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15.08.2002

Ökonomische Folgen des Hochwassers

Schäden könnten zwischen 0,5 und 4 Mrd. Euro liegen - realistisch sind 2 Mrd.
Nach schwächerem Wachstum im 3. Quartal, kurzfristige Impulse bis zu 0,5 Prozent
Öffentliche Haushalte relativ moderat betroffen

Obwohl die Informationslage über die Schäden des Hochwassers in Österreich noch sehr dürftig ist, haben die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt in einer Studie („Die ökonomischen Folgen des Hochwassers“, BA-CA.Economic.Report vom 14. August 2002) versucht, eine erste konkrete Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen zu erstellen. Dabei ging es den Ökonomen mehr um eine Abschätzung von möglichen Folgen als um konkrete Zahlen. Die BA-CA Volkswirtschaft errechnete eine Minimal- sowie eine Maximalvariante und wagte schließlich eine ihrer Meinung nach „realistische“ Variante.

„Nach unseren Schätzungen dürften die Schäden und Kosten des Hochwassers zwischen 0,5 und
4 Mrd. Euro liegen, realistisch rechnen wir mit knapp 2 Mrd. Euro“, so Stefan Bruckbauer von der BA-CA Volkswirtschaft.

Die Kosten des Hochwassers ergeben sich aus Produktionsausfällen in der Landwirtschaft, die auf etwa 120 Mio. Euro geschätzt wurden, den Produktionsausfällen in der Sachgüterproduktion (rund 13 Mio. Euro), im Handel und Gastgewerbe (13 Mio. Euro) und durch die fehlenden Mitarbeiter (20 Mio. Euro). Dies ergibt knapp 200 Mio. Euro direkte Folgekosten, was das BIP nach Meinung der BA-CA Ökonomen im dritten Quartal um rund 0,25 Prozentpunkt drücken wird. Im Jahresdurchschnitt wird sich diese Situation jedoch nur mit knapp 0,1 Prozentpunkte des gesamtösterreichischen BIP auswirken.

Deutlich höher sind natürlich die Schäden an Gebäuden, Infrastruktur bzw. an Anlagen und Einrichtungen. Auch wenn hier Abschätzungen noch schwieriger erscheinen, haben die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt dies versucht. Sie kommen dabei auf Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, die zwischen 240 Mio. und 2,4 Mrd. Euro liegen - in einer realistischen Rechnung auf 1,2 Mrd. Euro. Dazu kommen die Schäden an Ausrüstung (Maschinen) und Einrichtung, diese könnten zwischen 0,1 Mrd. und 1 Mrd. Euro, realistisch bei 0,5 Mrd. Euro, liegen. Damit ergeben sich in Summe rund 2 Mrd. Euro.

Ebenso schwierig wie die Schäden sind die Auswirkungen auf die Konjunktur zu beurteilen. Trotz des gewaltigen Ereignisses und einer teilweise existenzbedrohenden Situation für einzelne Betroffene sind die gesamtwirtschaftlichen Folgen erfahrungsgemäß eher gering. Unterstellt man, das rund 2/3 der Schäden „marktwirtschaftlich“ behoben werden, also nicht durch Eigenleistung oder Nachbarschaftshilfe, so erwarten die Bankökonomen 2003 zusätzlich 500 Mio. mehr Bauinvestitionen und rund 200 Mio. mehr an Privaten Konsum bzw. Ausrüstungsinvestitionen. „Selbst unter optimistischen Annahmen hinsichtlich der Multiplikatorwirkung dürften die Aufbauarbeiten nur rund 0,25 Prozentpunkte zusätzliches Wachstum in das schwierige Jahr 2003 bringen“, kalkuliert Bruckbauer. Mittelfristig könnte ein Wachstumseffekt von kumuliert knapp über 0,5 Prozentpunkten herauskommen. Allerdings sind in den betroffenen Regionen teilweise deutliche lokale Impulse zu erwarten.
 
Ähnlich wie die Effekte auf die Gesamtwirtschaft im Rahmen bleiben, gilt dies auch für die Auswirkungen auf das Budget. Nimmt man an, dass rund die Hälfte der Schäden durch zusätzliche Budgetmittel 2002 und 2003 aufgebracht werden müssen, was relativ hoch angesetzt ist, steigt die Neuverschuldung jeweils nur um rund 0,2 Prozentpunkte. Selbst bei einem Schaden von 4 Mrd. Euro ("Maximalvariante") blieben die Budgeteffekte unter 0,5 Prozent des BIP pro Jahr. Für Österreich besteht also selbst bei der pessimistischen Konjunkturerwartung der BA-CA Ökonomen von 1,9 Prozent Wachstum für 2003 keine Gefahr, dass die 3 Prozent-Grenze des Stabilitäts- und Wachstumspakts überschritten wird.

Für die Inflation sind die Volkswirte der BA-CA optimistisch. Mögliche Gefahren für eine Teuerung gehen weniger von Österreich als von Hochwasserschäden in anderen Teilen Europas aus.

Die Ergebnisse der Analysen zeigen, dass Österreich die materiellen Schäden solcher Katastrophen beseitigen kann, ohne größere gesamtwirtschaftliche Effekte befürchten zu müssen.

Die Graphiken zu dieser Presseaussendung finden Sie hier.


Rückfragen:   Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)50505-41951, E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com

BA-CA Spendenkonto Nr. 50 599 799 001 für Hochwasserhilfe des Roten Kreuzes