03.03.2003

BA-CA EinkaufsmanagerIndex im Februar: Erste Erholungszeichen

  • Inlandsaufträge kompensieren Schwäche bei Auslandsaufträgen
  • Beschäftigung weiter rückläufig
  • Neuerliche Rezession:  Wahrscheinlichkeit unter 50 Prozent


Wie schon im Jänner, hat sich der BA-CA EinkaufsmanagerIndex auch im Februar verbessert. Er stieg von 50,2 auf 51,3. Erneut sind es die gestiegenen Inlandsaufträge bei weiterhin rückläufigen Auslandsaufträgen, welche die Industriekonjunktur langsam wieder beleben. „Nach einer langen Phase der Stagnation zeigt die Industrie erste Erholungszeichen“, so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt
(BA-CA). Den steigenden Aufträgen aus dem Inland entsprechend, melden die Einkaufsmanager auch eine steigende Industrieproduktion.
 
Weiterhin rückläufig sind die Aufträge aus dem Ausland. Obwohl sich das Tempo des Rückganges verringert hat, erhält Österreichs Industrie kaum Impulse aus dem Ausland. „In das Bild der verhaltenen Erholung passt auch die weiterhin auf Abbau gerichtete Beschäftigungspolitik“, so Stefan Bruckbauer von der BA-CA: „Der Nachfrageanstieg ist noch zu schwach, als dass er Ausweitungen bei den Kapazitäten bewirken könnte.“
 

Nach Meinung der BA-CA Ökonomen zeichnet sich derzeit für Österreichs Konjunktur ein Bild ab, das nicht untypisch für die konjunkturelle Trendwende ist. Die Stimmung in der Industrie steigt oft bereits ein oder zwei Quartale vor einer Erholung auf breiter Front – während der Stimmungswandel der Konsumenten meist nachfolgt. 

„Nach mehr als zweijähriger Stagnation der Industriekonjunktur gibt der BA-CA EinkaufsmanagerIndex Anlass zur Hoffnung“ so Kager.  „Viele weitere Faktoren wie die Unsicherheit aufgrund des Irakkonfliktes, die weltweit deutlich gesunkene Konsumentenstimmung und die Aufwertung des Euro mahnen jedoch zur Vorsicht: Wir wissen noch nicht, wie nachhaltig der derzeitige Aufwärtstrend ist.“ Dementsprechend erwarten die Ökonomen der BA-CA auch erst für die zweite Jahreshälfte eine stärkere Belebung der gesamten Wirtschaft in Österreich. „Mit einem Wachstum von nur 1,2 Prozent bleibt die österreichische Konjunktur 2003 bescheiden. Trotz großer Unsicherheiten liegt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Eintauchens in die Rezession derzeit aber unter 50 Prozent“ umschreibt Bruckbauer die weiteren Konjunkturerwartungen der BA-CA Ökonomen.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum in der Sachgütererzeugung gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

 Die Charts zur Presseaussendung finden Sie rechts unter Download.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com