18.06.2004

BA-CA Konjunkturindikator: Hohe Rohstoffpreise gefährden Österreichs Konjunktur nicht!

  • Konjunkturdynamik durch starke Weltwirtschaft beflügelt
  • Rohstoffpreisanstieg durch Euro gedämpft
  • Wachstumsprognose 2004: 2,0 Prozent statt 2,1 Prozent

Der monatliche Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) Konzernvolkswirtschaft zeigt für den Mai einen leichten Rückgang von 2,0 auf 1,8. Der Indikator zeigt aber weiterhin eine Fortsetzung der Erholung an. "Auslöser für den leichten Rückgang unseres Indikators war ein Stimmungsrückgang bei den österreichischen Konsumenten", sagt Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Im Gegensatz dazu bleibt die Industrie sowohl im Euroraum als auch in Österreich weiterhin optimistisch.

Der Stimmungsrückgang bei den Konsumenten könnte teilweise auf die durch den Anstieg der Rohstoffpreise höhere Inflation bzw. die Angst vor einer weiteren Zunahme zurück-zuführen sein. Auch die Industrie leidet unter den gestiegenen Rohstoffpreisen. So lag der Zuwachs beim Ölpreis (verglichen mit dem Sommerbeginn 2003 und auf USD Basis) Mitte Juni bei immerhin fast 30 Prozent, Nichtölrohstoffe waren im Durchschnitt 25 Prozent, darunter Metalle sogar 50 Prozent, teurer. "Der Rohstoffpreisanstieg ist im wesentlichen auf die globale Erholung, die Weltwirtschaft wuchs im ersten Quartal um 5 Prozent, zurückzuführen", meint Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA.

Das weltwirtschaftliche Wachstum liegt nun bereits das dritte Quartal über dem langjährigen Trend. Auslöser der starken weltwirtschaftlichen Konjunktur ist vor allem die USA, aber auch Japan. Chinas Wirtschaft trägt nach Meinung der Ökonomen der BA-CA zwar sehr viel zum globalen Wachstum bei, rund 2 Prozent des Wachstums der Weltwirtschaft von rund 5 Prozent kommen aus China, die Dynamik hat sich jedoch, anders als in den USA und Japan, in den letzten Monaten nicht verändert. Die USA erreichten im ersten Quartal mit 5 Prozent die höchste Jahreswachstumsrate seit zwanzig Jahren. Die für viele schneller und stärker erfolgte Erholung der Weltwirtschaft bietet nach Meinung der BA-CA Ökonomen damit derzeit auch in Verbindung mit den globalen Unsicherheiten einen guten Nährboden für Spekulationen.

Die Ökonomen der BA-CA haben daher in einer Analyse die möglichen Auswirkungen des Rohstoffpreisanstieges auf Österreichs Wirtschaft analysiert. "Die Wirkung der Rohstoffpreiserhöhung auf Österreichs Konjunktur bleibt gering", fasst Stefan Bruckbauer das Ergebnis zusammen.

Auch wenn heute auf Basis der Futuresmärkte für den Durchschnitt 2004 im Vergleich zu 2003 ein um 20 Prozent höherer Ölpreis und um rund 22 Prozent höhere Rohstoffpreise angenommen werden müssen, wird die negative Wirkung auf Österreich durch den etwas stärkeren Euro gedämpft. Die Rohstoffpreise ohne Öl als auch der Ölpreis dürften daher heuer in Euro gerechnet nur rund 10 Prozent höher liegen als 2003 schätzen die Ökonomen der BA-CA. Bei Rohöl sind dies zwar um rund 23 Prozent mehr als die Märkte zu Jahresbeginn erwarteten, bei den Nichtölrohstoffen ist dies sogar weniger als zu Jahresbeginn angenommen. "Insgesamt kosten die höheren Rohstoffpreise nach unserer Meinung rund 0,2 Prozentpunkte Wachstum", meint Kager.

Weiters gehen die Ökonomen der BA-CA davon aus, dass der etwas höhere Euro (im Vergleich zur Annahme zu Jahresbeginn) rund 0,2 Prozentpunkte zusätzliches Wachstum kosten wird. Die robustere US-Konjunktur, aber auch die etwas stärkere Konjunktur in MOE und die niedriger als erwartet liegenden langfristigen Zinsen bringen rund 0,3 Prozentpunkte Wachstum. "Die positiven Überraschungen bei US-Wirtschaft und Osteuropakonjunktur sind stärker als die bisher negativen Überraschungen aus dem Euroraum", fasst Bruckbauer die Analyse zusammen.

Die Ökonomen der BA-CA haben daher ihre Prognose für Österreich lediglich von 2,1 Prozent auf 2 Prozent reduziert und erwarten weiterhin eine Fortsetzung der Erholung mit sogar zunehmender Dynamik in den nächsten Monaten. Hinsichtlich der Inflation rechnen sie nun mit 1,7 Prozent, die Inflationsrate wird zwar noch einige Monate bei oder über 2 Prozent liegen, ab Herbst aber wieder sinken. Auch 2005 bleibt das Wachstum robust, die Erwartungen der BA-CA Ökonomen liegen bei 2,2 Prozent.

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Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. 05 05 05 DW 41951
E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com