02.10.2007

Ukraine: Die Chancen nutzen

  • Risiko von Gaskonflikt und wachsendem Budgetdefizit, aber erhöhte Chancen für Unternehmen aus dem Westen; einer „Freihandelszone Plus“ entgegen.

Die Parlamentswahlen in der Ukraine am 30. September 2007 sind geschlagen. In die Wjerchowna Rada, das ukrainische Parlament eingezogen sind die drei politischen Hauptkräfte des Landes, die Partei der Regionen von Regierungschef Viktor Janukowitsch (34,2% der gültigen Stimmen nach Auszählung von 94%), mit sehr starken Stimmengewinnen (30,8% gegenüber 22% bei den Wahlen im März 2006) der Block von Julia Timoschenko und die Partei „Unsere Ukraine“ von Präsident Viktor Juschtschenko (14,3%).

Aufgrund der starken Stimmengewinne Timoschenkos ist nun eine „orange“ Koalition (Block Timoschenko – Unsere Ukraine) wahrscheinlich geworden. Aber weder das Erstellen eines Regierungsprogramms noch das Regieren werden einfach sein.

„Was die Ukraine jetzt braucht, egal mit welcher Regierung ist, dass ihr die EU entgegenkommt“, meint Hans Holzhacker, Ökonom der CEE Research Abteilung der BA-CA und Uni Credit Group.“ Das könnte Kooperation und finanzielle und technische Unterstützung bei der Energieversorgung und –einsparung, und vor allem die von der EU für nach dem WTO-Beitritt der Ukraine anvisierte so genannte „Freihandelszone Plus“ sein. Diese bietet neben dem Zollabbau auch Programme zur Überwindung von Handelshemmnissen wie Mängel bei Qualitäts- oder in der Landwirtschaft Hygienestandards und eine entsprechenden Zertifizierung.

Da eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine derzeit nicht auf der Tagesordnung steht, könnte eine solche Freihandelszone den Reformanstoß geben, der anderswo in Zentral- und Osteuropa von der Perspektive der EU-Mitgliedschaft ausging.

Nach dem Beitritt der Ukraine zur WTO wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres, werden die Verhandlungen mit der EU über eine Freihandelszone beginnen. Das
wird ein zusätzlicher Impuls für verstärkte Auslandinvestitionen sein und dem Land eine Zukunftsstrategie in Richtung höhere Effizienz und gesteigerte Qualität erlauben. Die Ukraine ist ein Hoffnungsmarkt, selbst wenn sich der politische Prozess weiterhin schwierig gestalten sollte.

Die CEE Research Abteilung der BA-CA und UniCredit Group rechnet mit rund 5 Milliarden Euro an Direktinvestitionen jährlich in den nächsten 3 Jahren. Neben dem Bankwesen und der Stahlindustrie, werden die Bauwirtschaft und auch der Handel rasch einen weiteren Aufschwung nehmen. Die Ökonomen erwarten daher ein reales BIP-Wachstum von 5-6% für die nächsten 3 Jahre. Das bietet zweifellos auch vielen ausländischen Unternehmen sehr interessante Gelegenheiten.

 Makroökonomische Daten und wirtschaftlicher Ausblick

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt
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