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07.04.2003

Bank Austria Creditanstalt Asset Allocation für das 2. Quartal 2003

  • Märkte weiterhin kriegsgetrieben und damit volatil.
  • Unsere Aktienquote bleibt neutral, Empfehlungen eher defensiv.
  • Ausblick: Sind Fundamentaldaten durch den Krieg überlagert?

1. Quartal ganz im Zeichen des Krieges
Das Jahr 2003 steht insgesamt und natürlich auch an den Finanzmärkten bis jetzt ganz im Zeichen des Irak-Krieges. Der drohende militärische Konflikt belastete die Märkte in den ersten beiden Monaten des Jahres und ließ die internationalen Indizes Mitte März auf Mehrjahres-Tiefs fallen. Mit dem Ultimatum der Amerikaner an Saddam setzte dann aber eine kurze, sehr heftige Erholung ein. Mittlerweile hat sich teilweise zwar wieder Ernüchterung breitgemacht, dennoch kann man zusammenfassend wohl sagen:
Der Krieg beherrscht die Schlagzeilen – auch die an der Börse – und überlagert vielleicht ein wenig die fundamentalen Themen.

Kriseninvestments versus Aktien
Bei aller Fokussierung auf den Krieg stellt sich aber die Frage, welches Bild die wirtschaftlichen Fundamentaldaten tatsächlich zeichnen. Die letzten Daten aus den USA, insbesondere die Stimmungsindikatoren des Einkaufsmanager-Index, indizierten ja wieder recht deutlich Schwäche. Außerdem ließ die US-Notenbank bei ihrer März-Sitzung verlauten, sie könne die Lage derzeit aufgrund des Krieges nicht einschätzen und behalte sich weitere Zinsschritte, auch vor der nächsten Sitzung am 6. Mai, vor. Das alles deutet auf den hohen Grad an Unsicherheit hin, der derzeit an den Finanzmärkten herrscht. Im Einklang damit gab es, bei aufkommenden Optimismus hinsichtlich eines raschen Erfolges der Amerikaner, immer wieder Phasen, in denen die Aktien relativ stark rallierten.  Parallel dazu zeigten Anleihen, Öl und Gold (die sog. „war trades“) Schwäche. Es etabliert sich also ein relativ eindeutiges Bild: Bei Anzeichen eines herannahenden Kriegsendes erholen sich die Börsen, während „Kriseninvestments“ wie Staatsanleihen oder Gold nachgeben. Bei Rückschlägen der Alliierten hingegen manifestiert sich wieder das alte Bild, sprich Rückschläge an den Aktienmärkten und Flucht in die „sicheren Häfen“.

Fazit: Volatilität bleibt hoch, defensive Ausrichtung empfohlen
Unserer Meinung nach bleibt der Krieg für den Moment bestimmend für den Handelsverlauf und ist auch entsprechend zu berücksichtigen. Wir sind der Meinung, dass man sich nicht allzu sehr auf ein rasches Ende des Konfliktes verlassen sollte und empfehlen daher eher defensive Werte, die vor allem in Schwächephasen Outperformance zeigen. Dies umso mehr, als der makroökonomische Datenkranz zuletzt eher enttäuschte. Andererseits kann sich das Bild auch relativ schnell wandeln, weshalb man die sog. „high beta Aktien“, also z.B. zyklische Werte, zumindest beimischen sollte. Ganz grundsätzlich gehen wir von einem Anhalten der Volatilität aus, weshalb sich an unserer neutralen Einstellung dem Markt gegenüber auch im 2. Quartal nichts geändert hat.

Asset Allocation
Im bisherigen Verlauf des heurigen Jahres waren an den internationalen Aktienmärkten weiterhin größtenteils Kursrückgänge zu verbuchen. Die mit Kriegsbeginn von vielen Marktteilnehmern erwartete Aufwärtsbewegung an den Börsen trat mit dem Ultimatum an den Irak etwas früher ein und fiel sehr kräftig aus. Mit Anhalten der Kampfhandlungen trat dann aber wieder Ernüchterung ein. Der weitere kurzfristige Verlauf wird unserer Ansicht nach sehr von Meldungen über das Kriegsgeschehen abhängen. Aus diesem Grund bleiben wir aktuell unserer neutralen Gewichtung mit 57  Prozent Anleihen, 40  Prozent Aktien und 3  Prozent Cash treu. 

Anleihen
Unsere Anleihenallokation bleibt gegenüber dem Vorquartal unverändert. Wir erwarten weiterhin keinen stärkeren Rückgang des Euro-Kurses gegenüber dem US-Dollar und bleiben aus diesem Grund mit einem Anteil von 92  Prozent in Euroland übergewichtet. UK bleibt mit 3  Prozent und Rest Europa (inkl. CEE) mit 5  Prozent gewichtet. USA, Japan und sonstige Länder bleiben bei 0  Prozent. Rest-Europa bedeutet derzeit Anleihen in den Währungen Dänenkronen, Schwedenkronen, Norwegerkronen und Schweizer Franken sowie Währungen aus dem CEE-Raum (via Fonds).
 
Aktien
Der Anteil in UK wird von 11  Prozent auf 9  Prozent reduziert. Als Gründe hierfür nennen wir die Anzeichen einer Überhitzung am Immobilienmarkt und eventuelle politische Spannungen aufgrund der Kriegsbeteiligung Großbritanniens.

Im Gegenzug wird die Gewichtung der Sonstigen Länder um 2  Prozent auf 7  Prozent erhöht. Rest Europa bleibt mit 3  Prozent, die USA mit 56  Prozent und Japan mit 10  Prozent gegenüber dem Vorquartal unverändert.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Tel. +43 (01) 33 147 DW 5403;  E-Mail: monika.rosen@amg.co.at