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12.07.2006

Weltweiter Zinsanhebungszyklus bleibt maßvoll

Fed hebt bis Ende 2006 auf 5,50%, EZB auf 3,50% und BoJ auf 0,50% an
Umfeld für Märkte wird weniger freundlich

Die Zentralbankpolitik ist zurzeit der treibende Faktor für die Märkte. Im Blickpunkt stehen Befürchtungen, dass die Zentralbanken mit den Zinsanhebungen übertreiben könnten. Da jedoch – nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen der Globalisierung – die Risiken für eine nachhaltige, kräftige Beschleunigung der Inflation gering sind, werden die Zentralbanken weiterhin maßvoll und nicht aggressiv agieren. „Aufgrund der zu erwartenden Abschwächung des Wirtschaftswachstums und der geringeren Liquidität wird im nächsten Jahr das Umfeld für die Märkte zwar weniger freundlich sein, ein ausgeprägter Verkaufsdruck sollte jedoch nicht stattfinden“, meint Gerhard Winzer, Leiter Fixed Income Research Major Markets der CA IB.

Die EZB beließ den Leitzinssatz am 6. Juli zwar unverändert bei 2,75%, sendete jedoch starke Signale für eine Zinsanhebung am 3. August. So erwartet die EZB eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums am Potenzial (2006: 2,1%, 2007: 1,8%). Sie kündigt an, bei Eintreten ihres Basisszenarios die Rückführung des wirtschaftsunterstützenden Zinsniveaus fortsetzen zu wollen. Die seit Monaten nach oben zeigenden mittel- bis langfristigen Inflationsrisiken sieht die EZB mittlerweile sogar verstärkt. Grund: das dynamische Geldmengen- und Kreditwachstum in Kombination mit der bereits reichlich vorhandenen Liquidität. Sowohl heuer (2,3%) als auch im nächsten Jahr (2,2%) sollte die Inflationsrate allerdings nur leicht über dem mittelfristigen EZB-Ziel liegen. Damit wird die EZB den Leitzinssatz weiter in Richtung neutrales Niveau bringen (Jahresende 2006: 3,25% bis 3,50%). Für ein restriktives Zinsniveau gibt es jedoch keine schlagkräftigen Argumente.

Am 29. Juni hat das FOMC (Offenmarktausschuss des amerikanischen Zentralbankensystems) den Leitzinssatz auf mittlerweile 5,25% angehoben. Es sieht die Abschwächung der Wirtschaft, welche den Inflationsdruck mittelfristig verringern wird, ortet aber noch einige Inflationsrisiken. In Bezug auf Ausmaß und Zeitpunkt der eventuell zusätzlich notwendigen Zinsschritte legt sich das FOMC nicht fest. Die Abschwächung des Wachstums könnte jedoch zu spät kommen, um eine Pause oder ein Ende des Zinsanhebungszyklus bereits am 8. August zu induzieren. Die Zins- und Währungsanalysten der CA IB rechnen mit einer Anhebung um 25 Basispunkte. „Nach dem 8. August sollte jedoch Schluss sein mit dem Drehen an der Zinsschraube“, so Winzer. Erstens wird sich die Wirtschaft nachhaltig abschwächen (2006: 3,4%, 2007: 2,7%). Zweitens dürfte die aktuelle Beschleunigung der Inflationsraten nur von temporärer Natur sein (2006: 3,5%, 2007: 2,8%).

Gute Stimmung in Japan
In Japan deuten die Konjunkturindikatoren auf eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft hin (2006: 2,7%, 2007: 2,1%). Hervorzuheben ist die gute Unternehmensstimmung, der unzureichende Beschäftigungsstand in den Unternehmen und die Abkehr von der Deflation. Konjunktur- und Inflationsentwicklung sprechen also für eine Abkehr von der Nullzinspolitik, unter Umständen bereits diesen Freitag. Die Zinsanhebungen werden aber sowohl im Ausmaß als auch in der Frequenz moderat ausfallen (25 Bp pro Quartal), da sich die Inflationsrate nur langsam beschleunigen wird (2006: 0,4%, 2007: 0,8%).

Reiht man die Zentralbanken auf einem „Hawkometer“ (gemäß ihrer Inflationssorgen), so befindet sich die EZB vor dem FOMC und der Bank of Japan. Damit kann die jüngste Euro-Festigung vs. US-Dollar und Yen erklärt werden. Allgemein gilt: Erst wenn ein (definitives) Ende des Fed-Zinszyklus in Sicht ist, wird sich der US-Dollar signifikant vs. Euro und Yen abschwächen. (Jahresende 2006: EUR vs. USD 1,30, USD vs. JPY 105). Der Yen hat vs. Euro erst mit dem Ende des EZB-Zinszyklus deutlicheres Festigungspotenzial (2007).

Empfehlungen
Auf der Finanzierungsseite sind Zinsabsicherungen am kurzen Ende nach wie vor attraktiv. Bei Fremdwährungsfinanzierungen ist der Schweizer Franken dem Yen klar vorzuziehen.
Aus dem zu erwartenden weiter abnehmenden Risikoappetit der Investoren ergibt sich eine Reduzierung des Veranlagungsrisikos in Märkten mit negativen Fundamentaldaten (z.B. US-Dollar, Neu Seeland Dollar, Island Krone) und eine Übergewichtung von Märkten, in denen das BIP-Wachstum selbst tragend geworden ist (z.B. Euro, Yen).

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  International Markets
Veronika Fischer-Rief, Tel.: 050505 DW 82833;
E-Mail: veronika.fischer-rief@ba-ca.com