29.12.2006

BA-CA EinkaufsManagerIndex im Dezember: Tempo der Industrie auch zum Jahresende hoch, Höhepunkt jedoch überschritten

Industrie wächst seit Mai mit 1 Prozent monatlich
Weiterhin hohe Auftragsbestände und Beschäftigungswachstum
Derzeit noch keine Anzeichen einer spürbaren Abschwächung

Nach dem starken Anstieg des BA-CA EinkaufsManagerIndex im November auf einen Rekordwert kam es im Dezember zu einer leichten Konsolidierung. Der Wert des BA-CA EMI ging von 58,9 auf 57,7 zurück. „Das hohe Niveau vom November konnte nicht gehalten werden, alle Indikatoren unseres EinkaufsManagerIndex haben sich, wenn auch nicht sehr stark, abgeschwächt“, sagt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Trotz dieses Rückganges bleibt das Produktionswachstum der Industrie auch Ende des Jahres hoch. „Trotz leichtem Rückgang des EMI ist zu Jahresende mit einem Industriewachstum im Jahresvergleich von mehr als 10 Prozent zu rechnen“, so Stefan Bruckbauer.

Alle Indikatoren des EMI zeigen für Dezember eine starke Industriedynamik in Österreich mit nur leicht nachlassendem Tempo. So sank der Indikator für die Produktion von 59,8 auf 58,9. Damit meldet jedoch weiterhin eine deutliche Mehrheit der befragten Industrieunternehmen eine steigende Produktion. Die Auftragseingänge, sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland, legten auch im Dezember stark zu und auch hier mit etwas weniger Tempo als noch im November. Trotzdem konnte die Produktion mit dem Auftragseingang nicht ganz mithalten, es kam zu einem erneuten Anstieg des Auftragsbestandes. Der entsprechende Wert liegt zwar auch hier mit 56,0 etwas unter dem November mit 59,1, jedoch weiterhin deutlich über der 50er Marke.

Ein weiteres Zeichen, dass die konjunkturelle Dynamik trotz eines leichten Rückgangs des Tempos anhält, ist die Tatsache, dass die Fertigwarenlager erneut abgebaut wurden, wobei hier das Tempo des Abbaus sogar höher als im November war. Auch am Arbeitsmarkt zeigte sich die robuste Konjunktur. Erneut meldeten die befragten Industriebetriebe einen Anstieg der Beschäftigung und der Indikator blieb sogar mit 56,3 fast unverändert hoch gegenüber dem November (56,4).

Weiterhin meldet eine große Zahl der Unternehmen laut EMI eine Verlängerung der Lieferzeiten für Vormaterial, wenn auch der Anteil gegenüber dem November etwas zurückgegangen ist. Der entsprechende Wert stieg von 37,1 im November auf 38,9 im Dezember. „Die Industrie arbeitet weiterhin an ihrer Kapazitätsgrenze, auch wenn das Ausmaß im Dezember etwas zurückgegangen ist“, sagt Kager. Auch beim Anstieg der Einkaufspreise zeigt sich eine leichte Entspannung, der Index bleibt aber mit 67,4 weiterhin hoch.

Insgesamt beendet die österreichische Industrie das Jahr 2006 in einer äußerst guten konjunkturellen Verfassung. Seit Monaten wächst der Produktionswert mit 1 Prozent monatlich, eine Situation wie zuletzt 1999. „Auch wenn unser Index im Dezember etwas zurückgegangen ist, hat die österreichische Industrie noch nichts von ihrer im Mai begonnenen, hohen Dynamik verloren“, meint Bruckbauer, „Aus den Dezember-Daten lässt sich auch für den Beginn 2007 noch keine spürbare Abkühlung erkennen.“ Trotzdem gehen die BA-CA Ökonomen davon aus, dass sich die konjunkturelle Dynamik im Verlauf von 2007 abschwächen wird. Dies ist vor allem auf eine erwartete sinkende Auslandsnachfrage zurückzuführen.

 Charts zur Presseaussendung

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com