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27.04.2007

BA-CA EinkaufsManagerIndex im April: Industrieboom hat in Österreich Zenit überschritten

  • Von Februar bis April stärkster Rückgang seit 1998
  • Vor allem Inlandsaufträge lassen nach
  • Österreich im Konjunkturzyklus deutlich vor dem Rest des Euroraumes

Der EinkaufsmanagerIndex der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) fiel im April erneut von 55,6 auf 52,9 (Werte über 50 zeigen Wachstum an), den niedrigsten Wert seit Oktober 2005. „Überraschend stark fiel der erneute Rückgang unseres EinkaufsmanagerIndex aus. Die Industriekonjunktur hat damit ihren Konjunkturhöhepunkt eindeutig überschritten“, sagt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA.

Nachdem der BA-CA EMI bereits im März um 2,2 Punkte stark gefallen war, ging er nun im April nochmals um 2,7 Punkte zurück. „Mit einem Rückgang um fast fünf Punkte erlebte der BA-CA EMI den stärksten Rückgang in kurzer Zeit“, so Stefan Bruckbauer. Noch nie in der nun fast zehnjährigen Geschichte des BA-CA Einkaufsmanagerindex fiel der Wert innerhalb von zwei Monaten so stark.

Der Rückgang der Konjunktureinschätzung der befragten Unternehmen zeigte sich in praktisch allen Teilkomponenten, allen voran dem gemeldeten Produktionsvolumen und beim Auftragseingang. Mit einem Rückgang des Indikators für die Produktion von 56,3 auf 53,0 meldete die Industrie zwar erneut ein steigendes Produktionsvolumen, die sich daraus ergebende Wachstumsrate liegt nun jedoch deutlich unter den Werten der Vormonate. Noch tiefer fiel der Indikator für die Neuaufträge, er ging von 54,0 auf 51,4 zurück. „Besonders die Aufträge aus dem Inland waren im April deutlich weniger dynamisch“, sagt Kager. Die Exportaufträge mussten zwar auch einen Rückgang ihres Tempos hinnehmen, der Indikator fiel jedoch mit einem Rückgang von 54,2 auf 52,1 etwas weniger stark, was auf die weiterhin dynamischen Auftragseingänge aus Deutschland und Italien zurückzuführen ist.

In Folge der geringeren Dynamik der Auftragseingänge wurde auch der Bestand an Aufträgen weniger optimistisch beurteilt. Dieser Wert fiel von 53,9 auf 52,2, eine gleiche Tendenz gilt für die Einstellungsrate. „Es werden zwar weiterhin Beschäftigte aufgenommen, das Wachstum geht jedoch deutlich zurück“, hält BA-CA Ökonom Bruckbauer fest. Der entsprechende Indikator fiel von 54,9 auf 51,8. Damit arbeitet Österreichs Industrie jedoch trotz des Rückganges der Auftrags- und Produktionsdynamik weiterhin an der Kapazitätsgrenze. Dies zeigt sich auch daran, dass sich die Lieferzeiten für Vormaterial erneut verlängerten, wenn auch etwas weniger stark als noch in den letzten Monaten. Auch die erneut, sogar wieder etwas stärker, steigenden Einkaufspreise, der Indikator erhöhte sich von 61,3 auf 63,5, und die weiter steigenden Verkaufspreise (Wert April 55,1) belegen dies.

Dass die Industrie in Österreich früher als in anderen Ländern des Euroraumes nachlassende Dynamik zeigt, ist nach Meinung der Ökonomen der BA-CA nicht verwunderlich. „Österreichs Industrie ist innerhalb des Euroraumes im Konjunkturzyklus deutlich weiter fortgeschritten“, so Marianne Kager, „Seit 2003 konnte Österreichs Industrie um 29 Prozent wachsen, nach Irland der höchste Wert im Euroraum.“ Damit war das Wachstum in Österreich deutlich höher als im Euroraum mit 9,9 Prozent und auch deutlich höher als etwa in Deutschland mit 16 Prozent. In Italien und Frankreich erlebte die Industrie seit 2003 eine Stagnation. Die sich nun abzeichnende Erholung in einigen Ländern des Euroraumes wird somit helfen, dass Österreichs Industrie nach Erreichen des Wachstumshöhepunktes nicht stark abstürzt. „Nachdem Österreichs Industrie seit 2003 doppelt so stark wie Deutschland und dreimal so stark wie der Durchschnitt des Euroraumes gewachsen ist, wird sie nun in ein ruhigeres Fahrwasser kommen, jedoch von der nun einsetzenden Erholung im Rest des Euroraumes noch profitieren“, meint Bruckbauer.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

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Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com