14.09.2007

BA-CA Konjunkturindikator:
Österreicher bleiben trotz Finanzmarktturbulenzen optimistisch

  • Stimmung im Inland sogar leicht gestiegen, Hoffnung für Konsum
  • Investitionsboom dürfte sich erst 2008 abschwächen
  • Sinkende Auslandstimmung deutet auf weiter nachlassende Exportdynamik hin

Der Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) verharrte im August unverändert bei dem Wert 4,7. „Trotz aller Turbulenzen am Finanzmarkt blieben die Rahmenbedingungen für Österreichs Wirtschaft auch im August günstig“, sagt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA.

Sowohl die Stimmung der Industrie als auch der Verbraucher in Österreich blieb hoch bzw. stieg sogar - nach dem Rückgang im Juli - wieder leicht an. Lediglich die Stimmung der Industrie im Euroraum erlebte einen erneuten leichten Rückgang.

„Österreichs Konsumenten und die Industrie beendeten den Sommer mit Optimismus“ so Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Dementsprechend erwarten die Ökonomen der BA-CA auch für das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2007 mit 0,7% zum Vorquartal und 3,3% zum Vorjahr einen Wert, der über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Allerdings wird das Wachstum mit dem sehr starken ersten Halbjahr nicht mithalten können. Kager: „Österreichs Wirtschaft wird auch im zweiten Halbjahr, trotz leichter Tempoverlangsamung, überdurchschnittlich wachsen.“

Konsum sollte sich etwas beschleunigen, Exporte verlangsamen
Entsprechend der Komponenten des BA-CA Konjunkturindikators erwarten die Ökonomen der BA-CA, dass sich der Konsum leicht beschleunigen, die Exportentwicklung aber verlangsamen wird. „Der Konsum wird erneut nur gering zunehmen. Das Konsumwachstum wird im Jahresdurchschnitt 2007 daher doch hinter jenem von 2006 zurückbleiben“, so Bruckbauer. Das Exportwachstum hat sich bereits seit einigen Monaten abgeschwächt -  eine Entwicklung, die sich nach Meinung der Ökonomen in den nächsten Monaten fortsetzen wird. Das Investitionswachstum bleibt im weiteren Jahresverlauf unverändert sehr hoch, wenn es auch nicht mehr ganz so stark wie zu Beginn des Jahres ausfallen wird. Bei der Inflation wird für den Herbst wieder ein Anstieg auf mehr als 2% erwartet.

Für das kommende Jahr gehen die Volkswirte der BA-CA von einer weiteren Abschwächung der Auslandsnachfrage aus. Dies wird auch die Zuwächse bei den Investitionen reduzieren. Beim Konsum bleibt die BA-CA jedoch optimistisch und erwartet sogar eine Beschleunigung gegenüber 2007. „Wiegt man die Beschleunigung des Konsums mit dem schwächeren Export und der nachlassenden Investitionsnachfrage 2008 ab, so ist in Summe ein um einen Prozentpunkt niedrigeres Wirtschaftswachstum zu erwarten“, so Kager. Konkret geht die BA-CA nach 3,3% heuer nur mehr von 2,3% für 2008 aus.

Was die gegenwärtige Immobilienkrise in den USA anbelangt, sieht die BA-CA  ein leicht negative Auswirkung auf die österreichische Konjunktur: Die Abschwächung der Konjunktur in den USA und der starke Euro wirken negativ, die etwas weniger stark steigenden Zinsen aber positiv. „Auch wenn aus heutiger Sicht keine starken direkten Folgen der US-Immobilienkrise auf das Wachstum in Österreich zu erwarten sind, haben sich doch die Risken für die österreichische Konjunktur 2008 erhöht“ so Bruckbauer.

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Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Economics and Market Analysis
Stefan Bruckbauer, Tel. 05 05 05 DW 41951
e-mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com