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23.07.2003

Slowakei erfolgreich auf EU-Kurs

  • Slowakisches Wirtschaftswachstum hoch
  • Österreich ist drittgrößter Direktinvestor
  • Leistungsbilanzdefizit und Arbeitslosenquote gesenkt

Im Mai dieses Jahres stimmten 92,5 Prozent der Slowaken beim EU-Referendum mit "Ja". Damit ist gesichert, dass das Land im Mai 2004 der EU beitreten wird. Die Slowakei kann im Vorfeld ihres Beitritts zur Europäischen Union auf eine erfreuliche Wirtschaftsentwicklung verweisen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal 2003 um 4,1 Prozent. Im Gesamtjahr 2002 betrug das BIP-Wachstum 4,4 Prozent. Die slowakischen Exporte von Gütern und Dienstleistungen überstiegen im ersten Quartal erstmals seit dem Vergleichszeitraum 1995 die Importe und sind Treiber des hohen Wirtschaftswachstums. "Für das Jahr 2003 rechnen wir für die Slowakei trotz eines schwierigen internationalen Umfelds mit einem weiterhin hervorragenden BIP-Wachstum von 3,7 Prozent, nachdem schon 2002 beachtliche 4,4 Prozent erzielt wurden", meint Marianne Kager, Chefökonomin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Wichtiger Wirtschaftspartner für Österreich
Für Österreich ist die Slowakei ein bedeutender Wirtschaftspartner: Im Jahr 2002 erreichten die österreichischen Exporte in die Slowakei ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der österreichischen Ausfuhren in die Slowakei ist seit 1994, dem ersten Jahr nach der Auflösung der Tschechoslowakei, von 0,9 Prozent auf 1,4 Prozent der gesamten österreichischen Exporte gestiegen. Österreich ist außerdem mit 15 Prozent aller Investitionen der drittgrößte Direktinvestor in der Slowakei. Vor Österreich liegen nur Deutschland mit 26 Prozent und Holland mit 17 Prozent.

Arbeitslosigkeit und Leistungsbilanzdefizit rückläufig
Die Arbeitslosenquote betrug im Mai 2003 nur mehr 14,8 Prozent. Im Mai 2002 hatte sie noch 17,7 Prozent betragen. Zurückzuführen ist das vor allem auf eine höhere Beschäftigung im Dienstleistungssektor.
Eine positive Entwicklung war auch beim Leistungsbilanzdefizit zu verzeichnen: Im ersten Quartal 2003 schrumpfte es auf 165 Millionen Euro oder -4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im ersten Quartal 2002 hatte das slowakische Leistungsbilanzdefizit noch 356 Millionen Euro betragen.

Frühzeitige Preisanpassungen
Die slowakischen Verbraucherpreise waren im Juni um 8,4 Prozent höher als im Vorjahr. Grund dafür ist die Erhöhung zahlreicher regulierter Preise und Steuern zu Beginn des Jahres. Die Slowakei setzt damit frühzeitig - im Gegensatz zu manchen anderen Ländern - notwendige Anpassungen, d.h. mit deutlichem Sicherheitsabstand zur Euro-Einführung. Die geplanten Erhöhungen der Tabak-, Bier- und Mineralölsteuer im August dürften die Inflation auch in der zweiten Jahreshälfte hoch halten. "Wir prognostizieren in der Slowakei daher eine Jahresdurchschnittsinflation von 8,4 Prozent", sagt Kager.

Die slowakische Regierung beschloss im Juni dieses Jahres eine umfassende Steuerreform, die ab 2004 einen einheitlichen Steuersatz von 19 Prozent für die Einkommens-, Körperschafts- und Mehrwertsteuer vorsieht. Derzeit betragen die Steuersätze 10 und 38 Prozent für die Einkommenssteuer, 25 Prozent für die Körperschaftssteuer und 20 bzw. 14 Prozent für die Mehrwertsteuer. Das Parlament hat bereits der Vereinheitlichung der Mehrwertssteuersätze auf 19 Prozent zugestimmt. "Die Wirtschaftsentwicklung und der Reformwille der Slowakei sind beeindruckend. Ob die Steuerreform die Erwartungen der Regierung, dass die Budgeteinnahmen wegen ihrer stimulierenden Effekte für die Wirtschaft nur geringfügig fallen, erfüllen wird und ob die Steuerreform wirklich sozial verträglich ist, bleibt abzuwarten", fasst BA-CA Chefökonomin Kager zusammen.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations
Walter Graßl,  Tel. +43 (0)5 05 05 DW 57126,  E-Mail walter.grassl@ba-ca.com