22.01.2003

Verlage und Druckereien stagnieren 2002 auf hohem Niveau

Branchenbericht der Bank Austria Creditantalt Konzernvolkswirtschaft:

  • Nationalratswahlkampf konnte schwache Werbekonjunktur nicht wettmachen.
  • Stärkere Nachfrage bei stabilem Wirtschaftswachstum ab 2003.

Der Branchenumsatz der österreichischen Verlage und Druckereien ist 2002 voraussichtlich stagniert. Im Jahr davor konnte mit rund 3,7 Milliarden Euro noch ein kräftiges Plus von 7,9 Prozent erzielt werden. Zu diesem Ergebnis kommt Günter Wolf im aktuellen Branchen-bericht der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) Konzernvolkswirtschaft. Die Ursache dafür ist die schwächere Werbekonjunktur, die auch der Nationalratswahlkampf nicht mehr vollständig wettmachen konnte.

Rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes der Druckereien von zuletzt rund 1,6 Milliarden Euro sind von Werbeausgaben abhängig. In den 90er-Jahren profitierte die Sparte von kräftigen Zuwächsen bei den Werbeausgaben. Im Verlauf des Jahres 2001 hat sich die Werbefreudig-keit jedoch rasch abgekühlt. Dem rückläufigen Werbeaufwand im Printbereich standen dabei anhaltende Steigerungen in der Direktwerbung, bei klassischen Prospekten und Plakaten gegenüber. Sicher ist, so Günter Wolf von der BA-CA, dass das österreichische Verlags- und Druckereigewerbe 2002 im Gegensatz zu Deutschland von der „größten Krise des Jahrzehnts“, wie es das deutsche Verlagsgewerbe bezeichnet, verschont geblieben ist.

Die Stabilisierung des Wirtschaftswachstums beziehungsweise des privaten Konsums auf einem Niveau von 1,5 bis 2 Prozent ab diesem Jahr wird auch die Ausgaben für Werbung und die Nachfrage nach Büchern und Printmedien wieder anregen. So rechnet beispielsweise Pricewaterhouse Coopers europaweit bei den Ausgaben für Printmedien und Bücher mit einem jährlichen Plus von 2 Prozent bis 2006. Österreichische Verlage werden allerdings von der Nachfragestabilisierung nicht nennenswert profitieren, vor allem wegen ihrer schwachen internationalen Konkurrenzfähigkeit. Auf jeden Fall wird sich die Erholung der Werbekonjunktur positiv auf die Umsätze heimischer Printmedien und Druckereien auswirken.


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