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15.07.2004

Normalisierung der Leitzinsen

  • Weltwirtschaft boomt, Höhepunkt jedoch überschritten
  • Renditeanstiege und Zinsanhebungen moderat
  • USD-Abschwächungstrend noch nicht vorbei
  • Steigende Zinsen auch in Zentral- und Osteuropa

Die Phase der niedrigen Zinsen ist zu Ende. Die bis dato veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren in der Weltwirtschaft deuten auf eine Abflachung der Dynamik bei immer noch guten Wachstumsraten hin. Die Eurozone hinkt hinterher. Gleichzeitig hat das Inflationsbarometer – zum Teil bedingt durch höhere Ölpreise - von Deflations- auf Inflationsrisiken gedreht. Eine „moderate Normalisierung“ der Leitzinsen hat ausgehend von den USA und Großbritannien bereits begonnen.

Die Niedrigzinsphase ist vorbei
Nach der Anhebung auf 1,25% im Juni sollte die Fed bereits im August den nächsten Zinsanhebungsschritt auf 1,50% setzen. „Bis Ende 2004 könnte der Leitzinssatz auf ein für die US-Wirtschaft neutrales Niveau von 3,5% angehoben werden“, meint Gerhard Winzer, Leiter Zins- und Wechselkursanalyse Major Markets. Schwächere Wirtschaftsdaten und geringere Inflationsrisiken im Euroraum geben der EZB Spielraum, den Leitzinssatz im diesem Jahr unverändert bei 2% zu belassen und bei günstiger wirtschaftlicher Entwicklung im ersten Quartal 2005 eine Anhebung ins Auge fassen. In Japan steht eine Zinsanhebung wahrscheinlich erst im Jahr 2006 zur Debatte.

Die Anleihenrenditen werden den kurzfristigen Zinsen folgen und den vor rund einem Jahr begonnenen, moderat ansteigenden Trend fortsetzen. Die Unsicherheiten über die Weltkonjunktur als auch über die Inflationsrisiken im nächsten Jahr werden weiterhin zu großen Schwankungen führen. Geringere Zinsanhebungen und gedämpfte Wirtschaftsindikatoren in der Eurozone lassen auf niedrigere Renditeanstiege in der EWU als in den USA schließen. Für die 10jährige deutsche Bundesanleihe wird für das zweite Quartal 2005 ein etwas höheres Renditeniveau von 4,80% (derzeit 4,25%) angesetzt.

EUR/USD mittelfristig fester - JPY/USD langfristig fester
Die Wechselkurse zeigen zurzeit keinen klaren Trend. Der USD wird signifikant geschwächt werden, wenn es zu einer stärkeren Abschwächung der US-Wirtschaft kommt und das Leistungsbilanzdefizit groß bleibt. Allerdings wird Japan im nächsten Jahr von der Konjunkturabschwächung in den USA und in China in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu der vielfach langfristig erwarteten nachhaltigen JPY-Festigung vs. USD und EUR wird es daher vorerst nicht kommen.  Werte von 1,30 EUR/USD bzw. 105 USD/JPY in den nächsten 12 Monaten sind denkbar.

Höhere Renditen auch in Zentral- und Osteuropa
Die globalen Zinstrends haben auch in Zentral- und Osteuropa zu einem Renditeanstieg geführt sowie zu einer Ausweitung der Eurobond-Spreads. Zudem wirken auch hausgemachte Faktoren, insbesondere die fiskalpolitischen Probleme in einer Reihe von Ländern, zinssteigernd. „Die Fiskalpolitik in Polen, Ungarn und Tschechien stellt momentan eine Konvergenzbremse dar“, kommentiert Peter Szopo, Leiter des Market Research in der Bank Austria Creditanstalt. Alle Länder in der Region weisen ausgezeichnete Exporterfolge, eine dynamische Industriekonjunktur und ein deutlich besseres Wirtschaftswachstum im Vergleich zu Westeuropa auf. „Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen in den letzten Jahren und die Produktivitätszuwächse in der Industrie beginnen sich nun auszuwirken“, meint Szopo.

Empfehlungen
Wegen des mittelfristigen Abschwächungsrisikos im US-Dollar sollte eine USD-Wechselkursabsicherung für Unternehmen bei einem EUR/USD-Wechselkurs von 1,18 in Betracht gezogen werden. Bei Finanzierungen ist der Yen nach wie vor viel riskanter als der Schweizer Franken.  Auf der Veranlagungsseite sollten Euro-denominierte Anleihen bevorzugt werden, wobei Papiere mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren empfohlen werden.

Die Renditeniveaus in lokaler Währung in Polen und Ungarn sind interessant, aber das Währungsrisiko und die Volatilität verringern die Attraktivität für Investoren im Euro-Raum. Privatinvestoren sollten eine Veranlagung in zentral- und osteuropäischen Rentenfonds gegenüber Einzeltiteln bevorzugen.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  International Markets
Veronika Fischer-Rief,
Tel.: 050505 DW 82833;
E-Mail: veronika.fischer-rief@ba-ca.com