01.04.2004

BA-CA EinkaufsmanagerIndex im März:
Österreichs Industrie widersteht europäischer Konjunkturskepsis

  • Wachstum war im ersten Quartal 2004 höher als im vierten Quartal 2003
  • Konjunktur labil, Rezessionswahrscheinlichkeit aber gering
  • Schwächerer Euro und Zinssenkungen höchst willkommen

Der BA-CA EinkaufsmanagerIndex weist für den März einen Wert von 54,7 aus und liegt somit über dem Februar-Resultat von 54,5 (Werte über 50 zeigen Wachstum an). Damit hat sich die aktuelle monatliche Wachstumsrate der Industrie gegenüber dem Jahreswechsel zwar etwas reduziert. Verglichen mit Vorjahreszeitraum ist die Verbesserung aber deutlich zu spüren: „Schon im letzten Quartal 2003 war das Wachstum stark und lag drei Prozent über dem Vorjahresquartal. Im ersten Quartal 2004 könnte die Industrie sogar zwischen vier und fünf Prozent zugelegt haben – wieder verglichen mit dem Vorjahresquartal“, so Stefan Bruckbauer, Volkswirt der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Natürlich macht sich auch bei Österreichs Industrie die wieder etwas gesunkene Stimmung in der europäischen Industrie bemerkbar. So berichten etwas mehr Befragte, dass sie weniger Aufträge aus dem Ausland erhalten haben, trotzdem meldet die überwiegende Mehrheit weiterhin steigende oder gleichbleibende Auslandsaufträge. Die Dynamik in den Auslandsaufträgen wurde insgesamt im März genauso hoch wie im Februar eingeschätzt.

Die Ökonomen der BA-CA gehen davon aus, das sich der Aufschwung fortsetzen wird, allerdings ist derzeit keine zunehmende Dynamik erkennbar. Das Anhalten des Aufschwunges zeigt sich auch daran, dass im März nur fünf Prozent der Befragten Unternehmen eine niedrigere Produktion als im Februar gemeldet haben.

Trotz dieses positiven Bildes stellt der nachlassende Optimismus in Europa, vor allem in Deutschland, eine Gefahr für den weiteren Aufschwung dar. Auch wenn nach Meinung der BA-CA Ökonomen der Pessimismus der Konsumenten die Situation überzeichnet, fehlen derzeit noch die Impulse für eine weitere Beschleunigung der Erholung. „Angesichts der labilen Stimmung sind die zu erwartenden Zinssenkungen und ein schwächerer Euro für die Industriekonjunktur derzeit besonders positiv“, so Bruckbauer.

Dass die Industrie trotz der positiven Signale noch weitere Unterstützung braucht, zeigt sich auch daran, dass weiterhin kaum an Kapazitätserweiterungen gedacht wird. Auch die Beschäftigung zeigt noch wenig Dynamik, allerdings ist der Anteil der Unternehmen, die eine Reduktion ihrer Beschäftigung gemeldet haben im März auf nur mehr acht Prozent gesunken, der Anteil jener Unternehmen, die steigende Beschäftigung meldeten auf dreizehn Prozent gestiegen. Trotz dieser positiven Signale melden jedoch die Mehrheit der Unternehmen weiterhin eine Stagnation.

Trotz der gestiegenen Skepsis hinsichtlich der Konjunkturerholung sehen die Ökonomen der BA-CA auch im aktuellen BA-CA EMI einer Bestätigung ihrer optimistischen Sicht des Wirtschaftswachstums 2004. „Auch wenn das äußerst schwache vierte Quartal 2003 eine schlechte Basis für das Wachstum 2004 gelegt hat, bleiben wir bei unserer Prognose von rund zwei Prozent“, meint Bruckbauer. „Auch wenn das Jahreswachstum möglicherweise etwas niedriger ausfällt, sind die Risken für eine erneute Rezession in Österreich weiterhin sehr niedrig.“


Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

 Charts zur Presseaussendung

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
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