03.02.2006

Bank Austria Creditanstalt Asset Allocation für das 1. Quartal 2006: Günstige Vorzeichen für Aktien

  • Positiver "Jänner-Effekt", attraktive Aktienbewertung
  • Zinsen USA: Spirale nach oben sollte auslaufen
  • Sektorchancen: Finanzwerte, Öl und Technologie

Das Aktienjahr 2005 brachte an fast allen Weltbörsen starke Zuwächse. Einzige nennenswerte Ausnahme war die Wall Street, die das Jahr de facto unverändert abschloss. Somit stellen sich für heuer zwei Fragen: Können die Börsen heuer die Dynamik des Vorjahres halten, und wenn ja, kann sich dann auch der amerikanische Markt dieser Entwicklung anschließen?

Der sogenannte "Jänner-Effekt" würde dafür sprechen. Dieser besagt, dass die Aktienentwicklung an der New Yorker Börse im Monat Jänner die Richtung für das gesamte Jahr vorgibt. Alle großen US Indizes haben den Monat positiv abgeschlossen, insofern stehen hier die Vorzeichen durchaus gut. Darüber hinaus gibt es aber auch fundamentale Gründe für Optimismus. Einerseits neigt sich in den USA der Zinsanhebungszyklus dem Ende zu, damit würde dieser Gegenwind für die Aktien aufhören. Andererseits ist die relative Bewertung von Aktien, vor allem gegenüber Renten, weiterhin sehr attraktiv. In den letzten Jahren sind die Gewinne der börsennotierten Unternehmen stärker gestiegen als die Kurse, somit haben sich die Bewertungen reduziert. Gleichzeitig gab es gerade im Vorjahr starke Mittelzuflüsse in die Rentenmärkte, was die Renditen im Jahresverlauf teilweise auf Rekordtiefstände getrieben hat. Auch dieser Umstand spricht für einen Nachholbedarf bei Aktien.

Von entscheidender Wichtigkeit für die heurige Performance wird natürlich auch der Ölpreis sein. Wir gehen zwar weiterhin von einem sehr robusten Preisniveau bei Energie aus, aber nicht unbedingt von einem nochmaligen Anstieg um 30 Prozent vom aktuellen Niveau. Dieses Szenario würde den negativen Effekt der hohen Ölpreise zumindest nicht noch weiter verschärfen. An den Rentenmärkten gibt es nach dem Amtsantritt von Bernanke als Chef der US Notenbank ein gewisses Risiko, dass eine weitere Zinsanhebung bei der März-Sitzung erfolgt. Derzeit halten wir die Wahrscheinlichkeit, dass im März pausiert wird, aber für höher. In Euroland erwarten wir ebenfalls einen weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte.

Zu den möglichen Risken zählt unter anderem eine negative Überraschung von der Zinsfront bzw. vom Ölpreis, aber auch die nachlassende Dynamik der Gewinnsteigerungs-raten. In den USA begann die Berichtssaison Mitte Jänner mit einigen prominenten Enttäuschungen, insofern wurde den Anlegern offenbar wieder verstärkt bewusst, dass die Gewinne der Unternehmen zwar weiterhin wachsen, das Ausmaß der Zuwächse allerdings nachlässt.

Bei den Empfehlungen haben wir mit der Allianz einen europäischen Finanzdienstleister beibehalten. Im Technologiebereich bleibt SAP unser Favorit. Stark vertreten auf unserer Empfehlungsliste sind weiterhin Rohstoffwerte, da das Momentum immer noch für diese Titel spricht. Konkret sind das die Ölwerte SBM Offshore (Europa) und Conoco Phillips (USA). In den USA kommt noch der Aluminiumhersteller Alcoa hinzu. Das anspringende Konsum-klima in Europa berücksichtigen wir über den niederländischen Elektronikriesen Philips. Als defensive Beimischung wählen wir Pfizer aus dem weniger konjunktursensitiven Pharmasektor.

Fazit:
Grundsätzlich bleiben die Voraussetzungen für eine anhaltend gute Performance der Börsen gegeben. Wirtschaft und Unternehmensgewinne wachsen weiterhin, die Serie der Zinsschritte in den USA sollte ein Ende finden, und selbst ein auf diesem Niveau verbleibender Ölpreis wäre schon eine Verbesserung gegenüber den starken Anstiegen der Vergangenheit. Auch vom Standpunkt der Bewertung sind Aktien derzeit gegenüber Renten im Vorteil.

Asset Allocation:
Das Aktienjahr 2005 war für die internationalen Aktienmärkte durchaus erfolgreich, insbesondere europäische Börsen verzeichneten zweistellige Kurszuwächse. Da sowohl die relative Bewertung der Assetklassen als auch das baldige Ende des Zinsanhebungszyklus in den USA für ein Engagement in Aktien spricht, bleiben wir auch für das 1. Quartal 2006 in Aktien übergewichtet. Damit verteilen sich die Aggregate nach wie vor auf 45 Prozent Aktien, 52 Prozent Anleihen und 3 Prozent Cash.

Anleihen
Bei der Rentenallokation halten wir an der Übergewichtung des Euro Raumes (79 Prozent) und in UK (6 Prozent) fest. Aufgrund der positiven Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro bauen wir einen 5 Prozent Anteil im US-Dollar zu Lasten von Rest Europa (jetzt 10 Prozent) auf, und wollen damit unsere Allokation etwas breiter ausrichten. Rest Europa bedeutet derzeit Anleihen in den Währungen Schwedenkronen, Dänenkronen, Norwegerkronen und Schweizer Franken sowie Währungen aus dem CEE-Raum (via Fonds). Nicht investiert sind wir in Japan und Sonstige Länder.

Aktien
Unsere Aktienallokation behalten wir unverändert bei. Wir halten weiterhin an unserer Übergewichtung in Euroland, den Sonstigen Ländern und Japan fest. Untergewichtet sind wir im ersten Quartal 2006 weiterhin in den USA und in UK, Resteuropa ist neutral gewichtet.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Bereichsleiterin Research, Tel. (01) 33 147 DW 5403;
E-Mail: monika.rosen@amg.co.at