24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard (Debitkarte) – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
13.02.2003

Staatsanleihen geben ihr Schattendasein endgültig auf

  • Renten werden durch Kriegsängste und schwache Konjunktur unterstützt.
  • Weitere Festigung des Euro gegenüber US-Dollar in Sicht.

Das Umfeld für Staatsanleihen ist momentan besonders günstig. Kriegsängste, die schwache Konjunktur, niedrige Inflation, langfristige Portfolio-Umschichtungen zu Lasten von Aktien und strukturelle Schwächen der US-Wirtschaft wirken unterstützend für den Anleihemarkt. Auch die Emerging Markets bieten derzeit attraktive Perspektiven, so die Zins- und Währungsanalysten der Bank Austria Creditanstalt.

Die langfristigen Renditen von Staatsanleihen in der Eurozone erreichten auf Grund des Irak-Konfliktes ein besonders niedriges Niveau. So hat etwa die 10jährige österreichische Bundesanleihe mit 4,05% einen vergleichbaren Tiefstand seit den Emerging Markets-Krisen 1998/1999 nicht erlebt. „Diesmal sollte jedoch das günstige Umfeld die üblicherweise nach einem derartigen Zinstief zu erwartenden kräftigen Kursverluste bei Staatsanleihen verhindern“, erklärte Gerhard Winzer, Leiter des Fixed Income Research Major Markets.

Irak-Konflikt drückt auf Renditen
Kurzfristig könnten bei einem Irak-Krieg die Renditen weiter zurückgehen. Der Euro könnte gegenüber dem US-Dollar über die Marke von 1,10 und gegenüber dem Yen über 130 steigen. Bei einem Rückgang der Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Nahost wird das hohe Kapital, das wegen Flucht in den Rentenmarkt geflossen war, in Aktien umgeschichtet werden. Die daraus resultierenden Renditeanstiege und ein schwächerer Euro wären jedoch nicht nachhaltig.

Mittelfristig (12 Monate) sollte sich der Rentenmarkt weiterhin positiv entwickeln. Die schwache Konjunktur und die rückläufige Inflationsrate sowie die restriktive Fiskalpolitik und der feste Euro üben einen dämpfenden Einfluss auf die Wirtschaft aus. Weitere Zinssenkungen durch die EZB sind im Laufe dieses Jahres wahrscheinlich. Die BA-CA Analysten erwarten eine Senkung des Leitzinssatzes im zweiten Quartal um mindestens 25 Basispunkte auf 2,5%. Insgesamt sollte die 10jährige Rendite um nur 40 Basispunkte auf 4,5% im 12 Monatshorizont ansteigen.

Auch die langfristigen Faktoren sprechen für ein nachhaltig konstruktives Umfeld für Anleihen. Einerseits verkleinern institutionelle Investoren die Aktienanteile in Portfolios zugunsten von Anleihen. Andererseits weisen die USA Ungleichgewichte auf, die gegen einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung in den kommenden Jahren sprechen. Das im nächsten Jahr zu erwartende hohe US-Leistungsbilanzdefizit von USD 500 Mrd. dürfte zudem für eine nachhaltige Abschwächung des US-Dollars gegenüber dem Euro sorgen.

Emerging Markets Bonds emanzipierten sich
Anleihen aus den Emerging Markets erwiesen sich zuletzt als Renner. Wer zu Beginn des vierten Quartals in Emerging Markets-Anleihen investierte, verzeichnet bis dato einen Gewinn von 12 Prozent. Die Bonds in diesen Ländern haben sich mittlerweile von den entwickelten Märkten abgekoppelt. Auf der Suche nach renditestarken Papieren akzeptieren Investoren das Risiko, das Emerging Markets Bonds im Gegensatz zu Anleihen aus entwickelten Märkten immer bergen. Ein weiterer Grund für die starke Performance von Emerging Markets-Anleihen sind zunehmend bessere Indikatoren sowie Nachrichten über die wirtschaftliche Entwicklung (z.B. Brasilien) und die niedrigen Zinsniveaus in den G7-Ländern.

Die aktuell hohe Nachfrage nach Emerging Markets Anleihen lässt darauf schließen, dass sich ein möglicher Krieg gegen den Irak auf Staatsanleihen mit guten Fundamentaldaten nicht ernsthaft auswirken wird. „Demzufolge sind Anleihen aus diesen Märkten weiterhin interessant“, bestätigt Martin Blum, Leiter des EEMEA Markets Research der BA-CA.

Lokale Anleihen haben sich gut gehalten
Emerging Markets Anleihen in Lokalwährung werden weiterhin durch das Thema EU-Annäherung unterstützt. Niedrige Inflationsraten in der Tschechischen Republik und in Polen wirken sich ebenfalls positiv aus. Nicht zu unterschätzen ist hier aber das Währungsrisiko, das sich gerade im ersten Quartal 2003 wieder bemerkbar machte. Vor allem privaten Anlegern wird hier zur Vorsicht geraten.

Empfehlungen
Hartwährungen: In den entwickelten Märkten empfehlen die BA-CA Analysten Staatsanleihen, die in Euro denominiert sind und eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren aufweisen. Österreich, die Niederlande, Finnland und Belgien bestechen dabei durch ihre vergleichsweise solide Budgetpolitik. Als Beimischung sind auch langlaufende schwedische Staatsanleihen attraktiv (45 Basispunkte über Österreich) die durch einen möglichen EWU-Beitritt Schwedens mit zusätzlichem Kurspotenzial ausgestattet sind.

Emerging Markets: Ungarische Staatsanleihen in Forint mit dreijähriger Laufzeit können für einen Kauf in Betracht gezogen werden. Die Anleiherenditen weisen den höchsten Stand in Mittel- und Osteuropa auf und kurzfristig erwarten die Analysten der BA-CA einen Rückgang. Die Volatilität gegenüber dem Euro bedeutet allerdings ein immanentes Risiko.

Mit dem Kauf von polnischen Staatsanleihen können Investoren noch zuwarten. Der Kurs des Zloty gegenüber dem Euro sollte sich voraussichtlich noch abschwächen. Sobald der Kurs über 4,25 liegt, können Staatsanleihen in PLN mit zweijähriger Laufzeit in Betracht gezogen werden.

Unter den Eurobonds aus den Emerging Markets empfiehlt die BA-CA bulgarische, kroatische und russische Papiere. Im Fall Bulgariens und Kroatiens hat der Markt bisher der Verbesserung der fundamentalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der zügigen Annäherung an die EU noch nicht voll Rechnung getragen. Russische Papiere profitieren von der anhaltend guten wirtschaftlichen Lage, der nicht zuletzt von den hohen Ölpreisen unterstützten finanziellen Konsolidierung des Landes sowie von der Erwartung einer weiteren Hinaufstufung im Länder-Rating (in Richtung Investment Grade-Rating).


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt 
Veronika Fischer-Rief, Tel.: 050505 DW 82833; E-Mail: veronika.fischer-rief@ba-ca.com