13.10.2004

BA-CA stellt Weichen für ein modernes Dienstrecht

  • Die BA-CA wechselt vom Sparkassenverband in den Bankenverband.
  • Das neue Dienstrecht ist ein maßvolles, ausgewogenes Paket.
  • EIN Dienstrecht für ALLE Mitarbeiter.
  • Die Dynamik der Gehaltssteigerungen wird eingebremst.
  • Die BA-CA plant, ab 2006 jährlich 500 neue Mitarbeiter anzustellen.

Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ist mit Wirkung vom 12. Oktober 2004 aus dem Sparkassenverband ausgetreten und in den Bankenverband eingetreten. Der Verbandswechsel ermöglicht es, das veraltete Dienstrecht der BA-CA in Anlehnung an die Bestimmungen des Banken-Kollektivvertrages neu zu regeln. BA-CA Vorstandsvorsitzender Erich Hampel. „Wir setzen hiermit einen wichtigen Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Bank abzusichern. Das neue Dienstrecht ist ein ausgewogenes, faires Paket und nimmt angemessen auf die Anliegen der Mitarbeiter Rücksicht. Es reduziert die Dynamik der Gehaltssteigerungen und ermöglicht es uns, ab 2006 jährlich rund 500 neue Mitarbeiter in der Bank aufzunehmen.“

Betriebsrat war nicht zu Verhandlungen bereit
Die BA-CA ist als Competence Center der HVB Group für die Märkte in Österreich und in Zentral- und Osteuropa in einer hervorragenden strategischen Position. Um diese Position mittel- und langfristig weiter dynamisch ausbauen zu können, benötigt die Bank auch ein modernes, leistungsorientiertes Dienstrecht mit einem fairen Entlohnungssystem.
Seit Mai dieses Jahres hat sich der Vorstand bemüht, mit der Belegschaftsvertretung konstruktive Verhandlungen zu diesem Thema aufzunehmen. Die verschiedenen Treffen, bei denen die Belegschaftsvertreter stets ausdrücklich betonten, „dass nur Sondierungsgespräche und keine Verhandlungen mit dem Vorstand geführt würden“, blieben jedoch ohne Ergebnis. Am 9. September lehnte der Betriebsrat schließlich ein „Kompromisspapier“ des Vorstands – das die Aufnahme wichtiger Positionen des Betriebsrates vorsah – ab.

Der Vorstand hat daraufhin alternative Lösungen erarbeitet und sich schließlich zum Wechsel vom Sparkassenverband in den Bankenverband entschieden. Ein Austritt der BA-CA aus dem Sparkassensektor ist laut den Bestimmungen des Syndikatsvertrages, der anlässlich des Zusammengehens der BA-CA mit der HVB Group im Jahr 2000 geschlossen wurde, bis Ende 2006 nur mit einer Zweidrittel-Mehrheit im Aufsichtsrat möglich; was dem Betriebsrat de facto ein Veto-Recht gibt.

Der Vorstand beabsichtigt nun, Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen früheren Austritt aus dem Sektor aufzunehmen. Bis zu einem Sektorwechsel gehört die BA-CA noch dem Einlagensicherungssystem der Sparkassen an und wird vom Sparkassenprüfungsverband geprüft. Der Wechsel in den Bankenverband ist ein logischer Schritt in Richtung Sektorwechsel und entspricht der Entwicklung des Unternehmens, das den Charakter einer Sparkasse längst verloren hat. Zudem stammen zwei der drei Vorgängerinstitute der BA-CA – die Creditanstalt und die Länderbank – aus dem Bankensektor.

Vom Syndikatsvertrag unberührt ist der „Bank der Regionen Vertrag“, der die Rolle der BA-CA in der HVB Group als Competence Center für Österreich und Zentral- und Osteuropa regelt; dieser Vertrag ist unbefristet und auch nicht einseitig kündbar.

Dienstrecht Neu
Mit Stichtag 12. Oktober 2004 gilt für alle Mitarbeiter der BA-CA der Kollektivvertrag für Angestellte der Banken und Bankiers (Banken-KV) in der jeweils geltenden Fassung. Es gelten daher auch alle Betriebsvereinbarungen, die nur auf dem Sparkassen-KV beruht haben, nicht mehr. Die übrigen, nicht automatisch wegfallenden Regelungen der Betriebsvereinbarung 1969 (BV 69) und einige weitere Betriebsvereinbarungen werden unter Einhaltung der Kündigungsfrist mit Wirkung vom 31. Jänner 2005 gekündigt.

