17.5.2002

BA/CA-Konjunkturindikator für Österreich: Wachstumsaussichten bleiben günstig

Industrie wieder etwas optimistischer
Konsumenten bleiben unsicher über die Nachhaltigkeit der Erholung


Der BA/CA-Konjunkturindikator zeigt, nach dem starken Anstieg im März, für den April wieder einen leichten Rückgang an. Während die Industrie parallel zur Weltkonjunktur an Optimismus wieder zulegt, hat sich die Stimmung der österreichischen Konsumenten nach dem sehr starken Stimmungsanstieg im März nun wieder etwas getrübt. "Nach der Euphorie über das Ende der weltweiten Konjunkturschwäche kehrt zunehmend mehr Realismus in die Einschätzung der Wirtschaftslage zurück und bestätigt unsere gedämpft optimistische Sicht der Konjunktur", erklärt Stefan Bruckbauer von der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe.

Weltweite Konjunkturerholung hebt Stimmung in Österreich nur langsam

Die von den USA ausgehende Konjunkturerholung verbessert zunehmend die Auftragslage auch der österreichischen Industrie. Derzeit ist die Verbesserung jedoch noch sehr gering. Österreichs Industrie leidet weiter an einer schwachen Inlandsauftragslage und vor allem an der noch sehr verhaltenen Erholung in wichtigen Exportmärkten. "Gerade unsere beiden wichtigsten Absatzmärkte, Deutschland und Italien, liegen derzeit hinter der weltwirtschaftlichen Dynamik zurück", so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe. "Wir sind aber optimistisch, dass Österreichs Industrie ihre derzeit noch schwache Entwicklung demnächst überwinden wird." Auch wenn die Dynamik der US-Konjunktur etwas nachlassen wird, zeichnet sich eine Fortsetzung der weltwirtschaftlichen Erholung ab. Somit wird sich auch in Deutschland und Italien die Stimmung verbessern.

Nach schwachem ersten Quartal Beschleunigung im zweiten

Im ersten Quartal 2002 dürfte Österreichs Wirtschaft gegenüber dem schwachen Vorquartal wenig und gegenüber dem Vorjahr gar nicht gewachsen sein. Der Grund hierfür liegt besonders in der schwachen Industriekonjunktur. Im zweiten Quartal sollte Österreichs Wirtschaft jedoch wieder an Tempo gewonnen haben. Vor allem die private Nachfrage zeigt einen deutlichen Trend nach oben - sowohl in der Stimmung als auch beim Einzelhandel, der rund die Hälfte der privaten Nachfrage ausmacht. Weiterhin schwach entwickeln sich die Autokäufe: Mit einem Anteil von nur 5 Prozent an der privaten Nachfrage trüben sie das Konjunkturbild nur geringfügig. Auch wenn nach Meinung der BA/CA-Gruppe die Erholung in Europa, und damit auch in Österreich, im Jahresverlauf an Dynamik verlieren wird, gilt: Die Rezession ist überwunden. Ein Wachstum in Österreich knapp über 1 ½ Prozent könnte möglich sein.

Inflation derzeit keine Gefahr für den Aufschwung

Im Gefolge der Konjunkturerholung steigen die Preise wieder. Somit werden die dämpfenden Effekte aus dem Rückgang der Energie- und Lebensmittelpreisinflation ausgeglichen. Der Rückgang der Inflationsrate insgesamt gilt als beendet. Mit knapp unter 2 Prozent wird die Inflationsrate zu keiner Gefahr für die konjunkturelle Erholung in Österreich. Die positiven Impulse aus dem Rückgang der Inflation in den letzten Monaten sind nach Meinung der BA/CA-Ökonomen damit jedoch beendet.

Zinsen werden moderat steigen

Die derzeit beobachtbare rückläufige Dynamik in der Konjunkturerholung zeigt, dass der Aufschwung weiterhin fragil ist. Trotz gestiegenem Optimismus entwickeln sich die Investitionen nur schwach. "Obwohl wir optimistisch sind, dass die Erholung der Weltwirtschaft anhalten wird, zeichnet sich noch keine robuste Erholung ab. Dies wird das Ausmaß an Zinserhöhung sowohl in den USA als auch in Europa beschränken", analysiert Bruckbauer. Die Gefahr eines erneuten Rückfalls der Weltwirtschaft in eine Rezession sehen die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe jedoch derzeit nicht.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft

Stefan Bruckbauer, Tel. 53131 DW 41951; E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com