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05.05.2003

Osteuropa nimmt wirtschaftliche Dynamik mit in die EU

  • Wachstumsbelebung der EU-Kandidatenländer 2003/2004.
  • Euro als Herausforderung für die Budgetpolitik der Beitrittkandidaten.

Die Länder Mittel- und Osteuropas (CEE) nehmen im Mai 2004 ihre Wirtschaftsdynamik mit in die Europäischen Union. Im laufenden Jahr wird die Wirtschaft der acht Neo-EU-Mitglieder um durchschnittlich 3 Prozent, 2004 sogar um 3,6 Prozent wachsen. Das ist weiterhin eine etwa doppelt so hohe Wachstumsdynamik wie jene der „alten“ Mitgliedsländer der Union. Trotzdem bleibt die Inflation in den nächsten beiden Jahren unter Kontrolle. „Der Konjunkturmotor der EU-Beitrittskandidaten wird auch 2003 kaum ins Stottern geraten. Mit internationaler Unterstützung kann er 2004 sogar mit noch höherer Drehzahl laufen“, meint die Chefökonomin der Bank Austria Creditanstalt, Marianne Kager, im Rahmen der EBRD-Jahrestagung in Taschkent, Usbekistan. „Die Haushaltspolitik der EU-Beitrittskandidaten muss jedoch in den nächsten Jahren noch eine große Herausforderung bewältigen und den Weg in den Euro finden“, so Kager weiter.

Die – mit Ausnahme von Polen – hohen, vor allem konsumgetriebenen Steigerungsraten des letzten Jahres setzen sich im ersten Halbjahr 2003 noch fort. In Polen, der Slowakei und auch in Slowenien ist das Konsumwachstum in den ersten Monaten des laufenden Jahres jedoch bereits verhaltener. In der Tschechischen Republik und Ungarn wird das Konsumdynamik durch hohe Lohnzuwächse und die geringe Inflation zwar noch unterstützt, aber vor allem in Ungarn ist in der zweiten Jahreshälfte mit einer Verringerung der Dynamik zu rechnen. Für die weitere Konjunkturentwicklung in der Region Mittel- und Osteuropa ist damit entscheidend, ob und wie stark die Investitionstätigkeit im weiteren Jahresverlauf anspringt.

Internationaler Rückenwind erst gegen Jahresende
Die externen Rahmenbedingungen werden sich nach der aktuellen Einschätzung der Volkswirte der BA-CA nur langsam verbessern. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone wird 2003 mit 1,3 Prozent prognostiziert und beschleunigt sich 2004 auf 2,0 Prozent. Die Investitionen in den Ländern Mittel- und Osteuropas werden daher erst ab der zweiten Jahreshälfte 2003 wieder eine leicht zunehmende Dynamik aufweisen. „Mit internationaler Unterstützung wird dabei der private Sektor die treibende Kraft sein“, sagt Marianne Kager. „Die öffentliche Hand, die in einigen Ländern durch Investitionen in den Infrastrukturbereich die Konjunktur in den letzten Monaten gestützt hat, wird dagegen aus fiskalischen Gründen in den nächsten Monaten die Investitionstätigkeit zurückschrauben“, erwartet die Chefökonomin der BA-CA.

Budgetpolitik als zentrale Herausforderung der nächsten Jahre
Dahinter steht die notwendige Reduktion der Haushaltsdefizite, die aufgrund der hohen Fehlbeträge in Polen (6,5 Prozent des BIP), der Slowakei (7,2 Prozent) und Ungarn (9,6 Prozent) im Durchschnitt der acht osteuropäischen Beitrittskandidaten 2002 deutlich über 6 Prozent des BIP betragen haben. Die Budgetkonsolidierung steht in Hinblick auf den baldigen EU-Beitritt dabei neuen Herausforderungen gegenüber. Zum einen muss Spielraum für die Co-Finanzierungsmittel geschaffen werden, die die Länder aus den EU-Strukturfonds erhalten können. Diese Aufgabe wird schwierig, da durch die Übernahme der EU-Standards zum Teil auch Einnahmenausfälle aus Zöllen und Steuern zu erwarten sind. Außerdem werden zusätzliche Kosten für die Schaffung neuer Institutionen, z.B. in Hinblick auf die Vorbereitung des Schengen-Abkommens, entstehen.

Die zentrale Aufgabe für die Budgetpolitik der EU-Beitrittskandidaten stellt jedoch mittelfristig die Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts und die Erfüllung der relevanten Maastricht-Kriterien für die Übernahme des Euro dar. Diese sehen  ein Haushaltsdefizit von maximal 3 Prozent des BIP vor. Nach Einschätzung der Volkswirte der BA-CA war bisher die Umsetzung der notwendigen Budgetmaßnahmen quer durch die Region noch wenig erfolgreich. „Aus sozialen und politischen Gründen wird der Konsolidierungspfad voraussichtlich auch weiterhin nur vorsichtig beschritten werden, so dass sich letztlich die Erfüllung der Maastricht-Kriterien und damit die Übernahme des Euro bis 2007/2008 verzögern könnte“, fasst BA-CA Chefökonomin Kager zusammen.

 Wirtschaftswachstum (reale Vrdg. zum Vorjahr in %)

Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations
Ildiko Füredi, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 56102;
E-Mail: ildiko.fueredi@ba-ca.com