11.10.2007

Grundstein für Wien Mitte gelegt

Mit einer feierlichen Grundsteinlegung beginnt heute die Errichtung des Projektes „Wien Mitte NEU“. Wien Mitte ist das größte innerstädtische Bauvorhaben der Stadt: ein multifunktionales Gebäude mit 127.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, das zugleich zur Überbauung des Bahnhofs Wien Mitte wird. „Wien Mitte NEU“ ist seit vielen Jahren im Gespräch und wird nun, nach vielen und teils tiefgreifenden Umplanungenn umgesetzt. Die heutige Grundsteinlegung nehmen Bürgermeister Michael Häupl, Bundesminister Werner Faymann, BA-CA Vorstandsvorsitzender Erich Hampel sowie BAI- und Immobilien Holding-Geschäftsführer Thomas Jakoubek vor.

Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA): „Wir haben uns bei Wien Mitte stark eingebracht, weil wir vom Erfolg dieses für die Stadt Wien so wichtigen Projektes überzeugt sind. Unser Engagement als 50%-Projektpartner und als Finanzierer zeigt, dass wir bereit stehen, wenn es um die Mitverantwortung für die Stadtentwicklung geht.“    

Der Bereich des Bahnhofs Wien Mitte ist bereits seit zwei Jahrhunderten ein bedeutender Knoten des öffentlichen Verkehrs. Anfangs diente das Areal als zentraler Hafen für Steinkohlelieferungen aus Ödenburg. Später wurde ebendort das Hauptzollamt errichtet. Mit der Inbetriebnahme der Schnellbahn im Jahr 1962 entstand der „Bahnhof Landstraße“. Im Zuge des U-Bahn-Baus erfolgte 1976 die Umbenennung in „Bahnhof Wien Mitte“. Heute ist Wien Mitte einer der leistungsfähigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt mit einer Frequenz von über 100.000 Personen pro Tag. Die Grundidee der Überbauung eines derart stark frequentierten öffentlichen Ortes, mit Zugängen zu zwei U-Bahnlinien, fünf Schnellbahnlinien und dem City Airport Train (CAT), ist das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbverfahrens aus dem Jahr 1990. Der Entwurf von Ortner & Ortner wurde zum Leitprojekt gekürt, und in der Folge in mehreren Entwicklungsschritten modifiziert.

Aufgrund massiver Einsprüche seitens der UNESCO gegen die im Jahr 2002 geplante und bereits bewilligte Verbauung mit drei bis zu 90 m hohen Hochhäusern (die Gebäudehöhen waren mit dem Weltkulturerbestatus Wiens nicht zu vereinbaren), wurde im Jahr 2003 von der Stadt Wien ein Wettbewerb für eine neue Flächenwidmungsbasis ausgelobt. Auf welcher das Bauvorhaben vom Bauträger mit dem bereits vorhandenen Planungsteam umgesetzt werden sollte. Im Oktober 2003 empfahl das Preisgericht den Vorschlag der Architekten Henke & Schreieck als Grundlage für einen neuen Bebauungsplan. Dieses Plandokument bildete die baurechtliche Grundlage des heutigen Projekts Wien Mitte, welches, wie vorgesehen, von der Architektengemeinschaft Ortner & Ortner, Neumann + Steiner und Lintl + Lintl umgesetzt wird.

Doch Wien Mitte ist nach wie vor kein einfaches Projekt. Die Komplexität des Bauvorhabens resultiert aus mehreren Faktoren: Zum Einen sind es die baulichen und konstruktiven Bedingungen, die das Arbeiten schwierig und kompliziert machen. Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungen und des laufendes Betriebs der U- und S-Bahnen ist kein durchgängiges Bauen möglich. Zum Anderen sind es die komplizierten Grundbesitzverhältnisse, die zahlreiche Nutzungsrechte und eine Vielzahl von Servituten nötig machen. Erschwerend hinzu kommt das derzeit moderate Mietpreisniveau am Wiener Immobilienmarkt.

Einer Realisierung durch die Wien Mitte Immobilien GmbH steht nun nichts mehr im Wege. Die notwendigen Bewilligungsverfahren sind abgeschlossen, der Baubescheid sowie die verkehrs- und eisenbahnrechtlichen Genehmigungen sind erteilt. Auch die Verwertung betreffend, kann man sich bereits über ein überdurchschnittliches Interesse und einen ersten Großmieter freuen. Das Finanzministerium hat einen Mietvertrag über 34.000 m² unterschrieben, was rund zwei Drittel der gesamten vermietbaren Bürofläche entspricht.

Daten und Fakten:

Wien Mitte stellt die derzeit mit Abstand größte innerstädtische Projektentwicklung Wiens dar. Errichtet wird ein multifunktionaler Gebäudekomplex mit rund 127.000 m² Bruttogeschossfläche, bestehend aus Büro-, Einkaufs-, Gastronomie- und Freizeitbereichen.

