30.07.2007

BA-CA EinkaufsManagerIndex im Juli:
Industrie legt nur kurze Sommerpause ein

  • EMI weist im Juli wieder nach oben
  • Höhere Auftragsbestände bestätigen eine weiterhin gute Industriekonjunktur
  • Wachstumstempo wird sich in der zweiten Jahreshälfte wenig verringern

Der EinkaufsManagerIndex der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA EMI) ist nach seinem Rückgang im Juni im Juli wieder leicht gestiegen, von 53,5 auf 53,8. Damit signalisiert der Indikator eine Stabilisierung des Industriewachstums. "Österreichs Industrie legt nur eine kurze Sommerpause ein. Der Sektor bleibt auf Wachstumskurs", so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA.

Im Juli hat das Auftragswachstum aufgrund der schwächeren Inlandsnachfrage etwas an Schwung verloren. Steigende Auslandsaufträge konnten einen Teil davon kompensieren. Kager: "Die Exportaufträge erweisen sich einmal mehr als Stütze für Österreichs Industrie." Dieser Teilindex stieg wieder über die Wachstumsmarke von 50 – konkret von 49,4 im Juni auf 50,8 im Juli.

Obwohl der Auftragseingang geringfügig an Dynamik verlor, ist die Industrieproduktion im Juli  leicht gestiegen, der Index erhöhte sich von 53,6 auf 54. Darüber hinaus berichten die Einkaufsmanager vollere Auftragsbücher. Der Index der Auftragsbestände ist sogar kräftig gestiegen, von 51,2 auf 53,4. Dies lässt für das 3. Quartal weiterhin eine gute Industriekonjunktur erwarten.

Das lebhaft konjunkturelle Umfeld in wichtigen Märkten, wovon Österreichs Industrie profitiert, sorgt auch für knappe Rohstoff- und Vormateriallieferungen und hohe Materialkosten. Im Juli waren die Unternehmen wieder mit einem starken Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise konfrontiert. In der Folge hat die Industrie ihre Verkaufspreise leicht angehoben, der Index stieg von 53,0 auf 53,8.

"Die Indikatoren zeigen eine robuste Industriekonjunktur. Das Wachstum stabilisiert sich, und zwar auf einem höheren Niveau als noch im Frühjahr erwartet", so Kager. Die Beschäftigungsentwicklung im Juli ergänzt das Bild. Der Beschäftigungsindex erreichte 53,1: Demnach erhöhen die Unternehmen ihre Beschäftigungskapazitäten weiter, auch wenn nicht mehr im selben Ausmaß als noch in den Monaten Mai und Juni.

Die Erwartungen der Ökonomen der BA-CA für das zweite Halbjahr 2007 bleiben optimistisch. Zwar wird die Industrie im Vergleich zum Vorjahr langsamer wachsen. Allerdings wird der Wachstumsrückgang in der Industrie moderat ausfallen. Steigende Gesamtauftragsbestände, höhere Preise und Zuwächse in der Beschäftigung lassen eine Verflachung der Industriekonjunktur gegen Jahresende natürlich nicht ausschließen. Trotzdem lässt sich heute schon sagen, dass eine Verlangsamung nur moderat sein wird. Kager: "Somit wird 2007 wieder ein überdurchschnittlich gutes Industriejahr."

charts (PDF; 60KB)

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0) 50505 - 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com