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21.02.2003

US-Aktienmarkt am Vorabend des Krieges

News aus dem Asset Management der Bank Austria Creditanstalt:

Langfristig Fundamentaldaten entscheidend

Der amerikanische Aktienmarkt ist im Moment stark auf die geopolitische Lage fokussiert – wohl auch in Ermangelung anderer Themen. Die Berichtsaison für das 4. Quartal 2002 ist weitgehend abgeschlossen und obwohl die Mehrzahl der Unternehmen die Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen hat, war der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr mehrheitlich verhalten. Die Wirtschaftsdaten unterstützen das Szenario einer langsam Platz greifenden Erholung, geben darüber hinaus aber kaum Grund für zusätzliche Euphorie. Und die Schätzungen für das Gewinnwachstum im laufenden 1. Quartal 2003 werden doch wieder deutlich zurückgenommen.

War der Konsensus der Analysten Anfang Jänner noch von einem Gewinnwachstum von fast 12 Prozent im 1. Quartal ausgegangen, so hat sich die Schätzung mittlerweile auf 7,6 Prozent ermäßigt. Hier liegt also die Befürchtung nahe, das Szenario von 2002 könnte sich wiederholen: Auch da hatte man auf eine Erholung in der Konjunktur und somit in den Unternehmensgewinnen im Jahresverlauf gesetzt, musste dann aber zur Kenntnis nehmen, dass diese Erwartungen doch zu hoch gegriffen waren. Heuer sorgt der drohende Konflikt mit dem Irak für Unsicherheit und Zurückhaltung in der Investitionstätigkeit, und vor diesem Hintergrund wird die erwartete Erholung in die 2. Jahreshälfte verschoben.

Rechnet man in den ersten beiden Quartalen mit Gewinnzuwachsraten um die 7 Prozent, so sind es für das dritte Quartal bereits 15 Prozent und für das 4. Quartal gar 22 Prozent. Das erste Halbjahr ist aber noch eindeutig von Themen wie Irak-Konflikt, Nordkorea, Terrorwarnungen und hohem Ölpreis gekennzeichnet. Solange in der Irak-Frage keine Lösung in Sicht ist, wird der Markt wohl unsicher bleiben – mit den bisher gesehenen Konsequenzen. Aktien sind unter Druck bzw. können nicht nachhaltig rallieren, die Flucht in Staatsanleihen hält an, Rohstoffe wie Öl und Gold bleiben gefragt. Die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet mit Beendigung des Krieges dann steigende Aktienkurse, weil ein großer Unsicherheitsfaktor ausgeräumt sei. Es gilt aber zu bedenken, dass politische Börsen bekanntermaßen kurze Beine haben und die konjunkturelle Lage nach dem Krieg für die weitere Performance der US-Börse von entscheidender Bedeutung sein wird.

Die landläufige Annahme, mit Ende des Krieges käme eine kräftige Kurserholung, kann auch falsch sein. Studien haben gezeigt, dass langfristig immer die Fundamentaldaten über die Kursentwicklung entscheiden. Sollten die US-Wirtschaft und mit ihr die Unternehmens-gewinne nach Lösung des Konflikts nicht in dem erhofften Ausmaß anspringen, dann würde wohl auch nichts aus der allseits erwarteten Erleichterungsrallye.

In jedem Fall dürften die politischen Unwägbarkeiten den Markt noch eine ganze Weile belasten und vorerst allzu deutliche Kursavancen wohl eher bremsen. Darüber hinaus gilt es abzuwarten, inwieweit sich die beginnende wirtschaftliche Erholung im Jahresverlauf weiter festigen kann. In einem solchen Fall sollte dann auch wieder Platz für steigende Aktienkurse sein.


Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Bereichsleiterin Research,
Tel. + 43 (1) 33 147 DW 5403; e-mail: monika.rosen@amg.co.at