28.07.2006

BA-CA EinkaufsManagerIndex im Juli:
Wachsende Beschäftigung in der Industrie

  • Insgesamt sehr gute Industriedynamik verbessert die Beschäftigungslage
  • Industriewachstum könnte im Sommer 8% erreichen
  • Weiterhin steigende Einkaufspreise und zunehmend Lieferengpässe

Der BA-CA EinkaufsManagerIndex ist im Juli nach dem sehr hohen Wert vom Juni (58,0) auf 57,1 zurückgegangen. "Es war nicht zu erwarten, dass Österreichs Wirtschaft die sehr hohe Dynamik, die unser EMI im Juni andeutete, auf Dauer wird halten können", meint Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). "Aber auch die aktuellen Werte des BA-CA EMI lassen ein weiter sehr starkes Wachstum für Österreichs Industrie im Sommer 2006 erwarten."

Bemerkenswert, wenn auch nach der jüngsten internationalen Entwicklung nicht unerwartet, schätzen die Einkaufsmanager die Exportnachfrage im Juli wieder etwas dynamischer ein. Der entsprechende Index stieg von 56,7 auf 57,9. Dagegen konnte die Inlandsnachfrage ihre hohe Dynamik nicht halten, wodurch die gesamte Auftragsdynamik leicht zurückging. Der Wert lag mit 57,6 etwas niedriger als im Juni (59,6). Die Einkaufsmanager melden auch im Juli eine sehr starke Produktionsdynamik. Mit 57,5 lag der Index weiter deutlich über der 50er Marke. Seit mehr als einem Jahr schon steigen die Produktionswerte Monat für Monat. Kager: "Das Wachstum der Industrie könnte im Sommer damit bei rund acht Prozent liegen."

Seit 8 Monaten steigen die Beschäftigtenzahlen in der Industrie
Positive Begleiterscheinung dieser anhaltend starken Dynamik der österreichischen Industrie: Seit nunmehr acht Monaten wird eine steigende Beschäftigung gemeldet. Der Index erreicht im Juli mit 54,7 den höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren. "Das Tempo, mit dem die Beschäftigtenzahlen steigen, hat nochmals zugenommen. Volle Auftragsbücher bei starker Produktionsdynamik führen zunehmend zu steigender Beschäftigung", so Kager.

Ein weiterer Effekt der starken Nachfrage ist in längeren Lieferzeiten und teils auch in Lieferengpässen zu sehen - trotz steigendem Produktionsvolumen und Ausweitung der Kapazitäten. Zudem werden weiterhin stark steigende Einkaufspreise gemeldet. Der Index liegt mit 71,3  nicht nur sehr hoch, sondern hat sich nochmals gesteigert. Zugleich können die Betriebe dank der starken Konjunktur die Verkaufspreise zunehmend erhöhen: Der Index steigt von 55,6 auf 56,2 und erreichte den höchsten Wert seit Beginn der Befragung.

2,5% Wachstum für 2006, Abschwung nicht vor 2007
Die Ökonomen der BA-CA gehend davon aus, dass sich in den nächsten Monaten die Dynamik der Industrie weiter etwas abschwächen wird. "Derzeit sind aber noch keine Anzeichen einer deutlichen Eintrübung des Konjunkturklimas erkennbar. Der Aufschwung setzt sich damit länger fort als ursprünglich erwartet", so Kager abschließend. Ein Wirtschaftswachstum 2006 von rund 2,5% ist nach Meinung der BA-CA Ökonomen sehr gut abgesichert, eine Abschwächung konnte sich frühestens zu Beginn von 2007 zeigen.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

 Charts zur Presseaussendung

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Marianne Kager, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41950
E-Mail: economic.research@ba-ca.com