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11.12.2003

BA-CA-Studie: Einführung einer Flat Tax in der Slowakei

  • Einheitlicher Steuersatz von 19 Prozent ab Jänner 2004
  • Positive Effekte durch Vereinfachung des Steuersystems
  • Spielraum für Verringerung der Gesamt-Steuerbelastung eher gering

Am 4. Dezember hat das slowakische Parlament die Einführung einer Flat Tax beschlossen.  Demnach werden ab 1. Jänner 2004 sämtliche Einkommen mit 19 Prozent statt wie bisher mit 10 bis 38 Prozent besteuert. Die Slowakei ist damit das fünfte Land in Zentral- und Osteuropa mit einem einheitlichen Steuersatz. Vorreiter bei der Einführung einer Flat Tax in Zentral- und Osteuropa waren Estland und Litauen im Jahr 1994, gefolgt von Lettland 1995 und Russland im Jahr 2001.

Die Einführung einer Flat Tax ist entsprechend einer aktuellen Studie der BA-CA Volkswirtschaft vor allem in Hinblick auf die Vereinfachung des Steuersystems zu begrüßen. Negative Begleiterscheinungen sind allerdings nicht auszuschließen. „Angesichts der Notwendigkeit, bestehende Budgetdefizite zu reduzieren, ist der Spielraum für eine Steuersenkung eher gering“, so Hans Holzhacker, Osteuropa-Experte der BA-CA. Die Flat Tax führt zu einer Verringerung der Einnahmen aus der Einkommensteuer für den Staat. Die slowakische Regierung schätzt den Ausfall auf 1,8 Prozent des BIP. Der Verlust muss durch Mehreinnamen bei Verbrauchssteuern auf Alkohol, Tabak und Mineralöl sowie eine Abschaffung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf Nahrungsmittel und andere wichtige Güter des Alltagskonsums kompensiert werden. Das dürfte nicht ohne soziale Härten abgehen.

„Das slowakische Modell kann nicht ohne weiteres unkritisch von anderen Ländern übernommen werden“, sagt Marianne Kager, Chefökonomin der BA-CA. Zu beachten sei neben sozialen Auswirkungen vor allem die effektive Steuerbelastung. Berechnungen der BA-CA haben ergeben, dass die Differenz zwischen der Slowakei und Österreich bei der effektiven Besteuerung von Durchschnittseinkommen nicht so groß ist wie die unterschiedlichen Steuersätze vermuten lassen: Bei einem Brutto-Monatseinkommen von 15.500 Kronen (rund 370 Euro) wird der effektive Steuersatz in der Slowakei 2004 bei zwei Verdienern und einem Kind 5,6 Prozent ausmachen. In Österreich beträgt die Lohnsteuer bei einem Brutto-Monatseinkommen von 1.230 Euro ohne Alleinverdienerabsetzbetrag 6,4 Prozent des Einkommens.

Bei der Beurteilung der Steuerbelastung ist darüber hinaus die Qualität der daraus finanzierten öffentlichen Güter (Rechtswesen, Bildungs- und Gesundheitswesen, Infrastruktur) zu beachten. Im allgemeinen gilt, dass sich Länder mit einem höheren BIP pro Kopf auch eine bessere Versorgung mit öffentlichen Gütern leisten können.

„Nominelle Steuersätze allein machen noch kein Steuerparadies“, betont Kager. Die BA-CA-Experten gehen daher nicht davon aus, dass österreichische Unternehmen aus Steuergründen vermehrt in die Slowakei abwandern werden. „Die Länder Zentral- und Osteuropas sind als Wachstumsmarkt und wegen allgemein günstiger Produktionskosten attraktiv für ausländische Investitionen, die Steuern sind in der Regel aber nicht das Hauptmotiv für Betriebsansiedlungen“, so BA-CA-Experte Holzhacker.

Bei der Gesamt-Steuerbelastung liegen die Länder Zentral- und Osteuropas im gleichen Feld wie ihre Hauptkonkurrenten in der EU, nämlich Irland, Portugal und Griechenland. Die vergleichsweise geringste Steuerbelastung weisen die baltischen Staaten, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine mit durchschnittlich 29 Prozent auf. Die Tschechische Republik, Ungarn und Slowenien belegen mit rund 39 Prozent die hinteren Plätze.

Einführung der Flat Tax

Land Datum der
Einführung
Flat Tax-
Satz
Einkommen-
steuersätze vor
Einführung
Estland 1994 26% 16%-33%
Litauen 1994 33% 18%-33%
Lettland 1995 25% 25%-35%
Russland 2001 13% 12%-30%
Ukraine 2004 13% 10%-40%
Slowakei 2004 19% 10%-38%
Polen 2005* 18%* 19%-40%

* in Diskussion
Quelle: BA-CA Konzernvolkswirtschaft

  Tabelle: Steuerbelastung und Steuersätze in Zentral- & Osteuropa und vergleichbaren EU-Ländern


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations
Edith Holzer, Tel. +43 (0)5 05 05-57126 ;
E-Mail: edith.holzer@ba-ca.com