14.12.2004

Zentral- und Osteuropa:
Steigende Investitionen halten den Konjunkturmotor am Laufen

  • BIP-Wachstum mit 5,4 Prozent im 3. Quartal 2004 auf hohem Niveau
  • Anlageinvestitionen als treibender Faktor
  • Deutlicher Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen erwartet

Während das Wachstum des realen BIP in den acht neuen EU-Mitgliedsländern aus Zentral- und Osteuropa von 5,3 Prozent im Jahresabstand im zweiten Quartal 2004 auf 4,5 Prozent im dritten Quartal zurückgegangen ist, ist die Wirtschaft im gleichen Zeitraum in den CEE11-Ländern1) um 5,4 Prozent gewachsen. Hauptverantwortlich dafür war die besonders erfreuliche Entwicklung in Rumänien, wo das BIP um 9,9 Prozent im Jahresabstand zulegen konnte. Zum Vergleich: In der Eurozone betrug das Wirtschaftswachstum im gleichen Zeitraum 1,8 Prozent. Das geht aus dem aktuellen "CEE Kommentar“ der BA-CA Konzernvolkswirtschaft hervor.

Die treibenden Kräfte des Wachstums in den CEE11-Ländern haben sich von der Außenwirtschaft zur heimischen Nachfrage hin verschoben. Der private Konsum ist robust, vor allem aber hat sich die Investitionstätigkeit deutlich belebt. Während die Anlageinvestitionen in der Eurozone im dritten Quartal real um lediglich 1,6 Prozent gestiegen sind, erhöhten sich die Investitionen in Zentral- und Osteuropa im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches: Spitzenreiter ist Rumänien, wo die Bruttoanlageinvestitionen dank erheblicher Fortschritte bei der Restrukturierung und Privatisierung von Staatsunternehmen um 13,7 Prozent zulegen konnten.

Das Wachstum der ungarischen Anlageinvestitionen beschleunigte sich im dritten Quartal 2004 auf 12,7 Prozent im Jahresvergleich. Platz 3 belegt die Tschechische Republik mit 9,6 Prozent, gefolgt von Polen. Dort stiegen die Anlageinvestitionen real zwar nur um 4,1 Prozent, saisonbereinigt und annualisiert entspricht das jedoch einem Anstieg um 7,8 Prozent. Auch die slowakischen Anlageinvestitionen setzten mit 5,5 Prozent Wachstum ihre seit dem zweiten Quartal 2004 zu beobachtende Belebung fort.

Die Volkswirte der BA-CA gehen davon aus, dass sich das Wachstum der Anlageinvestitionen in den neuen EU-Mitgliedsländern im Gesamtjahr 2004 auf über 7 Prozent im Jahresabstand erhöht und 2005 mehr als 8 Prozent betragen wird. 2003 lagen die entsprechenden Werte bei nur 2,5 bzw. 3,5 Prozent.

"Diese Entwicklung bietet Investoren nicht nur gegenwärtig gute Gelegenheiten. Die erfreuliche Belebung der Anlageinvestitionen sorgt auch dafür, dass die zentral- und osteuropäischen Länder weiterhin attraktiv bleiben", sagt Marianne Kager, Chefökonomin der BA-CA.

Auch beim BIP-Wachstum ist die Region ein europäisches Hoffnungsgebiet. Die BA-CA-Experten schätzen, dass das Wirtschaftswachstum auch im kommenden Jahr in den CEE11-Ländern deutlich über der 4-Prozent-Grenze liegen wird. Dem gegenüber stehen ein erwartetes BIP-Wachstum von 1,5 Prozent in der Eurozone, 3,2 Prozent in den USA und 3 Prozent weltweit. "Dementsprechend dürften in den kommenden Jahren auch die Direktinvestitionen in Zentral- und Osteuropa auf über 20 Millarden Euro pro Jahr steigen. Und das trotz der Tatsache, dass die meisten Privatisierungen mit entsprechend hohen Zuflüssen bereits abgeschlossen sind", resümiert Kager.

 Tabellen zur Presseaussendung

1) CEE11=neue EU-Mitgliedsländer aus Zentral- und Osteuropa inkl. Kroatien, Rumänien, Bulgarien

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