25.07.2002

Die Bank Austria Creditanstalt startet

      • Die neue Bank führt den Slogan der CA weiter: „Die Bank zum Erfolg“
      • Gewinn vor Steuern beträgt im 1. Halbjahr 201 Millionen Euro
      • Kosten trotz Integrationsaufwendungen stabil
      • Deutliche Steigerung im Kundengeschäft
      • Netzwerk in Mittel- und Osteuropa wächst weiter kräftig

      Am 12. August 2002 startet die Bank Austria Creditanstalt. Die technischen Voraussetzungen für den Start der neuen Bank sind erfüllt: Am vergangenen Wochenende ist die Integration der beiden IT-Systeme erfolgreich getestet worden. Gerhard Randa, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria Creditanstalt Gruppe: „Wir setzen am 12. August den letzten Schritt auf einem Weg, den wir vor 5 Jahren begonnen haben. Seitdem sind Bank Austria und Creditanstalt zu einer starken Einheit zusammengewachsen. Jetzt gehen wir in die Offensive.“

      Mit der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ist die führende Bank Österreichs entstanden, die mit einer Bilanzsumme von 149 Milliarden Euro doppelt so groß ist, wie die Nummer zwei am Markt. Randa: „Wir waren in den vergangenen Jahren der Vorreiter der Konsolidierung im österreichischen Bankgeschäft. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind gut für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet. Hier sehe ich einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Konkurrenten. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Position in Österreich und Mittel- und Osteuropa in den kommenden 10 Jahren weiter kräftig ausbauen können.“
       
      Seit dem Beginn des Zusammenwachsens von Bank Austria und Creditanstalt im Jahr 1997 hat sich die Gruppe am österreichischen Markt sehr gut entwickelt und die Zahl der Kunden um 250.000 (plus 15 Prozent) auf mehr als 1,9 Millionen Kunden steigern können. Die neue Bank Austria Creditanstalt führt den Slogan der CA weiter – den bekanntesten Bankslogan Österreichs: „Die Bank zum Erfolg“. Die Bank Austria Creditanstalt ist eine regionale Bank mit einer starken internationalen Verankerung. Sie kann ihre Kunden von Österreich aus auf jeden Markt in der Welt begleiten. In den benachbarten Märkten in Mittel- und Osteuropa betreibt sie selbst das führende Bankennetzwerk. In Westeuropa und in Übersee kann sie auf das internationale Netz der HVB Group zugreifen.

      Die Ergebnisrechnung im ersten Halbjahr 2002

      Die BA-CA Gruppe war im ersten Halbjahr – so wie alle europäischen Banken – mit einer nachhaltig negativen Stimmung auf den internationalen Kapitalmärkten und einer nach wie vor schwachen Konjunktur konfrontiert. In diesem Umfeld hat die Gruppe sich im Kundengeschäft gut entwickelt und das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr sogar steigern können. Die Geschäftsfelder „Privatkunden Inland“, „Firmenkunden Inland“, „Immobilienfinanzierung und -kunden“ sowie „Mittel- und Osteuropa (CEE)“ erzielten insgesamt einen Gewinn vor Steuern von 196 Millionen Euro und verbesserten sich damit um 8 Prozent (2001: 181 Millionen Euro).

      Insgesamt lag der Gewinn vor Steuern der BA-CA Gruppe mit 201 Millionen Euro allerdings um 27,2 Prozent unter dem Halbjahreswert 2001 (276 Millionen Euro). Vor allem das Handelsergebnis, bedingt durch die Turbulenzen auf den Aktienmärkten und der Abflachung der Zinskurve, und der Saldo sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen blieben unter dem Vorjahresergebnis. Gut entwickelte sich dagegen die Kostenseite – der Verwaltungsaufwand stieg trotz der Kosten für die Integrationsarbeiten nur leicht an – und das Provisionsgeschäft.
      Randa: „Im laufenden Geschäftsjahr ist die Situation auf den Märkten sehr schwierig. Die Erfolge im Kundengeschäft und auf der Kostenseite helfen uns aber.“

      Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung

      Die BA-CA Gruppe erzielte im ersten Halbjahr einen Zinsüberschuss von 1.183 Millionen Euro und lag damit nur um 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert (2001: 1.194 Millionen Euro). Die Kreditrisikovorsorgen stiegen gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 um 10,8 Prozent auf 320 Millionen Euro (2001: 289 Millionen Euro), sie lagen aber deutlich unter der rechnerischen Hälfte des Vorjahres von 352 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr wird gegenüber dem Vorjahr eine spürbare Reduktion der Kreditrisikoaufwendungen erwartet.  Die Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2002 einen Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorge von 863 Millionen Euro, der um 4,7 Prozent unter dem Vorjahreswert lag (2001: 905 Millionen Euro).
       
      Erfreulich lief das Provisionsgeschäft: Entgegen dem Trend auf den Märkten konnte die Gruppe den Provisionsüberschuss um 7,7 Prozent auf 556 Millionen Euro steigern (2001: 516 Millionen Euro). Beim Handelsergebnis war dies nicht möglich. Hier erzielte die Gruppe trotz der Talfahrt auf den Börsen aber immer noch ein ordentliches Ergebnis von 55 Millionen Euro. Sie blieb damit um 20,1 Prozent unter dem guten Vorjahreswert (2001: 69 Millionen Euro).

      Auf der Kostenseite macht sich das konsequente Kostenmanagement, das die Gruppe seit Jahren betreibt, bezahlt: Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich im ersten Halbjahr 2002 – bedingt durch die Aufwendungen für die Integrationsprojekte – noch leicht um 1,7 Prozent auf 1.276 Millionen Euro (2001: 1.255 Millionen Euro). Im Gesamtjahr 2002 wird der Verwaltungsaufwand gegenüber dem Vorjahr jedoch sinken. Der Saldo sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen wies ein negatives Ergebnis von 5 Millionen Euro aus. Im ersten Halbjahr 2001 war in dieser Position durch Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen ein positives Ergebnis erzielt worden (2001: 38 Millionen Euro). Somit ergibt sich ein Betriebsergebnis von 192 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahreswert (2001: 273 Millionen Euro) einem Rückgang von 29,5 Prozent entspricht. Das Finanzanlageergebnis verdoppelte sich auf 41 Millionen Euro (2001: 20 Millionen Euro). Unter dem Strich erzielte die BA-CA Gruppe einen Gewinn vor Steuern von 201 Millionen Euro und lag damit um 27,2 Prozent unter dem Vorjahr (2001: 276 Millionen Euro).

      Die Cost/Income-Ratio lag bei 71,3 Prozent (2001: 69,1 Prozent). Das Eigenkapital reduzierte sich um 2,8 Prozent auf 4.737 Millionen Euro (2001: 4.875 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern betrug 8,4 Prozent (2001: 11,9 Prozent) – bei einer Kernkapitalquote von 6,9 Prozent.

       Das Ergebnis der Geschäftsfelder

      Die BA-CA Gruppe hat ihre Geschäftsfeldrechnung umgestellt. Da der Vergleich mit dem Halbjahreswerten 2001 wenig aussagekräftig ist, vergleichen wir die aktuellen Werte jeweils mit der Hälfte des Gesamtjahres-Ergebnis 2001. Die Geschäftsfeldrechnung zeigt, dass das Kundengeschäft sich trotz der schwierigen Marktbedingungen gegenüber dem Vorjahr steigern konnte. Dies unterstreicht das nachhaltige Ertragspotenzial der BA-CA Gruppe.

