24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
18.12.2003

Anleihen: Die Party ist vorbei

  • Staatsanleihen verloren zuletzt an Attraktivität
  • Euro langfristig noch fester
  • CEE Märkte unter dem Eindruck von Euro und Dollar

Mit den deutlicher werdenden Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung sind die Zeiten hoher Erträge bei Staatsanleihen vorbei. Anleger müssen sich nun wieder mit durchschnittlichen Niveaus zufrieden geben. Dem Euro steht nach Ansicht des Zins- und Währungsresearch der Bank Austria Creditanstalt eine weitere Stärkung gegenüber dem US-Dollar bevor. 

Anleihen jetzt weniger attraktiv

„Die fetten Jahre bei den Anleihen sind vorbei“, erklärte Gerhard Winzer, Leiter des Zins- und Währungsresearch Major Markets. In den vergangenen drei Jahren konnten Investoren immerhin 9% durchschnittlichen Jahresertrag mit Euro-Renten erwirtschaften. Für Winzer allerdings kein Grund für Pessimismus: „Auf die Hausse wird keine Baisse folgen, da die Renditeanstiege im historischen Vergleich nur moderat ausfallen sollten.“

Mit dem moderaten wirtschaftlichen Aufschwung wird es nun auch wieder zu Zinserhöhungen kommen, wenn auch nur zögerlich. Die rückläufigen Inflationsraten sprechen jedenfalls gegen harte Maßnahmen seitens der Zentralbanken, insbesondere in der Eurozone.

Euro erfährt Druck nach oben

Die europäische Einheitswährung ist einem Festigungsdruck ausgesetzt, es besteht sogar die Gefahr des Überschießens. Bestimmend für die weitere Entwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem Yen ist die Frage, wie ausbalanciert die Abschwächung des Dollars gegenüber Euro und Yen sein wird. Während für den Dollar Zwischenspurts auf bis zu 1,10 EUR durchaus vorstellbar sind, bleiben die Langfristziele von 1,25 (Ende 2004) und 1,40 (2005) aufrecht.

Gegenüber dem Yen hat sich der Euro ebenfalls wieder gefestigt, das Wechselkursrisiko bleibt aber erheblich. Dagegen erwarten die BA-CA Analysten beim Schweizer Franken eine vergleichsweise stabile Entwicklung im Verhältnis zum Euro.

Für Unternehmen mit hohem Dollar-Risiko wäre ein Kurs von 1,10 EUR ein klares Signal, erneut über Dollar-Absicherungen nachzudenken. Darüber hinaus haben Unternehmen bereits begonnen, ihre Verbindlichkeiten von variablen in fixe Finanzierungen zu drehen.

US- und Euroland-Trends wirken sich auf CEE-Märkte aus

Die Entwicklungen in den USA und in Euroland werden die CEE-Rentenmärkte und Währungen beeinflussen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Vor allem Anleihen in lokaler Währung mit längerer Laufzeit sollten auf den Anstieg der Euroland-Renditen reagieren. Am kurzen Ende wird sich der Einfluss insbesondere bei Anleihen in tschechischen Kronen bemerkbar machen, während Zloty- und Forint-Papiere relativ immun sein dürften.

Auf der Währungsseite treffen die Euro/Dollar-Schwankungen vor allem den Kurs des Zloty gegenüber dem Euro, während die tschechische und die slowakische Krone sowie der Forint nur marginal betroffen sein sollten. Für den Rubel hingegen, der sich am US-Dollar orientiert, sind die Entwicklungen der Leitwährungen von größerer Bedeutung. Gegenüber dem Euro dürfte der Rubel daher auch im nächsten Jahr hohe Volatilität aufweisen.

Der Renditeanstieg in den USA und im Euroland wird auch bei den Eurobonds zentral- und osteuropäischer Emittenten entsprechende Ertragseinbußen nach sich ziehen. Martin Blum, Leiter des EEMEA-Zins- und Währungsresearch der BA-CA, betont daher, dass Investoren nur Eurobonds von Emittenten in Betracht ziehen sollten, deren ökonomische Fundamentaldaten sich 2004 verbessern.

Lokale Einflüsse

Die CEE-Märkte werden auch von den lokalen wirtschaftlichen Entwicklungen maßgeblich geprägt sein. Vor allem drei Faktoren werden für Anleiheinvestoren in der Region wichtig sein:

Erstens die beginnende monetäre Restriktion in Polen und Tschechien als Folge der Inflationsbeschleunigung und der steigenden Kapazitätsauslastung.
Zweitens die erwartete Stabilisierung in Ungarn auf Basis der sich langsam verbessernden Zahlungsbilanzdaten, wodurch das Vertrauen der Investoren wieder zunehmen sollte.
Und drittens die Fortsetzung des Reformprozesses in Bulgarien, Rumänien, Russland und der Türkei.

Empfehlungen

Leitwährungen: Im Hinblick auf die Gefahr einer Dollar-Abschwächung empfehlen die BA-CA Analysten bei neuen Investments weiterhin auf Euro-denominierte Papiere zu setzen. Erst bei 1,40 EUR/USD werden USD-Anleihen wieder attraktiv. Aufgrund der moderaten Renditeanstiege sind Laufzeiten von bis zu fünf Jahren zu bevorzugen, um dann bei einer 10jährigen Rendite von über 4,75% die Laufzeiten wieder zu verlängern.

Zentral- und Osteuropa: Angesichts der erwarteten Zinssteigerungen in den USA und in Westeuropa sowie der wirtschaftlichen Risiken in der Region rät Blum Investoren generell zu Vorsicht. Er empfiehlt vor allem kurzfristige Anleihen in Polen und Russland um am Renditeabstand gegenüber US- und Eurolandemissionen zu partizipieren und, im Falle Polens, auch von der unterbewerteten Währung. In Ungarn bieten Titel mit mittleren und selbst längeren Laufzeiten Chancen, wobei jedoch zuerst die Verbesserung der Zahlungsbilanzdaten in den ersten Monaten des neuen Jahres abgewartet werden sollte.

Am langen Ende hält Blum rumänische EUR-Eurobonds für attraktiv, um an den sich verbessernden Wirtschaftsaussichten des Landes auf seinem Weg zum EU-Beitritt zu partizipieren.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  International Markets
Veronika Fischer-Rief, Tel.: 050505 DW 82833; E-Mail: veronika.fischer-rief@ba-ca.com