14.02.2003

Polnische BA-CA Tochter steigert Gewinn um 87 Prozent

  • Die BPH PBK konnte trotz Integrationsarbeiten den Gewinn fast verdoppeln.
  • Position im Privatkundengeschäft stark ausgebaut.
  • Zusammenschluss von BPH und PBK weitgehend abgeschlossen.

 Die polnische Tochterbank der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die Bank Przemyslowo-Handlowy PBK (BPH PBK), hat den Gewinn vor Steuern laut International Accounting Standards (IAS) im Jahr 2002 um 87 Prozent auf 434 Millionen PLN (107,8 Mio Euro) nach 232,3 Millionen PLN im Jahr 2001 gesteigert. Das Ergebnis konnte trotz schwierigem wirtschaftlichen Umfeld und des Integrationsprojektes von BPH und PBK in Polen erzielt werden. Martin Grüll, BA-CA-Bereichsvorstand im Geschäftsfeld CEE: „Das Ergebnis in Polen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es steckt noch viel Potential in der BPH PBK.“

Zwar sank der Zinsüberschuss der BPH PBK aufgrund der schwachen Marktlage um 11 Prozent auf 1,8 Milliarden PLN (2001: 2,02 Milliarden PLN). Dieser Rückgang konnte allerdings durch ein Plus von 37 Prozent auf 808 Millionen PLN (2001: 591 Millionen PLN) bei den Provisionserträgen kompensiert werden. Die Kreditrisikovorsorgen lagen bei 501 Millionen PLN (2001: 665 Millionen PLN) um 25 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die Betriebserträge nach Risikovorsorgen sanken um drei Prozent auf 2,1 Milliarden PLN.

Auf der Kostenseite zeigt sich bereits der Erfolg der Integrationsarbeiten: Der Verwaltungsaufwand der BPH PBK sank um fünf Prozent auf 1,78 Milliarden PLN (2001: 1,87  Milliarden PLN). Die Bank erzielte ein Betriebsergebnis von 360 Millionen PLN und lag damit um13 Prozent über Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern stieg wie erwähnt um 87 Prozent auf 434 Millionen PLN. Der ROE vor Steuern lag bei 8,5 Prozent (2001: 4,6 %). Die Cost Income Ratio betrug 67 Prozent (2001: 66 Prozent). Grüll: „Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, im Jahr 2003 haben wir uns einen zweistelligen ROE zum Ziel gesetzt.“ 

Die Bilanzsumme der BPH PBK lag bei 44 Milliarden PLN (11 Milliarden EUR), um 0,5 Prozent unter dem Jahr 2001. Das Eigenkapital blieb mit 5 Milliarden PLN auf dem Niveau des Vorjahres.

Position in Privatkundengeschäft ausgebaut
Die BPH PBK hat im Jahr 2002 ihre starke Position im Privatkundengeschäft weiter ausgebaut.  Sowohl im Einlagen- als auch im Kreditgeschäft konnte die Bank Marktanteile in den ersten drei Quartalen 2002 gewinnen: bei den Einlagen von 9,7 auf 9,8 Prozent, bei den Krediten von 8,2 auf 8,8 Prozent. Einen besonders starken Zuwachs verzeichnete die BPH PBK bei Hypothekarkrediten: Zwischen Jänner und September betrug der Zuwachs 45 Prozent. Mit einem Ausleihungsvolumen von knapp 2,9 Milliarden PLN hält die Bank 14,6 Prozent Anteil am Gesamtmarkt.

Auch das Kartengeschäft entwickelt sich sehr gut: So konnte die BPH PBK durch ein neues Kreditkartenprogramm in den vergangenen sechs Monaten 25.000 neue Kreditkartennutzer dazugewinnen. Insgesamt hat die Bank 1,3 Millionen Karten ausgegeben. Die Privatkundenanzahl der BPH PBK beträgt 2,7 Millionen Kunden. Bis 2005 will die Bank  weitere 500.000 Kunden dazu gewinnen.

