24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
31.01.2006

BA-CA Kommentar: Wie sicher ist die Energieversorgung im Neuen Europa?

  • Energiebedarf wird weiter steigen, in den neuen Mitgliedsländern am stärksten
  • Importabhängigkeit wächst, insbesondere bei Erdgas

Die neuen EU-Mitgliedsländer werden sich innerhalb der nächsten 25 Jahre im Energieverbrauch den „alten“ EU-15-Staaten annähern. Ihr Gesamtverbrauch wird aber aufgrund der energieintensiveren Produktion immer noch deutlich über jenem der EU-15 liegen. Bis zum Jahr 2030 wird ihre Importabhängigkeit fast genauso hoch sein wie die der EU-15-Länder. Das geht aus einem Bericht der EU-Kommission1 und einer aktuellen Einschätzung der Volkswirte der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) hervor.

Insgesamt wird sich die Importabhängigkeit aller EU-25-Länder in den kommenden Jahren weiter  erhöhen. Bei Erdgas wird die Abhängigkeit von Einfuhren aus dem Ausland von derzeit rund 50 Prozent auf über 80 Prozent steigen, wobei der Gasbedarf der Neuen EU-Mitgliedsstaaten (NMS) besonders rasch wächst. Im Bereich feste Brennstoffe ist mit einer Steigerung der Importabhängigkeit von derzeit knapp 35 Prozent auf mehr als 65 Prozent zu rechnen. Das entspricht nahezu einer Verdoppelung. Bei flüssigen Brennstoffen, also Erdöl, wird der Energiebedarf der EU-25 trotz sinkender Energieintensität der Produktion von 1074 Millionen Tonnen Öläquivalente im Jahr 2000 auf 1390 Millionen Tonnen im Jahr 2030 ansteigen. Der Bedarf der neuen EU-Länder (NMS) wird sich von 119 Millionen Tonnen auf 165 Millionen Tonnen erhöhen.

„Die osteuropäische Wirtschaft ist wesentlich energieintensiver als die westeuropäische, ihre Versorgerbasis ist weniger differenziert und die wichtigsten Versorgungsrouten für Westeuropa führen durch die CEE-Länder“, meint BA-CA-Volkswirt Hans Holzhacker. „Die Länder Zentral- und Osteuropas müssen daher an Fragen der Energiepolitik strukturell noch mehr interessiert sein als das restliche Europa“, so Holzhacker.
 
Die Rolle Österreichs in der künftigen EU-Energiepolitik
Die Lieferausfälle bei russischem Erdgas in Zusammenhang mit dem Gasdisput mit der Ukraine Anfang des Jahres und zuletzt die extreme Kälte in Russland mit dem dadurch gestiegenen heimischen Verbrauch haben die Diskussion über die Zukunft der Energieversorgung der Europäischen Union erneut angeheizt. Der polnische Premierminister Kazimierz Marcinkiewicz hat einen Vorschlag für eine gemeinsame EU-Energiepolitik angekündigt, die österreichische EU-Ratspräsidentschaft wird am 16. März in Wien unter dem Titel „Energy Paths - Horizon 2050“ eine Konferenz zum Thema Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Energieversorgung abhalten.

Österreich ist permanentes Mitglied des Sekretariats der „Südosteuropäischen Energie-gemeinschaft“, deren Gründungsvertrag am 25. Oktober 2005 von der EU, Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Rumänien und Serbien und Montenegro in Athen unterzeichnet wurde und ihren Sitz in Wien haben wird. „Mit seiner prominenten Stellung in CEE und als eine Drehscheibe bei der Energieversorgung Europas sollte Österreich eine wichtige Mittlerrolle bei der Formulierung einer mehr verbindlichen und stärker gemeinschaftlichen EU-Politik zur Sicherung der europäischen Energieversorgung spielen“, meint Marianne Kager, Chefökonomin der BA-CA. Als Felder einer solchen Politik kämen u.a. Projekte zur weiteren Diversifizierung der Versorgerbasis wie etwa der Pipelinebau in Frage, ein bessere Koordinierung des Ausbaus der Lagerkapazitäten und des Reservenmanagements der EU-Länder und ein Vertragswerk, das die wechselseitige Unterstützung in Krisensituationen regelt.

1)   “European Energy and Transport – Scenarios on Key Drivers”

 Charts

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft
Hans Holzhacker, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41965
E-Mail: hans.holzhacker@ba-ca.com