      Das Geschäftsfeld Privatkunden Inland hat im ersten Halbjahr das Ergebnis vor Steuern um 30 Prozent auf 76 Millionen Euro gesteigert (2001: 58 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität lag bei 21,3 Prozent (2001: 19,4 Prozent). Das Geschäftsfeld erwartet sich durch den Zusammenschluss von Bank Austria und Creditanstalt weitere positive Impulse: Die neue Bank Austria Creditanstalt bietet ihren Kunden ein österreichweites Netz von 400 Filialen. Für die Kunden der CA, denen derzeit 190 Filialen zur Verfügung stehen, bedeutet dies, dass sich das Filialnetz verdoppelt. Zudem verfügt die Bank Austria Creditanstalt nun über eine neue Produktpalette, die aus den besten und erfolgreichsten Produkten beider Häuser zusammengestellt worden ist.

      Das Geschäftsfeld Firmenkunden Inland hat das Ergebnis vor Steuern ebenfalls deutlich – von 29 Millionen Euro im Jahr 2001 auf 70 Millionen Euro im Jahr 2002 – gesteigert. Die Eigenkapitalrentabilität stieg auf 8,1 Prozent (2001: 3,9 Prozent). Die Bank Austria Creditanstalt ist die mit Abstand führende Firmenkundenbank Österreichs. 70 Prozent der mittelständischen Unternehmen mit einem Umsatz von 7 bis 40 Millionen Euro sind Kunden der BA-CA. Bei den Großunternehmen sind es über 80 Prozent. Die Bank besitzt als Markt- und Know-how-Führer sehr gute Voraussetzungen, um ihre Marktstellung in den kommenden Jahren weiter ausbauen zu können.

      Das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung und -kunden hat ein Ergebnis vor Steuern von 16 Millionen Euro erzielt und lag damit 25,8 Prozent über dem Vorjahreswert (2001: 13 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität lag bei 10 Prozent (2001: 7,8 Prozent). Auch in diesem Geschäftsfeld – also im Geschäft mit institutionellen Immobilienkunden – ist die neue Bank Austria Creditanstalt mit einem Finanzierungsvolumen von 10 Milliarden Euro der klare Marktführer in Österreich.

      Das Geschäftsfeld CEE (Mittel- und Osteuropa) hat ein Ergebnis vor Steuern von 34 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit lag es um 57,5 Prozent unter dem Vorjahreswert (2001: 81 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität betrug 9 Prozent (2001: 24,1 Prozent). Der  Rückgang ist im wesentlichen auf einmalige Integrationsaufwendungen und kräftige Investitionen in den Ausbau des Netzwerks sowie auf Kursrückgänge osteuropäischer Währungen zurückzuführen. Für das Gesamtjahr plant dieses Geschäftsfeld eine Eigenkapitalrentabilität von 15 Prozent.

      Mittel- und Osteuropa ist ein Kernmarkt der BA-CA Gruppe. Sie kann ihren Kunden das führende Netzwerk in der Region zur Verfügung stellen. Dieses Netzwerk betreibt 950 Niederlassungen in 15 Ländern. Die Gruppe deckt in der Region die komplette Finanzdienstleistungspalette ab: vom Privatkundengeschäft über das Firmenkundengeschäft und das Investmentbanking bis zum Leasing. Keine andere Bank verfügt über ein derart dichtes Angebot. Die starke Position der BA-CA Gruppe ist vor kurzem vom renommierten britischen Fachmagazin „Euromoney“ mit der Auszeichnung als „Best Bank in CEE“ gewürdigt worden.

      Die Gruppe steuert in der Region einen konsequenten Expansionskurs. So hat sie im ersten Halbjahr 2002 mit der Splitska Banka die drittgrößte kroatische Bank erworben. Der Kauf der Biochim, die viertgrößte bulgarische Bank, steht kurz vor der Finalisierung. Die BA-CA Gruppe hat die Bilanzsumme in Mittel- und Osteuropa innerhalb von 5 Jahren auf 26 Milliarden Euro fast verzehnfacht. Ziel ist, sie bis 2005 auf 40 Milliarden Euro zu steigern.