Das Filialnetz der Bank wurde im Zuge der Integrationsarbeiten auf 560 Zweigstellen gestrafft und  Überlappungen damit bereinigt. Im Firmenkundengeschäft setzte die BPH PBK mit der Schaffung von 27 Corporate Centers neue Akzente. Durch die Neuausrichtung auf eine kundenorientiertere Struktur erzielte die Bank bereits erste Erfolge. Der Marktanteil im Einlagengeschäft stieg in den ersten drei Quartalen 2002 von 9,6 auf 10,5 Prozent. Laut neuester Umfrage der Marketing Research Agency rangiert die BPH PBK im Geschäft mit den 500 größten Unternehmen Polens auf Platz 2 hinter der staatlichen PKO BP.

Fusion zwischen BPH und PBK weitgehend abgeschlossen
Die Fusion zwischen BPH und PBK zur BPH PBK ist mit der Zusammenlegung der IT-Systeme am 16. Oktober weitgehend abgeschlossen worden. Das IT-Projekt wurde in Rekordzeit von nur 12 Monaten abgewickelt. Durch die Integration der beiden Banken erwartet sich die BA-CA ab 2004 Einsparungen in der Höhe von rund 70 Millionen Euro pro Jahr. 20 Millionen Euro davon direkt aus Synergien der IT-Zusammenlegung. Der Personalabbau befindet sich im Zeitplan. Von den angekündigten 4.100 Mitarbeitern sind bereits rund 3.500 abgebaut worden. Derzeit sind in der BPH PBK 12.089 Mitarbeiter beschäftigt.

Weitere Fokussierung auf die Kernbereiche der Bank 
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die BPH PBK von Randaktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, getrennt. Die Bewachungsgesellschaft „Ochrona“ wurde gegen Ende des Jahres verkauft. Der Verkauf des 20 Prozent-Anteils an der Bankkartenfirma „Polcard“ liegt kurz vor einem Abschluss. Die BPH PBK prüft derzeit eine Integration der auf die Finanzierung des Landwirtschafsektors konzentrierten Genossenschaftsbank Spółdzielczy Bank Rozwoju “Samopomoc Chłopska” (“SBR”). Was die Mehrheitsanteile der schlesischen Górnośląski Bank Gospodarczy SA (“GBG”) - eine auf Autofinanzierungen spezialisierte Lokalbank, - laufen derzeit Gespräche mit potenziellen Käufern.

Die BPH PBK ist Polens drittgrößte Bank. Mit einer Bilanzsumme von 11 Milliarden Euro hält sie etwa zehn Prozent Marktanteil am Gesamtmarkt. Damit stellt die BPH PBK das größte Investment eines österreichischen Unternehmens in Polen, einem Markt von knapp 40 Millionen Einwohnern, dar.

Die BA-CA ist Mitglied der HVB Group. Innerhalb der HVB Group ist sie für die Märkte Mittel- und Osteuropas verantwortlich, wo sie seit den 90er Jahren eine gezielte Expansionsstrategie
verfolgt. Sie ist mit einer Bilanzsumme von rund 150 Milliarden Euro die mit Abstand größte Bankengruppe Österreichs. Mit etwa 900 Filialen in 15 Ländern betreibt die Gruppe das größte Netzwerk in Mittel- und Osteuropa. Dazu kommen die Niederlassungen der CA IB und der BA-CA Leasing, die ebenfalls in fast allen Ländern der Region aktiv sind.  Für ihr Engagement in Der Region wurde sie im Sommer von den britischen Fachzeitschriften Euromoney und The Banker als „beste Bank in Osteuropa“ und „Bank des Jahres in Osteuropa“ ausgezeichnet.

Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations
Peter N. Thier, Tel. 050505 DW 57126; E-Mail: peter.thier@ba-ca.com 

Mehr Informationen über die Bank auf der Website der BPH PBK: www.bphpbk.pl