15.11.2006

BA-CA Konjunkturindikator:
Mit Tempo ins neue Jahr

  • Verbrauchervertrauen stützt Konjunktur
  • Industrie und Export nochmals im Aufwind, beste Stimmung seit 16 Jahren
  • Wachstum 2007 besser als bisher erwartet, aber mit 2,4 Prozent unter 2006 mit 3,2 Prozent

Der Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) stieg im Oktober nochmals von 4,0 auf 4,2. „Die Industriestimmung erreichte im Oktober einen Wert wie zuletzt vor 16 Jahren“, beschreibt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA einen der Gründe für das erneute Ansteigen des Konjunkturindikators. Und dazu kommt auch eine erneute Verbesserung der Stimmung in den europäischen Exportmärkten Österreichs. „Die Industrie in Österreichs europäischen Exportmärkten erlebt ein Stimmungshoch wie seit über 25 Jahren nicht mehr“, sagt BA-CA Ökonom Stefan Bruckbauer .

Dazu kommt eine in Folge der Verbesserung am Arbeitsmarkt sukzessiv gestiegene Stimmung bei Österreichs Konsumenten, die zwar keinen Rekordwert erreicht, aber doch deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt. Insgesamt ergibt dies nach Meinung der Ökonomen der BA-CA eine leichte Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Wachstum im vierten Quartal, dessen Rückgang gegenüber dem erwartet starken dritten Quartal damit etwas geringer ausfällt als bisher angenommen. Nach 3,6 Prozent im dritten Quartal (zum Vorquartal auf Jahresbasis) erwarten die Ökonomen der BA-CA für das vierte Quartal 2,5 Prozent. „Ein etwas stärkeres viertes Quartal führt auch zu einer Erhöhung unserer Prognose für 2006 von 3,1 auf 3,2 Prozent“, sagt Bruckbauer.

Schwung bis ins nächste Jahr
Der erneute Anstieg der Stimmung und das gute vierte Quartal legen nach Meinung Kagers auch den Grundstock für einen relativ guten Jahresbeginn 2007. Gegenüber 2006 wird sich das Wachstum nicht zuletzt aufgrund verschiedener restriktiver Maßnahmen in unseren Exportmärkten (Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland), der höheren Zinsen und der Abkühlung der US-Wirtschaft zwar spürbar reduzieren, der Rückgang könnte jedoch weniger stark ausfallen als bisher angenommen. „Der nun zu erwartende geringere Dämpfer zu Jahresbeginn hebt das Wachstum 2007, wir erwarten nun 2,4 Prozent“, so Marianne Kager. Damit wird Österreichs Wirtschaft auch 2007 erneut über dem langjährigen Trend wachsen, wenn auch weniger deutlich als 2006.

„Insgesamt bleibt das seit längerem von uns gezeichnete Konjunkturbild aufrecht“, sagt Bruckbauer abschließend, „Wir gehen weiterhin von einer Abkühlung durch eine etwas schwächere weltwirtschaftliche Entwicklung 2007 aus.“ Auch das Wachstum der Investitionen wird dadurch gedämpft. Gleichzeitig sollte die Konsumnachfrage durch die Verbesserung am Arbeitsmarkt einen Teil, jedoch nicht alles, dieses Rückganges auffangen. Die Risken für 2007 liegen aus Sicht der BA-CA Ökonomen vor allem bei der weltwirtschaftlichen Entwicklung, sie sind jedoch nicht gestiegen.

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Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. 05 05 05 DW 41951
e-mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com