      Das Geschäftsfeld International Markets, in dem das Treasury und das Kapitalmarktgeschäft der BA-CA Gruppe zusammengefasst sind, hat sich im turbulenten Umfeld auf den internationalen Kapitalmärkten gut geschlagen und ein Ergebnis vor Steuern von 64 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis lag um 22,3 Prozent unter dem sehr guten Wert des Vorjahres (82 Millionen Euro). Das Geschäftsfeld konnte dennoch eine exzellente Eigenkapitalrentabilität von 48,7 Prozent ausweisen (2001: 71,8 Prozent).
       
      Das Geschäftsfeld Asset Management konnte sich gegenüber dem Vorjahr um 53,3 Prozent steigern. Es erzielte ein Ergebnis von 26 Millionen Euro (2001: 17 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität betrug 45,8 Prozent (2001: 32,6 Prozent). Die Gruppe zählt mit Assets under Management von 25 Milliarden Euro zu den führenden Anbietern in Österreich.

      Das Segment Sonstige/Überleitung weist ein negatives Ergebnis von 86 Millionen Euro aus, nach einem Plus von 47 Millionen Euro im Vorjahr. Die deutliche Differenz erklärt sich daraus, dass im Vorjahr beträchtliche Erlöse aus Beteiligungsverkäufen in diesem Segment verbucht worden sind. Im laufenden Geschäftsjahr schlagen zudem höhere Refinanzierungskosten für nicht konsolidierte Beteiligungen und geringere Dividendenerträge aus dem Beteiligungsbereich zu Buche.

      Die Darstellung in der Geschäftsfeldrechnung der HVB Group
      Der Gewinn vor Steuern von 201 Millionen Euro, den die BA-CA Gruppe im ersten Halbjahr erzielt hat, fließt folgendermaßen in die Geschäftsfeldrechnung der HVB Group ein: Die 201 Millionen Euro werden zunächst durch Firmenwertabschreibungen und Refinanzierungskosten sowie andere Konsolidierungseffekte reduziert. Es verbleiben 58 Millionen Euro. Dieser Betrag wird dann den Geschäftsfeldern der HVB Group zugeteilt - dem Geschäftsfeld Österreich und CEE 14 Millionen Euro, Corporates & Markets
      27 Millionen Euro, Wealth Management 13 Millionen Euro, Sonstige 4 Millionen Euro.

      Die Bilanzdaten der BA-CA Gruppe
      Die Bilanz der BA-CA Gruppe war im ersten Halbjahr 2002 von der Korrektur der üblichen Ultimoeffekte im Interbankgeschäft und der Normalisierung der Geldnachfrage nach dem Euro-Bargeldumtausch geprägt. Die Bilanzsumme belief sich auf 148,9 Milliarden Euro (2001: 159,6 Milliarden Euro).

      Auf der Aktivseite wurden vor allem die Forderungen an Kreditinstitute zurückgenommen – und zwar gegenüber dem Jahresende 2001 um 21,4 Prozent auf 33,5 Milliarden Euro (2001: 42,6 Milliarden Euro). Die Forderungen an Kunden blieben mit 77,6 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau (2001: 78,6 Milliarden Euro). Die Finanzanlagen erhöhten sich um 3,7 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro (2001: 17,8 Milliarden Euro).

      Auf der Passivseite verteilte sich der Rückgang gleichmäßig auf die einzelnen Positionen: Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken um 7,6 Prozent auf 44,7 Milliarden Euro (2001: 48,4 Milliarden Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gingen um 6,6 Prozent auf 56 Milliarden Euro zurück (2001: 60 Milliarden Euro). Die Verbrieften Verbindlichkeiten sanken um 9,1 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro (2001: 23,2 Milliarden Euro).

      Die Fotos zur Bilanzpressekonferenz finden Sie hier.

      Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations
      Martin Hehemann, Tel.: 05 05 05 DW 57007; E-Mail: martin.hehemann@ba-ca.com