27.02.2006

BA-CA EinkaufsManagerIndex im Februar:
"Industriekonjunktur überschreitet den Zenith"

Der BA-CA EinkaufsManagerIndex ging im Februar auf 54,5 zurück, nachdem er in den vergangenen beiden Monaten bei sehr hohen 55,5 lag. Werte über 50 zeigen Wachstum an. "Die Industriekonjunktur überschreitet gerade ihren Zenith. Denn die Industrie konnte ihre sehr hohe Dynamik vom Jahreswechsel nicht halten", fasst Marianne Kager, Chefvolkswirt der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), das noch immer starke Ergebnis des EinkaufsManagerIndex zusammen.

Die Industrie bewertet die Auftragslage mit 55,9 (nach 57,8 im Jänner) weiterhin sehr positiv. Weil sich auch die Auftragseingänge in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt haben, fiel der Rückgang des Produktionswachstums im Februar nur gering aus. Der entsprechende Index fiel von 56,7 auf 56,3 – ein Wert, der weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt.

"Trotz des leichten Rückgangs unseres Einkaufsmanagerindex‘ wird die Industrie im ersten Quartal 2006 dynamischer performen als im Schlussquartal 2005", so Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Er geht von einem monatlichen Wachstum von rund 0,7% bis 0,8% aus. Damit wird das Niveau der Industrieproduktion mehr als 6% über dem Vorjahr liegen. Kager: "Wir sehen die Industriekonjunktur auch die nächsten Monate optimistisch. Zwar rechnen wir mit einem weiter sinkenden Wachstumstempo, können einen plötzlichen Einbruch bei der Dynamik aber ausschließen. Dafür gibt es auch international keine Anzeichen." Für die grundsätzlich positiven Aussichten der nächsten Monate spricht auch die Tatsache, dass die Industrie im Februar zum vierten Mal eine zunehmende Beschäftigung meldete. Auch dieser Index deutet jedoch mit seinem Rückgang von 51,5 auf 51,3 nachlassendes Tempo an.

Die Rohstoffpreisentwicklung sowie die weltweit gute Industriekonjunktur ließen die Einkaufspreise im Februar wieder stärker steigen: Der Index erreichte mit 63,7 den höchsten Wert seit einem Jahr. Dass es gleichzeitig den Industriebetrieben immer stärker gelingt, auch ihre Verkaufspreise zu erhöhen, ist für Kager ebenfalls ein Indiz für die gute Industriekonjunktur. Der Index stieg hier von 51,7 auf 53,0. 
 
Bruckbauer: "Wir gehen weiterhin davon aus, dass die internationale Konjunktur nach ihrem exzellenten Start im Jahresverlauf nachlassen wird. Dementsprechend wird auch die österreichische Industrie erleben müssen, dass sich ihr Wachstumstempo verringert." Die wesentlichen Ursachen für eine nachlassende Weltkonjunktur im zweiten Halbjahr und vor allem 2007: erste Ermüdungen nach dem starken Anstieg der vergangenen Monate, eine sich nur sehr langsam erholende Privatnachfrage und eine restriktivere Wirtschaftspolitik - sowohl Geld- als auch Fiskalpolitik.

Die strukturellen Änderungen in wichtigen Absatzmärkten, allen voran die Steigerung der Produktivität der Industrie verbunden mit Auslagerungen und der Umbau des Sozialstaates, dämpfen weiterhin die normalerweise zu erwartende positive Wirkung der starken Industriekonjunktur auf Beschäftigung und inländische Gesamtnachfrage in diesen Märkten.

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Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
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