Der Umstieg auf den Banken-KV bietet grundsätzlich die Möglichkeit, das Dienstrecht der BA-CA weitgreifend zu verändern. Der Vorstand geht mit dieser Möglichkeit maßvoll um. Im „Dienstrecht Neu“ hat er wichtige Positionen des Betriebsrates berücksichtigt. Die wesentlichen Fakten:

1.  Für die BA-CA AG gilt nun EIN Dienstrecht für ALLE Mitarbeiter
Das Dienstrecht wird harmonisiert, vereinfacht und damit auch administrierbarer gemacht. Die Mitarbeiter werden gleich behandelt. Neue Mitarbeiter werden ab Februar 2005 direkt in der BA-CA aufgenommen. Die beiden Ausgliederungsprojekte „Marktfolge“ und „Zahlungsverkehr“ werden über das Delegationsprinzip geregelt. Das heisst: Die Mitarbeiter, die in diese Gesellschaften wechseln, bleiben weiter im BA-CA Dienstrecht. Neueintritte werden in der jeweiligen Gesellschaft angestellt.

2.  Die Gehälter bleiben gleich, Dynamik der Gehaltssteigerungen gebremst
Der Wechsel vom Sparkassen- in den Banken-KV und der (teilweise) Wegfall der BV 69 sowie einiger anderer Betriebsvereinbarungen wird für Mitarbeiter der BA-CA keine betragsmäßige Reduktion ihrer Gehälter1  zur Folge haben. Kollektivvertraglich bedingte Gehaltsveränderungen folgen nunmehr ausschließlich dem Banken-KV. Der Vorstand sichert zu, dass sich das Gehalt jedes Mitarbeiters – vorbehaltlich anderslautender, individueller Vereinbarungen – einmal jährlich zumindest im Ausmaß der Inflationsrate (berechnet in Form des Verbraucherpreisindex) erhöhen wird, soweit nicht der jährliche Banken-Kollektivvertragsabschluss eine geringere Steigerung vorsieht. Mit dieser Regelung wird die Dynamik der Gehaltserhöhungen spürbar eingebremst.

3.  Bestehende Definitivstellungen bleiben – keine neuen Definitivstellungen
Ab sofort wird die BA-CA – vorbehaltlich rechtlicher Verpflichtungen – keine Definitivstellungen mehr vornehmen; bestehende Definitivstellungen bleiben davon selbstverständlich unberührt.

4.  Die wöchentliche Normalarbeitszeit beträgt ab 1. Jänner 2005 38,5 Stunden.
Mit Stichtag 1. Jänner 2005 beträgt die wöchentliche Normalarbeitszeit – wie im Banken-KV vorgesehen – 38,5 Stunden (statt bisher 37 Stunden); ein Lohnausgleich ist mit dieser Anpassung an den Kollektivvertrag nicht verbunden. Der Urlaubsanspruch bestimmt sich ab 1. Jänner 2005 ebenfalls nach dem Banken-KV.

5.  Das leistungsorientierte Entgeltsystem wird ausgebaut
Die Gehaltsentwicklung soll sich künftig deutlich stärker an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens und an den persönlichen Leistungen des Mitarbeiters orientieren. Die Mitarbeiter werden verstärkt am Erfolg des Unternehmens partizipieren. Deshalb ist geplant, die variablen Vergütungen deutlich auszubauen.

„Gemeinsam werden wir die hervorragende Position unserer Bank im internationalen Wettbewerb weiter ausbauen können,“ so BA-CA- Vorstandsvorsitzender Hampel, “ein modernes leistungsorientiertes Dienstrecht und faire Entlohnung sind wichtige Voraussetzungen für unseren Erfolg.“

1) Unter „Gehalt“ verstehen wir das Grundgehalt gemäß Schema zuzüglich der Zulagen und Überstundenpauschalien, jedoch exklusive IEB, Sonderprämien und einzeln abgegoltener Überstunden.

Rückfragen: 
Bank Austria Creditanstalt Pressestelle
Martin Hehemann, Tel.: +43 (0)5 05 05 DW 57007; E-Mail: martin.hehemann@ba-ca.com 
Peter N. Thier, Tel.: +43 (0)5 05 05 DW 52371; E-Mail: peter.thier@ba-ca.com