18.11.2004

BA-CA Konjunkturindikator: 2005 weniger Wachstum als 2004!

  • 4. Quartal 2004 noch mit stärksten Wachstum seit vier Jahren
  • 2005 mit 1,9 Prozent knapp weniger Wachstum als 2004 (2,0 Prozent)
  • Inflationsanstieg und Euro belasten Inlandsnachfrage

Trotz der zunehmenden Anzeichen einer abflachenden Weltkonjunktur zu Jahresende 2004 dürfte Österreichs Wirtschaft im 4. Quartal die höchste Jahreswachstumsrate seit vier Jahren erreichen. Dies zeigt der aktuelle Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) für Oktober mit seinem Anstieg auf 2,5 nach 2,3 im September. "Unser Indikator stieg im Oktober nochmals von 2,3 auf 2,5, den höchsten Wert seit zwei Jahren", sagt Marianne Kager, BA-CA Chefvolkswirtin. Verantwortlich für den Anstieg des Indikators war im Oktober vor allem die nochmals leicht gestiegene Stimmung bei Österreichs Industrie, aber auch bei den Konsumenten. "Sowohl bei der Industrie als auch bei den Verbrauchern in Österreich macht sich nun zunehmend der starke Anstieg der weltweiten Konjunktur im letzten Jahr bemerkbar", meint Stefan Bruckbauer von der BA-CA . Anders als in Deutschland kann daher in Österreich die Inlandsnachfrage die sich nun langsam abzeichnende Verflachung der Auslandsnachfrage auffangen. Die Volkswirte der BA-CA rechnen mit einem Wachstum von mehr als 2,5 Prozent im letzten Quartal 2004.

Trotz dieser positiven Daten betonen die Ökonomen der BA-CA, dass die weiteren Aussichten für die Konjunktur in Österreich sich zunehmend verschlechtern. Neben der bereits seit längerem erwarteten Abschwächung der Weltwirtschaft und der sehr schwachen Entwicklung in Deutschland belastet der starke Euro zusätzlich die Konjunktur. Auch der überraschend starke Anstieg der Inflation im Oktober aufgrund der stark gestiegenen Wohnungskosten wird für Österreichs Binnenkonjunktur eine Belastung. "Aus heutiger Sicht müssen wir aufgrund der nun zu erwartenden schwächeren Realeinkommensentwicklung 2005 auch die Prognose für den privaten Verbrauch korrigieren", meint Bruckbauer. Trotz der erwarteten Beschleunigung des privaten Verbrauchs 2005 wird diese nicht ausreichen, das BIP-Wachstum für den Jahresdurchschnitt 2005 stärker als 2004 ausfallen zu lassen. Die Ökonomen der BA-CA haben daher ihre Prognose für 2005 von 2,0 Prozent auf 1,9 Prozent reduziert, damit erwarten sie 2005 weniger Wachstum als 2004 (2,0 Prozent). Die Inflation dürfte nach Meinung der BA-CA Ökonomen von heuer rund 2 Prozent im Durchschnitt von 2005 kaum niedriger liegen, allerdings mit sinkender Tendenz gegen Jahresende.

Erst 2006 gehen die Ökonomen der BA-CA davon aus, dass die österreichische Wirtschaft, gestützt durch eine erwartete Verbesserung in den Kernländern des Euroraumes, wieder schneller wachsen kann. "Aus heutiger Sicht ist für die weitere konjunkturelle Entwicklung gegen Ende 2005 weniger der Ölpreis eine Gefahr als ein starker Euro und vor allem eine weiterhin schwache Binnenkonjunktur in Deutschland, Italien oder Frankreich", sagt Kager. "Je besser es Europa gelingt, die negativen Folgen des Ölpreises und eines Euroanstieges aufzufangen umso größer sind die Chancen, dass der Konjunkturzyklus 2006 nicht eine Trendwende erlebt", meint Bruckbauer abschließend.

Charts zur Presseaussendung

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. 05 05 05 DW 41951;
E-mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com