05.10.2007

Slowakei erfüllt Maastricht Kriterien und nimmt Kurs auf den Euro

  • Niedrige Inflation, hohe Beschäftigungsrate und starkes Wirtschaftswachstum sorgen für Stabilität in der Slowakei
  • Slowakei könnte bereits 2009 die Gemeinschaftswährung einführen

Die Inflationsrate in der Slowakei erreichte im August ein historisches Tief und erfüllte damit zum ersten Mal die Maastricht-Kriterien. Das starke Wirtschaftswachstum und das ausgewogene Verhältnis zwischen externer und inländischer Nachfrage sind ein klares Zeichen für die anhaltende Stabilität im Land, so die Volkswirte der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Das BIP verzeichnete im zweiten Quartal 2007 ein Wachstum von 9,4 % (erstes Quartal 2007: 9,0 %). Die Experten der BA-CA gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum nun seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat und erwarten einen leichten Rückgang im zweiten Halbjahr 2007. Dennoch wird das BIP weiterhin relativ stark wachsen und stabil bleiben. Für das Gesamtjahr 2007 wird mit einem Wachstum von 8,8 % gerechnet. 2008 wird das BIP höchstwahrscheinlich nicht mehr das Rekordwachstum von 2006 und 2007 erreichen, dennoch sollte die starke Dynamik auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben.

Positive Nachrichten kommen auch vom slowakischen Arbeitsmarkt. „Die Wirtschaft ist in der Lage genügend neue Arbeitsplätze zu generieren“, sagt Debora Revoltella, Osteuropa-Chefökonomin der BA-CA und der UniCredit Group, „und die Flucht der Arbeitskräfte ins Ausland stagnierte somit im zweiten Quartal 2007.“ Laut der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (ESVG-95) nahm die Zahl der Beschäftigten um 2 % zu. „Wie erwartet verringerten sich die Arbeitslosenzahlen durch das Wirtschaftswachstum und den gleichzeitig verzeichneten Beschäftigungszuwachs“, erläutert Viliam Patoprsty, Ökonom der slowakischen BA-CA Tochter UniCredit Bank Slowakia.

Die Slowakei erfüllt das Inflations-Kriterium

Das erste Mal in ihrer Geschichte erfüllte die Slowakei im August 2007 das Maastricht Inflations-Kriterium. Die Inflation fiel auf 1,2 %, wodurch sich im 12-Monats-Durchschnitt ein Wert von 2.37 % ergab. Das zu erreichende Inflations-Kriterium für denselben Zeitraum betrug 2.56 %. Da die Inflationsrate EU-weit eine der niedrigsten war und die Ökonomen der BA-CA nur einen moderaten Anstieg erwarten, sollte die Slowakei das Inflations-Kriterium im kommenden Frühjahr problemlos erreichen. In den kommenden Jahren kann sich jedoch ein gewisser Inflationsdruck ergeben. Die BA-CA Volkswirte erwarten jedoch, dass die Inflation weiterhin nahe am Maastricht Kriterium im Bereich von 2,0 – 3,0 % verbleibt.

„Wir sehen eine 70 % Chance, dass die Slowakei alle Maastricht Kriterien im ersten Quartal 2008 erfüllen wird“, so Viliam Patoprsty, „es sollte kein Problem sein die Kriterien des Zinssatzes und der Staatsverschuldung zu erreichen und die Inflationsrate fiel bereits im August unter die Maastricht Kriterien. Der ausschlaggebene Faktor am Weg zum Euro wird das Defizit der öffentliche Haushalte sein.“ Die Slowakei hat bislang die Schulden der staatlichen Autobahngesellschaft, sowie des staatlichen Rundfunks und anderer staatlicher Finanzierungsgesellschaften laut ESVG 95 nicht in die Daten für das letzte und das laufende Jahr mit einbezogen. Dadurch kann sich ein möglicher Anstieg für das vergangene und laufende Jahr ergeben. Dennoch gilt das Erfüllen das Kriterium als wahrscheinlich.

Weitere Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung der Slowakei finden Sie in den beigefügten makroökonomischen Daten und Prognosen sowie den kurzfristigen Konjunkturdaten.

Tabellen

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt, Communications CEE;
Silvana Lins, Tel. +43 (0)5 05 05-56036;
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