriebetriebe auch ihre Vormateriallager erneut weniger stark aufgefüllt als in den letzten Monaten. Dieser Index ging auf 50,3 zurück und liegt damit nur mehr knapp über 50.

Für das 2. Halbjahr 2007 erwarten die Ökonomen der BA-CA einen weiteren Rückgang der Industriekonjunktur. „Sinkende Auslandsaufträge und nur mehr wenig steigende Gesamtauftragsbestände deuten zwar eine nachlassende Konjunktur für das 2. Halbjahr an, jedoch keinen Einbruch“, so Bruckbauer. Dank des guten ersten Halbjahres dürfte dabei 2007 insgesamt wieder ein sehr gutes Jahr für die österreichische Industrie werden.

 Tabellen zur Presseaussendung

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com