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28.07.2004

Newsflash aus dem Asset Management der BA-CA:
US-Aktienmarkt irritiert trotz positivem Umfeld

  • Wirtschaft wird dieses Jahr deutlich über 4 Prozent wachsen
  • Unternehmensgewinne wachsen das vierte Quartal in Folge mit über 20 Prozent

Die globale Konjunktur läuft. Die US-Unternehmensgewinne wachsen das vierte Quartal in Folge mit zumindest 20 Prozent und das US-Zinsniveau gilt noch immer als stark expansiv. Das Umfeld für eine positive Entwicklung der Aktienmärkte könnte nicht besser sein. Und genau das ist scheinbar derzeit auch das Problem: Wo sind die Faktoren, die dem Aktienmarkt einen weiteren Aufwärtsschub verpassen könnten? Haben wir den Zenit bereits erreicht? Die Angst geht um, dass die Party schon wieder vorbei ist. Betrachten wir die Faktoren, die die Stimmung an den Märkten bestimmen, im einzelnen:

Hohe Gewinndynamik zum Jahreswechsel kaum zu übertreffen
Soviel steht fest: Eine weitere Beschleunigung der Gewinndynamik ist nicht zu erwarten. Trotzdem kann im zweiten Quartal mit einem weiteren Wachstum von zirka 20 Prozent gerechnet werden. Viel wichtiger ist allerdings der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte. Und da wird es nicht einfach sein, nach oben zu überraschen. Die Gewinne sollten zwar weiterhin steigen, ein Wachstum über den hohen Vergleichszahlen von 2003 ist aber schwierig. Jene Stimmen, die die Aktienrallye gegen Ende letzten Jahres als Vorwegnahme der guten Unternehmenszahlen im ersten Halbjahr 2004 interpretierten, scheinen bestätigt zu werden.

Aber: Es ist richtig, dass sich die Gewinndynamik abschwächt. Allerdings lagen die tatsächlichen Wachstumsraten zuletzt stets über den Prognosen und die Kurse haben sich bei weitem nicht so positiv wie die Gewinne entwickelt, d.h. die Bewertungen sind deutlich zurückgekommen. Der S&P 500 etwa befindet sich auf Basis des geschätzten KGV auf dem Niveau von 1997, unwesentlich günstiger bewertet war der Index nur Anfang 2003.

Ausblicke wichtiger als die bisherigen Quartalsergebnisse
Glücklicherweise setzt sich der Trend der ersten Wochen nicht fort, als Yahoo, Intel, Nokia oder Siebel zum Teil schwer enttäuscht haben. Dabei waren es im wesentlichen nicht die Gewinne, die unter den Erwartungen zu liegen kamen, sondern die gegebenen Ausblicke. Für den Markt besonders bedeutsam waren die Ergebnisse von Intel. Mit der Meldung, dass unerwartet viel auf Lager produziert wurde, hat Intel die Gespenster der Überkapazitäten und des drohenden Preisverfalls herbeigerufen. Insofern werden alle sonstigen Tech-Ergebnisse nicht mehr nur danach beurteilt, ob sie gut oder schlecht sind, sondern ob sie die von den Intel-Ergebnissen hervorgerufene Befürchtung vor einer Abschwächung im Chipmarkt bestätigen oder mildern.

Aber: In der Tat haben die Tech-Ergebnisse für einige Unruhe gesorgt. Allerdings war die Gewinnsituation stets im Rahmen der Erwartungen. Entscheidender waren die gegebenen Ausblicke. De facto richtet sich die Aufmerksamkeit in der Berichtssaison derzeit ganz eindeutig auf die Tech-Ergebnisse oder genauer auf die Ausblicke der Tech-Branche. Dabei haben Unternehmen außerhalb dieses Segments durchaus positive Zahlen gebracht. Die US-Finanzwerte beispielsweise, Coca Cola, Eastman Kodak, McDonald´s …Von den 242 bisher berichteten US-Unternehmensergebnissen lagen immerhin 169 über den Erwartungen, nur 26 lagen darunter.

Microsoft kauft eigene Aktien zurück
Natürlich hat die Nachricht, wonach der weltgrößte Software-Hersteller seine Dividende verdoppeln, eine Sonderdividende von 3 US-Dollar je Aktie ausschütten und dazu noch Aktien zurückkaufen möchte, für Jubel gesorgt. Allerdings heißt das auch, dass Microsoft derzeit keine bessere Verwendung für ihre hohen liquiden Mittel sieht. Wenn aber Microsoft kein Geld mehr für Investitionen in die Hand nimmt, wer sollte sonst dazu bereit sein?

Aber: Kein geringerer als Alan Greenspan wies in seiner Rede vor dem Kongress darauf hin, dass es insbesondere Unternehmensinvestitionen sind, welche die US-Wirtschaft derzeit so stark machen. Die Zurückhaltung von Unternehmensseite bezüglich Investitionen habe abgenommen. Dies sollte auch eine andere Furcht, welche derzeit die Märkte belastet, mildern können: Die Furcht davor, dass sich die US- bzw. in weiterer Folge die globale Konjunkturdynamik ebenfalls abschwächen könnte.

Eine Abschwächung der Konjunktur klingt natürlich erschreckend, tatsächlich reden wir aber von einem geschätzten Wachstum in den USA für das nächste Jahr von 3,3 Prozent nach geschätzten 4,4 Prozent für dieses Jahr. Das globale Wachstum soll demnach 2005 noch immer 3 Prozent (nach 3,9 Prozent in 2004) betragen. Euroland soll sogar noch leicht zulegen (von 1,4 auf 1,5 Prozent 2005). Eine Verlangsamung wird wohl eintreten, allerdings scheinen die Bewertungen diesen Wachstumsraten derzeit angemessen.

Zusammenfassend ist das Umfeld von folgenden Faktoren geprägt:
  • einer überdurchschnittlichen Fixierung auf das zweite Halbjahr hervorgerufen durch nachlassenden Konjunkturoptimismus
  • damit in Zusammenhang das Einpreisen der zurückgehenden Gewinndynamik
  • einer überproportional starken Beachtung der Ausblicke des Technologiesektors
  • Zinsanhebungserwartungen
  • nach wie vor gegebene Terrorgefahr
  • Präsidentschaftswahlen in den USA (der von den Wachstumsbranchen favorisierte Bush verliert in einigen Umfragen an Boden)
  • hoher Ölpreis

Diesen Punkten stehen unserer Ansicht nach drei entscheidende Faktoren entgegen:
  • die (nicht zuletzt dank der ausgezeichneten Gewinnentwicklung) deutlich zurückgekommenen Bewertungen
  • die durchaus beachtlichen Ergebnisse von Unternehmen aus anderen Sektoren
  • die Thomson First Call Prognosen, die von jeweils 15 Prozent Gewinnwachstum in den nächsten zwei Quartalen ausgehen.

Generell ist allerdings schon zu sagen, dass es offensichtlich eines externen Katalysators bedarf, um die Märkte aus der Lethargie zu reißen. Ein solcher wäre beispielsweise ein Rückgang des Ölpreises, ein Nachlassen der Terrorgefahr oder stärkere Signale vom US-Arbeitsmarkt. So lange hier kein Katalysator stärker in Erscheinung tritt, wird das Sentiment wohl eher schwach bleiben. Darum halten wir vorerst an unserer eher defensiven Sektorausrichtung fest.

Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Asset Management
 Nikolaus Görg, Tel. (01) 33 147 DW 5406;
 E-Mail: nikolaus.goerg@amg.co.at