30.01.2004

ATX: 2000-er Marke in Sichtweite

  • Weiterhin fließt frisches Geld in den Kapitalmarkt.
  • Internationale Investoren freuen sich über KöSt-Senkung.
  • Wien bietet Liquidität und hohe Marktkapitalisierung. 


Die Wiener Börse setzt ihren Höhenflug fort. Der ATX tendiert in Richtung 2000 Punkte, und es gibt noch immer umfangreiche Kapitalzuflüsse an die Wiener Börse. „Es stimmt uns zuversichtlich, dass der Anstieg des ATX nun vom gesamten Markt getragen wird, und nicht wie bisher nur von einzelnen Titeln“, erklärte Alfred Reisenberger, Leiter der Aktienanalyse Österreich. Die angekündigte Senkung der Körperschaftssteuer lieferte dem Markt zuletzt zusätzlichen Aufwind.

Die Wiener Börse ist mittlerweile auch für US-Investoren, die wegen mangelnder Liquidität und Marktkapitalisierung oftmals einen Bogen um Wien machten, sehr interessant. Durch den starken Kursanstieg bekamen zahlreiche Titel die entscheidende Größe, und kein Investor muss sich mehr um die Enge des Marktes sorgen.

Mit einem KGV von 14,7 für das Jahr 2004 weist die Wiener Börse trotz der letzten Kursanstiege noch immer eine attraktive Bewertung auf. Ein nachhaltiges Gewinnmomentum, ein stärkeres Wachstum der globalen Wirtschaft und das weiterhin niedrige Zinsniveau sind dafür verantwortlich. Für das laufende Jahr erwarten die Analysten der Bank Austria Creditanstalt einen Anstieg der Unternehmensgewinne im ATX um 11,6% und für 2005 sogar um 24%, was zu einem erheblichen Ausmaß auf die KöSt-Senkung zurück zu führen sein wird. Die Nachricht, dass die Unternehmensbesteuerung reduziert wird, kam vor allem bei den ausländischen Investoren sehr gut an.

Das Jahr 2004, das mit einer großen Transaktion bei Telekom Austria begann, könnte noch weitere gut Nachrichten für den Kapitalmarkt bringen. „Die Stimmung ist gut, und wenn die ÖIAG tatsächlich weitere Privatisierungsschritte unternimmt, stehen diese sicher unter einem guten Stern“, ist Reisenberger überzeugt.

Als größtes Risiko erachtet Reisenberger eine eventuell weitere Abschwächung des US-Dollars, die sich auf die Gewinnschätzungen entsprechend auswirken würde.

Empfehlungen
Seit der letzten Quartalsstrategie wurde die Liste der Empfehlungen noch länger. Neu hinzugekommen sind Austrian Airlines, die einen starken Gewinnanstieg prognostizierten, Böhler-Uddeholm, wo gerade der letzte Privatisierungsschritt erfolgreich abgeschlossen wurde, und der Flughafen Wien, der ein weiteres Passagierwachstum erwartet.

Ihren Platz auf der Kauf-Liste behielten Andritz, OMV, Palfinger, Telekom Austria, voestalpine und Wienerberger.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Equity Research 
Alfred Reisenberger, Leiter Aktienanalyse Österreich; Tel.: 050505 DW 82367;
E-Mail: alfred.reisenberger@ba-ca.com