21.2.2002

BA/CA CEE-Monitor: Nachhaltiger Aufschwung der russischen Wirtschaft eingeleitet


Strukturreformen beginnen zu greifen
BA/CA Volkswirte rechnen 2002 mit einem Wirtschaftswachstum von nur 3 Prozent

Ab 2003 Beschleunigung des russischen Wirtschaftswachstums erwartet

Das Wirtschaftswachstum Russlands hat sich deutlich verlangsamt. Dennoch sehen die Volkswirte der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe positive Signale für einen nachhaltigen Aufschwung. "Russland hat wichtige Schritte für Strukturreformen gesetzt, die nun zu greifen beginnen", sagt BA/CA Russland-Experte Hans Holzhacker. Seit der Schulden- und Währungskrise 1998 hat sich die politische und wirtschaftliche Situation Russlands stabilisiert.

Ausschlaggebend dafür sind eine innenpolitische Festigung, die Sanierung des Budgets und eine Neuorientierung der geopolitischen Strategie. Für die kommenden Jahre steht Russland allerdings noch vor großen Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis kommen die Volkswirte der BA/CA-Gruppe in ihrer jüngsten Länderanalyse.

Wirtschaftswachstum 2002 bleibt unter Prognose – 2003 bringt Beschleunigung

Für das Jahr 2002 erwarten die Volkswirte ein Wirtschaftswachstum von rund 3 Prozent (2001: 5 Prozent, 2000: 9 Prozent). Damit bliebe das Wachstum unter den im Budget festgeschriebenen Erwartungen der Russen, die zwischen 3,5 und 4,5 Prozent liegen. Hauptverantwortlich für die Verlangsamung der Wirtschaft ist ein Rückgang der Unternehmensgewinne und in Folge der Investitionen aufgrund eines tieferen Ölpreises.

"Die Erholung der Weltwirtschaft und der russischen Exportwirtschaft wird 2003 wieder für eine Beschleunigung des Wachstums sorgen", analysiert Holzhacker. Zusammen mit weiteren Strukturreformen und einer erwarteten Steigerung der Auslandsdirektinvestitionen erwarten die Analysten für 2004 ein BIP-Wachstum von mindestens 5 Prozent.

Reformtempo muss zügig bleiben

"Um diesen nachhaltigen Aufschwung zu gewährleisten, muss sich Russland allerdings noch einigen Herausforderungen stellen", so der Russland-Experte. Nach wie vor ist die Wirtschaftsentwicklung Russlands als zweitgrößter Erdöllieferant der Welt stark von Ölpreisschwankungen abhängig. Russland muss einen schwierigen Mittelweg zwischen der Konkurrenz und der Kooperation mit den wichtigsten anderen Ölproduzenten gehen, um einerseits seinen Marktanteil weiter auszubauen und andererseits einen zu starken Fall des Ölpreises zu verhindern. . Ein weiterer Schwerpunkt wird in der zügigen Umsetzung notwendiger Reformen liegen. So steht eine Umstrukturierung der großen staatliche Unternehmen wie UES, Gasprom oder der Eisenbahnen noch an. Auch die Bankenreform muss schnell vorangetrieben werden. "Entscheidend ist dabei, ob die Zentralregierung ihre Reformen auch in den Regionen durchsetzen kann", meint Holzhacker. Dennoch: Einige Punkte der Strukturreform sind bereits erfolgreich umgesetzt. So wurde das Steuersystem vereinfacht, ein neues Arbeits- und Bodengesetz beschlossen sowie die Reorganisierung der Elektrizitätswirtschaft in Angriff genommen. "Russland muss sein Reform-Tempo nun beibehalten, wenn es ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum anstrebt", so Holzhacker.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft

Hans Holzhacker, Tel. 711 91 59156;

E-Mail: hans.holzhacker@ba-ca.com