12.6.2002

Branchenbericht der Bank Austria Creditanstalt-Konzernvolkswirtschaft: 2001 - Rekordjahr für Österreichs Fremdenverkehr

Ertragssteigerungen durch qualitative Aufwertung des Angebots
Marktanteilsverluste im Jahr 2001 gestoppt
Nachfrage nach Thermen/Wellnessurlaube steigend

2001 war ein Rekordjahr für den österreichischen Fremdenverkehr. "Durch die Globalisierung des Tourismus infolge der erschwinglichen Flugpreise, wurden exotische Destinationen in den 90ern zunehmend zur direkten Konkurrenz für den Österreichurlaub. Erst 2001 konnte Österreich im internationalen Reiseverkehr wieder an Terrain gewinnen", zu diesem Ergebnis kommt Günter Wolf von der Bank Austria Creditanstalt-Konzernvolkswirtschaft in seinem jüngsten Branchenbericht Fremdenverkehr.

Der Marktanteil Österreichs am europäischen Reiseverkehr stieg von 5,2 Prozent 2000 auf 5,4 Prozent 2001. Fast 27 Millionen Gästeankünfte in Österreich bedeuten einen neuen Höchststand. Hauptgrund dafür ist die sukzessiv gestiegene Qualität des Angebots. Zudem spielte auch der Terroranschlag in den USA ein Rolle um die Attraktivität Österreichs als sicheres, für viele auch per Auto oder Bahn erreichbares, Reiseland zu heben.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste ist zwar von 5 Tagen Anfang der 90er Jahre auf 4,3 Tage gesunken, aber man lässt sich den Österreichurlaub mehr kosten. Laut Branchenbericht beliefen sich die Gesamteinnahmen im Tourismus (inklusive der Transporteinnahmen) auf 16,6 Mrd. Euro, davon entfallen 3,2 Mrd. Euro auf inländische Urlauber. Für die laufenden Zuwächse bei den Einnahmen pro Übernachtungen sind folgende Trends und Faktoren ausschlaggebend:

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Angeboten hält an. Beispielsweise sind im Sommer 2001 die Übernachtungen in 4-Stern und 5-Stern-Betrieben um 4 Prozent gestiegen, in Ein-Stern und Zwei-Stern-Betrieben um fast 9 Prozent gesunken.
Die Einnahmeausfälle im Städtetourismus konnten durch die erhöhte Nachfrage nach Thermen- und Wellnessurlaube kompensiert werden. Rund 10 Prozent aller Gäste haben sich für einen Gesundheitsurlaub in Österreich entschieden.
Durch den relativ billigen Euro kommen mehr Gäste aus Übersee. Diese haben im Sommer etwa 130 Euro pro Übernachtung ausgegeben, also rund doppelt soviel Geld wie der österreichische Durchschnittsgast.
Die letzte Wintersaison 2001/2002 ergab mit einem Plus von 4,5 Prozent wieder deutliche Umsatzzuwächse. Bereits im Vorjahreswinter konnte eine Steigerung von knapp 9 Prozent erreicht werden. Die Volkswirte der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe rechnen im Sommer 2002 mit einem schwächeren Umsatzplus im Bereich von rund 3 % für Österreichs Fremdenverkehr. Dem Trend, dass sich unsere deutschen Nachbarn zunehmend für nah gelegene Reiseziele entscheiden, die mit dem Auto oder der Bahn zu erreichen sind, wirkt die schwache Konjunktur entgegen.

Die Bank Austria Creditanstalt-Konzernvolkswirtschaft geht davon aus, dass die Bettenkapazitäten weiter reduziert werden sollten. Österreich liegt mit einer durchschnittlichen Auslastung von 33 % im Vergleich mit den großen europäischen Tourismusdestinationen wie Italien, Frankreich und Spanien noch immer um 10 Prozent-Punkte zurück.

Der Tourismus bleibt auch längerfristig ein Wachstumssektor. Der aktuelle Branchenbereicht zeigt, dass der Trend zu kürzeren Urlauben und die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Angeboten weiterhin anhält. Das erfordert natürlich auch eine laufende Qualitätsverbesserung der billigeren Kategorien. Schließlich wird die Nachfrage nach Wellness/Thermenurlauben noch an Bedeutung gewinnen. Der derzeit entstehende Cluster "Wellbeing Destination of Europe" sollte dem heimischen Angebot im Gesundheitstourismus ein klares, attraktives Profil verleihen, womit das Segment auch in Zukunft zunehmende Erfolge feiern wird. Der Gesundheitstourismus ist eine der wertschöpfungsstärksten Tourismusformen und damit prädestiniert zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Fremdenverkehrs in Hochlohnländern.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations

Manuela Horvath, Tel. 71191 DW 57011; E-Mail: manuela.horvath@ba-ca.com