05.06.2007

Vor weiteren Zinsanhebungen im zweiten Halbjahr

  • Anleiherenditen werden hingegen nur noch verhalten ansteigen
  • Volatilität der Wechselkurse bleibt historisch gering
  • Zinsanhebung bis 4,5% zu erwarten

Ein ausgewogenes Makroumfeld bei anhaltend niedriger Volatilität von Wachstum und Inflation erlaubt den Notenbanken, den langsamen Normalisierungsprozess weiter fortzusetzen. „Im Euroraum ist die erwartete Leitzinsanhebung um 25 Basispunkte auf 4% am kommenden Donnerstag bestimmt nicht der letzte Zinsschritt in diesem Jahr“, erklärte Michael Rottmann, Leiter des globalen Zins- und Währungsresearch der UniCredit Group.

Die Kommentare der EZB-Mitglieder lassen vermuten, dass sie ein neutrales Leitzinsniveau zwischen 3,5% und 4,5% sehen. Aufbauend auf der überdurchschnittlichen Konjunkturentwicklung rechnet Rottmann damit, dass die EZB diesen Rahmen ausschöpft und den Leitzins in zwei weiteren Schritten auf 4.5% anhebt.

Deutlich ändern wird sich allerdings das geldpolitische Umfeld in den USA. So wurden in den letzten Wochen bereits die Zinssenkungserwartungen mehr oder minder komplett ausgepreist. Bewahrheitet sich unser Ausblick eines perfekten "soft landings" wird sich die Diskussion im Verlauf des zweiten Halbjahres auf Leitzinsanhebungen im Jahr 2008 verlagern. In Japan rechnen die UniCredit-Analysten mit der Fortsetzung der Zinserhöhungsdynamik von 25 Basispunkten im halbjährlichen Rhythmus.

Solides Inflationsumfeld
Inflation ist weiterhin kein Thema. So lag die Inflation im Euroraum nicht nur in den letzten sechs Monaten im Einklang mit dem EZB Mandat zwischen 1,8% und 1,9%. Nach vorne geschaut sollte sich der Preisanstieg in 2007 auf 1.9% und in 2008 auf 2.0% einpendeln. Die Kernrate dürfte sich ebenfalls in beiden Jahren auf 1.9% belaufen. Auch in den USA ist mit 2.5% eine geringe Inflationsvolatilität der Kernrate in den kommenden beiden Jahren zu erwarten. Zwar ist die Inflation leicht oberhalb des imaginären auf 1-2% bezifferten Inflationszielbandes der US-Notenbank, besorgniserregend ist dies allerdings nicht.

Nur leicht ansteigende Anleiherenditen
Trotz der weiter nach oben gerichteten Geldpolitik werden die Renditen von lang laufenden Anleihen nur noch geringfügig ansteigen. So sind die Zinserhöhungserwartungen in den Geldmarktforwards bereits zu einem großen Teil eingepreist. Für Überraschungen werden die geldpolitischen Verschärfungen somit nicht sorgen. Zweitens ist keine erhöhte Volatilität von Wachstum oder Inflation zu erwarten. Damit ist auch keine höhere Risikoprämie für lang laufende Staatsanleihen notwendig.

10jährige österreichische Staatsanleihen sind seit Jahresanfang von knapp 4% auf aktuell 4,50% angestiegen. Der schmerzlichste Teil der Bewegung dürfte damit hinter uns liegen. Das weitere Potential in Richtung steigender Renditen beziffern wir auf nicht mehr als 25 Basispunkte.

Volatilitäten der Wechselkurse bleibt gering
Die Wechselkurse sollten vor diesem Hintergrund in überschaubaren Bandbreiten verharren. In Bezug auf den EUR-USD Kurs sind die Zinserhöhungserwartungen im Euroraum bereits weit vorgelaufen und dürften dem EUR keine zusätzliche Unterstützung verleihen.

In den USA hingegen sollte der Umschwung von Zinssenkungserwartungen zu Zinserhöhungserwartungen den USD untermauern. Wenngleich der bisherige Spitzenkurs von 1,3680 temporär noch überboten werden kann, ist vor dem Hintergrund des perfekten "soft landings" in den USA der mittelfristige Weg in Richtung 1,30 vorgezeichnet. Die traditionellen Fremdfinanzierungswährungen JPY und CHF dürften sich nicht abrupt befestigen solange kein einheitliches politisches Commitment vorliegt. Und diese Übereinstimmung liegt noch nicht vor, wie es die letzten Zusammentreffen der G7/G8 Partner gezeigt haben. Erst wenn es hier zu einer klaren Willensbekundung kommt, ist es an der Zeit sich von fremdfinanzierten Positionen zu verabschieden. Bis dahin bleiben die Wechselkurse hingegen ausschließlich von den relativen Geldmarkterwartungen getrieben.

Empfehlungen
Für den Anleger ist in dem noch laufenden Zinserhöhungszyklus die Anlage am Geldmarkt interessant. Aufgrund der flachen Struktur der Zinskurve ist der Renditenachteil gegenüber lang laufenden Anleihen gering. Andererseits führen weitere – wenngleich leichte – Renditeanstiege nicht zu temporären Kursverlusten.

Für Finanzierungen in Fremdwährung eignet sich die CZK, explizit nachdem der Schweizer Franken in den vergangenen Monaten bereits eine eklatante Kursschwäche zeigte. Von einer Fremdfinanzierung im JPY würden wir angesichts des inzwischen beträchtlichen Rückschlagsrisikos absehen.

Kontakt: Veronika Fischer-Rief
UniCredit Markets & Investment Banking, PR Office
Tel. +43 50505-82833,
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