127.000 m²   Bruttogeschossfläche
88.000 m²   vermietbare Fläche
60.000 m²   Büro
28.000 m²   Geschäftsflächen und Gastronomie im Einkaufszentrum
500    Stellplätze

Die Planung erfolgt durch die Architekten Wien Mitte (Ortner & Ortner, Neumann + Steiner, Lintl + Lintl). Das Projekt Wien Witte wird durch die Wien Mitte Immobilien GmbH, die jeweils zur Hälfte Eigentum der BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH und Bank Austria Creditanstalt AG steht, entwickelt und errichtet.

Funktionelle Gliederung und Erschließung im Überblick

Die ersten drei Geschosse direkt über der Gleisebene werden als Einkaufszentrum genützt. Der Haupteingangsbereich an der Landstraßer Hauptstraße mündet direkt in eine lichtdurchflutete Shopping-Mall, die in ihrem Verlauf direkt zum Zugang an der Marxergasse führt. Diese großzügige, mit Geschäften gefasste Passage, verbindet auch räumlich die Stiegen und Liftanlagen von ÖBB und Wiener Linien an der Landstraßer Hauptstraße mit dem CAT an der Marxergasse. Das bestehende Gebäude des CAT wird in die Erdgeschossnutzung des EKZ integriert. Die Lage der Terminals und der Verbindungen ins Gleisgeschoss bleiben unverändert.

Entlang der Landstraßer Hauptstraße und der Gigergasse sind über dem EKZ fünf Geschosse mit Büronutzungen angeordnet. Die Erschließung der Büroflächen erfolgt über Lobbys welche über eine direkte Verbindung zum Straßenbereich im Erdgeschoss verfügen.

Gestaltung der Fassaden
 
Die räumliche Qualität von Wien Mitte wird durch 3 große Baukörper definiert, die in ihrem Zusammenspiel unterschiedlicher Formen eine Abfolge intensiver Raumszenarien erzeugen. Architektonisch wird das neue Zentrum durch einen winkelförmigen Glasblock gefasst, der mit dem bestehenden Markthallengebäude ein zur Marxerbrücke offenes U bildet.

Im Zentralbereich prägen zwei skulpturale Baukörper das Bild: ein gebogener „Goldkörper“ längs der Markthalle, dessen Fassadenflächen einschließlich des Daches von eloxiertem Lochblech umhüllt sind, und eine hakenförmige „Hochhausscheibe“, die mit ihrer sandfarbenen Steinhülle das Ensemble Wien Mitte als markantes Zeichen überragt.

Diese drei unterschiedlichen Bauten vereinen sich auf dem Niveau der Passanten zu einem 15 m hohen dreigeschossigen „Stadtfoyer“, das sich über das gesamte Areal erstreckt.

Wien Mitte präsentiert sich im Zentrum als transparent gläserne Halle, die mit überdachten Freiräumen einen lebendigen Konzentrationspunkt schafft. Zur Landstraße und zur Gigergasse zeigt sich über diesem durchsichtigen Foyer ein 6- bzw. 7-geschossiges Fassadenband mit kleinteiligen Glaselementen, die mit ihrer unterschiedlichen Tönung und Transluzenz ein flirrendes, scheinbar ungeordnetes Muster ergeben.

Die Markthalle

Der weitere Betrieb der Landstraßer Markthalle ist aus ökonomischen Gründen und im Interesse der Steuerzahler von der Stadt Wien nicht mehr aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund wird die bestehende Markthalle komplett saniert und stimmig in den Neubau integriert. Für die Standbetreiber gab es faire Ablösen und für jene, die bleiben möchten, bietet sich im neuen Zentrum die Möglichkeit, ihr Angebot durch die Schaffung von Branchenclustern (Fleisch-Corner, Gemüse-Corner) zu integrieren. Somit ist die gewohnte Bandbreite in der Nahversorgung auch nach dem Umbau sichergestellt.

Wien Mitte Grundsteinlegung

Der Baubeginn wird am 11. Oktober 2007 mit einem offiziellen Grundsteinlegungs-Event gefeiert. Der Festakt findet in einem Zelt am ehemaligen Busbahnhof Wien Mitte (Marxergasse, Ecke Gigergasse) statt. Ehrenredner sind: Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Bundesminister Werner Faymann, BA-CA Generaldirektor Dr. Erich Hampel, ÖBB-Vorstandsdirektor Mag. Martin Huber, Bezirksvorsteher Erich Hohenberger und DI Thomas Jakoubek, Geschäftsführer der BAI und der Immobilien Holding. Erwartet werden rund 350 Festgäste.

Zusätzlich findet am Abend im selben Zelt ein Wien Mitte-Fest mit den DJs Boozoo Bajou und der Live Band Parov Stelar statt. Neben geladenen Gästen wird dieser Event auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um dem öffentlichen Charakter des Projekts Wien Mitte gerecht zu werden.

Kontakt:

BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH
A-1020 Wien, Leopold-Moses-Gasse 4
Mag. Nina Jäger
Tel.: +43/676 / 84 30 12 320
E-Mail : nina.jaeger@bai.at 

Bank Austria Creditanstalt
Pressestelle Österreich
Christian Kontny
Tel. 050505 / 52483
E-Mail : christian.kontny@ba-ca.com