19.10.2007

Bank Austria Creditanstalt Asset Allocation für das 4. Quartal 2007
Sommersturm an den Börsen

  • Aktien neutral gewichtet – "Bias" aber auf Kauf
  • Unsicherheit durch privaten Konsum und Ölpreis noch nicht ausgeräumt
  • Fremdwährungen und Schwellenbörsen untergewichtet

Das Schlussquartal des heurigen Jahres steht ganz im Bann der Frage, inwieweit die Finanzkrise vom heurigen Sommer in anderen Bereichen der Wirtschaft Spuren hinterlassen wird bzw. schon hinterlassen hat. Es gibt durchaus Anzeichen für eine leichte konjunkturelle Abkühlung (Immobilienmarkt in den USA anhaltend schwach, Arbeitsmarktdaten ebenfalls leicht enttäuschend), aber die Zinssenkung der US Notenbank vom September bestärkte die Marktteilnehmer in der Hoffnung, dass das Eingreifen der Fed alle Wogen glätten würde. Hier ist das bevorstehende Weihnachtsgeschäft natürlich von besonderem Interesse, weil es besonders deutliche Rückschlüsse auf den privaten Konsum zulässt.

Ein zweites beherrschendes Thema im aktuellen Umfeld ist der Ölpreis, der auch ohne große Hurrikans neue Rekordstände erreicht hat. Einerseits wird der Preisauftrieb bei Rohstoffen vom schwachen Dollar geschürt, andererseits sind zuletzt auch wieder geopolitische Themen aufgetaucht (Türkei / Irak). Insofern befinden sich die internationalen Notenbanken, allen voran die EZB, in einem gewissen Dilemma. Der eskalierende Ölpreis (und auch andere Rohstoffpreise) treiben die Inflation, andererseits will man mit einer zu frühen Zinsanhebung die Erholung an den Märkten keinesfalls abwürgen. Früher oder später wird sich die Anti-Inflationsneigung der EZB aber wohl durchsetzen, und der Straffungszyklus wird fortgesetzt werden.

In den Zinsüberlegungen der EZB dürfte auch der Dollar eine Rolle spielen, denn seine Schwäche bedingt schon an und für sich eine gewisse Straffung der europäischen Geldpolitik. Die Tatsache, dass die EZB bestenfalls stillhält, die Fed aber schon eine Senkung durchgeführt hat, spricht derzeit nicht für eine unmittelbare Trendumkehr bei den Währungen.

Die Gewinnsituation der Unternehmen ist durch die Krise im Sommer sicher etwas getrübt worden, es scheint aber im Moment die Überzeugung zu überwiegen, dass mit den Ergebnissen zum 3. Quartal alles bereinigt wird. Außerdem gab es einige sehr positive Überraschungen, namentlich aus dem Technologiebereich.

In Summe sind wir noch nicht wirklich überzeugt, dass die volatile Phase an den Börsen endgültig vorüber ist. Wir haben bereits im Laufe des Sommers unsere Aktiengewichtung auf "neutral" gesenkt, und daran halten wir auch weiter fest. Dennoch würden wir im Zweifelsfall eher kaufen denn weiter reduzieren, insofern lautet unser aktueller Bias auf "übergewichten".

Über das gesamte Portfolio betrachtet bevorzugen wir weiterhin Euroland, vor allem auf der Rentenseite, was für den Moment auch bedeutet, dass wir nicht an eine unmittelbare Trendumkehr beim Dollar glauben. Aktienseitig sind die Schwellenbörsen untergewichtet, bei den Renten liegen unsere Anteile in US Dollar und Yen ebenfalls denen der Benchmark. Beide Komponenten (Schwellenbörsen und Fremdwährungen im Rententeil untergewichtet) unterstreichen ebenfalls unseren weiterhin von vorsichtigem Optimismus getragenen Ansatz.

Unter den Empfehlungen für das 4. Quartal finden sich defensive Werte wie der Versorger Eon und der Haushaltsartikelhersteller Procter & Gamble. Der boomende Ölpreis sollte für SBM Offshore Rückenwind bedeuten. Zyklischere Werte sind der Personalvermittler Adecco aus der Schweiz sowie der Einzelhändler PPR (frisch nach der Übernahme von Puma). Die Technologie schließlich ist durch Microsoft vertreten.

Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Bereichsleiterin Research, Tel. (01) 33 147 DW 5403
E-Mail: monika.rosen@amg.co.at