21.12.2006

UrlaubsEuro Winter 2006: Höhere Wettbewerbsfähigkeit des Österreich-Urlaubs senkte Wert des UrlaubsEuro im Ausland in den letzten fünf Jahren

  • Starker Euro macht jedoch Fernreisen im Jahresvergleich günstiger
  • Europäische Destinationen verlieren gegenüber Österreich wegen höherer Preissteigerungen

Der UrlaubsEuro der Österreicher wird heuer, verglichen mit dem Dezember 2005, etwa gleich viel wert sein. „Verbilligungen bei Fernreisen stehen höhere Preissteigerungen in Europa gegenüber“, so Stefan Bruckbauer von der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Vor allem die USA und Asien sind als Urlaubsländer im Vergleich zum Vorjahr günstiger geworden, was vor allem auf den starken Euro zurückzuführen ist. „Der Euro ist in den USA und in Asien heute durchschnittlich 10 Prozent mehr wert als vor einem Jahr“, sagt Bruckbauer.

Insgesamt liegt der Wert des UrlaubsEuro im Winter 2006 bei 121 Euro, also 21 Prozent höher als in Österreich.

Der starke Euro der letzten Monate hat sich jedoch in den beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher nicht bemerkbar machen können. In Italien, Kroatien und Griechenland schlägt die höhere Inflation durch, in Kroatien kam auch noch eine leichte Aufwertung dazu. In einer für den Wintersport relevanten Region, der  Schweiz, ist der UrlaubsEuro jedoch heuer etwas mehr wert. „In der Schweiz ist aufgrund der Abwertung der UrlaubsEuro heuer erkennbar mehr wert als vor einem Jahr, allerdings weiterhin weniger als in Österreich“, so Stefan Bruckbauer.

Weiterhin am meisten für seinen UrlaubsEuro erhält man, wie bereits im Vorjahr, in der Türkei. Mit 163 Euro liegt die Türkei relativ deutlich vor Kroatien (137) und Ungarn (137). „Derzeit ist der UrlaubsEuro in der Türkei wieder mehr wert als vor einem Jahr. Dafür sorgt weiterhin die Tatsache, dass die Preise weniger stark steigen als die Währung abwertet“, so Bruckbauer. In den osteuropäischen Nachbarländern liegt der Wert des UrlaubsEuros weiterhin über seinem Wert in Österreich, allerdings kam es im Verlauf von 2006 zu einer erneuten Reduktion des Abstandes. Dies war zum Teil auf Aufwertungen (etwa Tschechien) aber auch auf höhere Preissteigerungen (Ungarn und Slowenien) zurückzuführen.

Erneut etwas an preislicher Wettbewerbsfähigkeit hat Deutschland verloren, bzw. Österreich gegenüber Deutschland gewonnen, was auf die höhere Inflation in Deutschland zurückzuführen war. 2007 wird es aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung zu einem deutlichen Wertverlust des UrlaubsEuros in Deutschland kommen.

Betrachtet man die Entwicklung des UrlaubsEuros über einen längeren Zeitraum so zeigt sich, dass der Urlaub in Österreich sukzessive an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen hat, bzw. der UrlaubsEuro im Ausland weniger Wert geworden ist. Da der UrlaubsEuro ein Maß für unterschiedliches Preisniveau in Österreich und im Ausland ist, ist der Fall des UrlaubsEuros um rund 10 Prozent seit 2001 vor allem auf den gestiegenen Wert des UrlaubsEuros in Österreich zurückzuführen. „Der Preisvorteil beim Urlaub im Ausland ist aufgrund der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs in den letzten fünf Jahren um fast 10 Prozent zurückgegangen“, hält Stefan Bruckbauer fest.

Abschließend weisen die Ökonomen der BA-CA darauf hin, dass es sich um Durchschnitts-werte handelt. Einzelne Regionen wie etwa London oder Paris können deutlich abweichen. Auch bezieht sich das Preisniveau nur auf den Durchschnitt der Güter und Dienstleistungen in den einzelnen Ländern. Zudem ist die Tatsache, dass das Preisniveau in einigen Urlaubsländern so viel günstiger ist, vor allem auf das hohe Einkommensniveau in Österreich zurückzuführen. Läge Österreichs Preisniveau niedriger, wäre auch das Einkommensniveau geringer - wir könnten uns Urlaube oft gar nicht leisten.

 Charts

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. 05 05 05 DW 41951
E-mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com