30.09.2004

ATX: von günstig bis überhitzt

  • ATX hat höchstes Gewinnwachstum im internationalen Vergleich
  • Bewertungsniveaus teilweise noch attraktiv


Der ATX sollte im vierten Quartal wieder an Fahrt gewinnen, meinen die Analysten der Bank Austria Creditanstalt. Die Basis für diese Annahme ist ein starkes Gewinnwachstum im laufenden Jahr und darüber hinaus, denn der ATX weist unter allen internationalen Leitindizes für die Jahre 2004 bis 2006 das höchste Gewinnwachstum auf. Bis Jahresende sollte er noch auf 2.180 Punkte zulegen können.

Auf  Grund von zumeist sehr guten Halbjahresergebnissen bei den Unternehmen wurden die Gewinn- und Dividendenschätzungen erhöht, wodurch sich die Bewertung wiederum verringert hat. Der ATX ist somit aktuell gleich bewertet wie EuroStoxx 50 und Stoxx 50, sollte aber wegen eines deutlich stärkeren Gewinnwachstums wieder eine Präme aufbauen können.

Für das Jahr 2004 erwartet Alfred Reisenberger, Leiter der Aktienanalyse Österreich, im ATX ein Gewinnwachstum von 19,4%. Für 2005 werden sogar 23,9% prognostiziert, was allerdings einen Sondereffekt beinhaltet, weil die Firmenwertabschreibung auf Grund einer Änderung bei internationalen Rechnungslegungsvorschriften wegfällt. Auch 2006 erwarten die Analysten der Bank Austria Creditanstalt ein zweistelliges Gewinnwachstum (13,2%).  Der stärkste Anstieg wird dabei bei Telekom Austria, Erste Bank und AUA gesehen.

Titel mit hohem Potenzial
Gemäß der allgemeinen Annahme, dass sich das Wachstum in Europa in den kommenden Jahren beschleunigen wird, sollten vor allem zyklische Unternehmen, etwa aus dem Stahl- und Anlagenbau, profitieren.
Die Liste der Kaufempfehlungen ist dadurch von Unternehmen dominiert, die in zyklischen Branchen tätig sind und auf Grund eines nahezu perfekten wirtschaftlichen Umfeldes in den nächsten zwei Jahren eine Gewinnbeschleunigung sehen werden. Dazu kommt, dass diese Titel zumeist auch noch eine niedrige Bewertung aufweisen, also hohes Potenzial mit überschaubarem Risiko bieten.

Empfehlungen
Seit der letzten Quartalspublikation halten zwei neue Titel Einzug in die Empfehlungsliste. Einerseits JoWood, zur Zeit günstig bewertet und mit verbessertem Ausblick für 2005, und andererseits Semperit, wo der Streubesitz erhöht wurde und sehr gute Fundamentaldaten vorliegen. Nach wie vor stehen Andritz, AT&S, austriamicrosystems, Austrian Airlines, Böhler Uddeholm, Erste Bank, Palfinger und voestalpine auf „buy“. 

Wienerberger und Telekom Austria wurden von der Empfehlungsliste gestrichen. Bei Wienerberger sind die guten Nachrichten der letzten Tage bereits im Preis enthalten und bei Telekom Austria ist die Aktie nach dem Scheitern der Übernahme nun fair bewertet.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Equity Research 
Alfred Reisenberger, Leiter Aktienanalyse Österreich; Tel.: 050505 DW 82367;
E-Mail: alfred.reisenberger@ba-ca.com