02.01.2004

BA-CA EinkaufsmanagerIndex im Dezember:
Industrie belebt sich weiter

  • Auftragslage deutlich dynamischer
  • Beschäftigung stabilisiert, aber keine Zunahme
  • Industrie 2003 knapp positiv

Der EinkaufsmanagerIndex der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) weist für den Dezember einen Wert von 55,3 aus. Damit hat er sich nach drei Monaten Stagnation auf relativ hohem Niveau neuerlich deutlich verbessert.  „Im letzten Monat hat Österreichs Industrie deutlich an Dynamik gewonnen“, interpretiert Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA, die aktuellen Ergebnisse des EinkaufsmanagerIndexes (EMI). Die zu Herbstanfang gestartete Beschleunigung der Industrieproduktion hat damit im Dezember an Kraft gewonnen.

Österreichs Industrie profitiert dabei von den steigenden Aufträgen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. „Die deutlich gestiegene Dynamik bei den Aufträgen zeigt uns, dass sich der Aufschwung für Österreichs Industrie noch fortsetzen wird“, zeigt sich BA-CA Ökonom Stefan Bruckbauer optimistisch. Mit 56,8 für die Exportaufträge bzw. 57,2 für die gesamten Aufträge wird die Dynamik des Auftragseinganges von Österreichs Industrie so positiv wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren beurteilt. Damit ist Österreichs Industrie zum Jahreswechsel 2003/2004 deutlich optimistischer als 2002/2003 als die Auftragseingänge mit 49,2 bzw. 46,8 bei den Exportaufträgen von der Mehrheit der befragten Einkaufsmanager sogar als schrumpfend beurteilt wurde.
 
Gleichzeitig hat sich die Beschäftigungslage in der Industrie zumindest stabilisiert. Damit könnte der Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie vorläufig gestoppt sein. Allerdings wird die Beschäftigungslage von den Einkaufsmanagern derzeit doch noch deutlich weniger optimistisch beurteilt wie die Auftrags- und Produktionslage.

Da das Produktionsniveau noch immer unter dem Niveau von Ende 2000 liegt, sind die Chancen, dass ein Teil der fast 30.000 Industriearbeitsplätze, die in dieser Rezession verloren gingen, wieder zurückgewonnen werden kann, vorläufig gering. „Die Kapazitäten sind noch nicht genügend ausgelastet, daher bleibt die Beschäftigungsdynamik noch deutlich hinter der Produktionsdynamik zurück“, meint Marianne Kager. Ein Indiz dafür ist, dass trotz steigender Lieferzeiten und steigender Einkaufsmengen die Vormateriallager noch immer abgebaut werden, wenn auch in geringerem Umfang als in den vergangenen Monaten. Noch immer steht die Kostenreduktion im Vordergrund. Die Angst vor Lieferengpässen und Preisanstiegen ist noch zu gering, als dass sie zu einer Erhöhung der Vormateriallager führt.

Der Anstieg des BA-CA EMI im Verlauf des vierten Quartals zeigt nachhaltig, dass sich die Industriekonjunktur in Österreich weiter belebt hat. Damit dürfte die Industrieproduktion im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal (saisonbereinigt, Quartal auf Quartal) erneut gestiegen sein, im Jahresvergleich, also gegenüber dem vierten Quartal 2002, sogar deutlich. „Mit einem starken vierten Quartal dürfte Österreichs Industrie 2003 doch noch mit einem leichten Produktionsplus abgeschlossen haben“, meint Stefan Bruckbauer. Die erneute Verbesserung der Auftragslage und die steigende konjunkturelle Dynamik im Ausland dürfte nach Meinung der BA-CA Ökonomen sicherstellen, dass sich die Industriekonjunktur auch im ersten Quartal 2004 weiter beleben wird.

 Grafik und Tabelle

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com