28.02.2007

Slowakei ist Spitzenkandidat für Euroeinführung im Jahre 2009

  • Nach Slowenien könnte bald die Slowakei die Gemeinschaftswährung einführen
  • Bulgarien und die baltischen Länder könnten in den Jahren 2010-11 folgen

Unter den Ländern Zentral- und Osteuropas (CEE) ist die Slowakei, kurz nach der Euroeinführung in Slowenien am 1. Jänner 2007, Spitzenkandidat für die Übernahme der Gemeinschaftswährung im Jahre 2009. Die anhaltende Budgetkonsolidierung und das günstige Inflationsumfeld machen die Erfüllung sämtlicher Maastricht-Kriterien bis 2008 wahrscheinlich, so die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Mitglied der UniCredit Group.

Die slowakische Wirtschaft verzeichnete im dritten Quartal 2006 ein Rekordwachstum von 9,8% real und damit eine markante Wachstumsbeschleunigung auf 7,8% im Gesamtjahr 2006 (2005: 6%). Die BA-CA-Experten erwarten eine anhaltend gute Wirtschaftsentwicklung auch für das Jahr 2007. Begünstigt durch neue Wachstumsimpulse der Automobil- und Elektroindustrie wird das reale BIP voraussichtlich um 7,5% expandieren. „Die Autohersteller VW, Kia und PSA Peugeot Citroën haben ihre Produktionskapazitäten in der Slowakei ausgeweitet. Aber auch die Produktionszentren der Elektronikkonzerne Sony und Samsung wurden erweitert“, sagt Debora Revoltella, Osteuropa-Chefökonomin der BA-CA und der UniCredit Group. Der Boom der slowakischen Bauwirtschaft, die 2006 um beachtliche 14,8% wuchs, wird sich laut Revoltella 2007 ebenfalls fortsetzen. Neben einer weiteren Straffung des Fiskalkurses erwartet Revoltella auch einen moderateren Preisauftrieb für 2007. Sie gehe daher mit einer 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Land die Maastricht Kriterien bis 2008 erfüllen werde. Die Euroeinführung am 1. Jänner 2009 gelte danach als wahrscheinlich.

Bulgarien und das Baltikum in der Warteschlange

Die nächsten Kandidaten für die Einführung der Gemeinschaftswährung sind Bulgarien sowie die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Das neue EU-Mitglied Bulgarien plant offiziell im Jahre 2010 den bulgarischen Lew gegen den Euro zu tauschen. So ist der Beitritt Bulgariens zum Europäischen Wechselkursmechanismus II, dem Warteraum für den Euro, bereits im ersten Halbjahr 2007 wahrscheinlich. Angesichts solider öffentlicher Finanzen, einem stabilen Wechselkurs und niedrigem Zinsniveau stellt lediglich das Inflationskriterium eine Herausforderung im Hinblick auf die Erfüllung der Maastricht Kriterien dar und könnte eventuell eine Verzögerung der Konvergenzpläne nach sich ziehen.

Aufgrund der zu hohen Inflation haben die baltischen Staaten die ursprünglich für 2007 (Estland, Litauen) und 2008 (Lettland) geplante Euroeinführung verfehlt. Da der Inflationsdruck angesichts der hohen Konjunkturdynamik auch in den kommenden Jahren ausgeprägt bleiben wird, werden die baltischen Länder den Beitritt zur Eurozone voraussichtlich erst in den Jahren 2010-2011 vollziehen können.

Ausblick

„In der Tschechischen Republik scheint angesichts der langsam voranschreitenden Budgetkonsolidierung das Zieldatum 2011/2012 für die Übernahme der Gemeinschaftswährung realistisch. Aus einem ähnlichen Grund dürfte die Euroeinführung in Ungarn und Polen erst nach 2012 erfolgen“, so Debora Revoltella. Rumänien könnte 2014 als Zieldatum für eine Mitgliedschaft in der Eurofamilie anpeilen. Während in Rumänien die Eckdaten der öffentlichen Finanzen den Maastricht-Anforderungen entsprechen, gibt es noch Konvergenzbedarf hinsichtlich der Wechselkurs-, Zins- und Inflationskriterien.

Detaillierte Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung in den CEE-Staaten finden Sie im  CEE Quarterly.

Rückfragen:
Bank Austria Creditanstalt, International Press Relations
Silvia Stefan
Tel: +43 50505 57126, E-Mail: silvia.stefan@ba-ca.com