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18.2.2002

BA/CA-Konjunkturindikator für Österreich Erholung ohne Dynamik

Konjunkturelle Trendwende manifestiert sich
Erholung gegenüber dem sehr schwachen zweiten Halbjahr 2001
Inflationsanstieg im Jänner kräftig, aber kurzlebig
Mittelfristig fehlen die Wachstumsimpulse

Konjunkturstimmung stabilisiert sich

Der BA/CA-Konjunkturindikator zeigte im Jänner spürbar nach oben. Damit dürfte der Tiefpunkt der Abschwächung zum Jahreswechsel erreicht worden sein. Obwohl im Vergleich zum Vorjahr derzeit viele Konjunkturwerte noch deutlich niedriger liegen, z.B. die Industrieproduktion um rund 4 Prozent und der Einzelhandelsumsatz um rund 1,5 Prozent, zeigt sich gegenüber dem sehr schwachen 3. Quartal bereits eine Verbesserung. Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt nicht mehr nach unten, dies läßt die Stimmung steigen.

Sowohl Industrie als auch Konsumenten zeigen sich wieder spürbar optimistischer als zum Stimmungstief im Oktober 2001. "Obwohl die wirtschaftliche Leistung im ersten Quartal unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird, dürfte sie nach zwei negativen Quartalen gegenüber dem Vorquartal wieder steigen", so Stefan Bruckbauer von der Konzernvolkswirtschaft der Bank Austria Creditanstalt-Guppe optimistisch. Damit ist die Rezession beendet, die mit einem BIP-Rückgang von etwa 0,25 Prozent deutlich milder ausfiel als die letzten beiden Rezessionen mit durchschnittlich 0,75 Prozent.

Zu Jahresende erwartet die Bank Austria Konzernvolkswirtschaft wieder ein Wachstum von rund 2,5 Prozent. Dieser Optimismus liegt jedoch weniger an der beschleunigten Wirtschaftsdynamik als am schwachen 4. Quartal 2001. Die Dynamik der Wirtschaft wird nach Meinung der Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe im Verlauf des Jahres wieder abnehmen. "Wir rechnen heuer mit einer eher schwachen Erholung und 2003 mit Wachstum unter dem Potenzial." Zwar könnte die Arbeitslosenquote mit derzeit saisonbereinigt knapp 7 Prozent ihren Höhepunkt erreicht haben, der Beschäftigung werden aber weiter die Impulse fehlen und sie wird daher dieses Jahr schrumpfen.

Anstieg der Inflation nur temporär

"Wir erwarten im Jänner eine Inflationsrate über 2 Prozent, sie könnte sogar bei 2,5 Prozent liegen." Dies ist nach Meinung der BA/CA-Ökonomen weniger auf die Euro-Einführung – hier werden sich die Preissenkungen im Handel und die Preiserhöhungen im Dienstleistungssektor fast die Waage halten – als auf die stark gestiegenen Obst- und Gemüsepreise zurückzuführen. Im weiteren Jahresverlauf wird jedoch die Inflationsrate wieder deutlich sinken, im Jahresdurchschnitt wird sie mit 1,7 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,7 Prozent liegen.

USA wird enttäuschen, Eurozone bietet keine Impulse

Begründet wird diese eher pessimistische Sicht der weiteren Erholung mit der Unsicherheit über die US-Konjunktur. "Die aktuell extrem positiven Zahlen für die USA sind auf Sonderfaktoren zurückzuführen, die zwar die Rezession beenden, aber keine weiteren Impulse bieten", so Stefan Bruckbauer. Im wesentlichen ist die bisherige Erholung in den USA nach Meinung der

BA/CA-Ökonomen von den Rabatten im Handel, von hohen Staatsausgaben und der günstigen Witterung getragen. Der hohe Lagerabbau zu Jahresende wird zwar die Wirtschaft im ersten Halbjahr beflügeln, da die Lager zum Teil wieder aufgefüllt werden müssen, dann fehlen allerdings die Impulse. Mit heuer 1,2 Prozent und 2003 2,6 Prozent bleibt die USA deutlich unter ihrem Wachstumspotenzial.

Die enttäuschende Konjunkturerholung in den USA, die anhaltend schwache Binnennachfrage in Deutschland und fehlende fiskalische Impulse werden auch in Europa eine spürbare Beschleunigung verhindern. Auch wenn die gesamte Eurozone, anders als Deutschland, eine Rezession vermeiden konnte, rechnen wir mit nur knapp über 1 Prozent Wachstum 2002.

Aussichten sind besser als vor Jahreswechsel, Optimismus ist jedoch übertrieben

Die Erholung – sowohl in den USA als auch in Europa – kam etwas zügiger als erwartet, trotzdem sind die Wachstumsraten der Vergangenheit derzeit nicht in Sicht. Auch wenn die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe keine krisenhaften Erscheinungen erwarten, könnte die Enttäuschung über das Ausmass der Erholung auch kurzfristig negative Folgen für die Finanzmärkte haben. Daher erwarten sie auch weiterhin niedrige Zinsen. Allerdings könnte für die Konjunktur in der Eurozone von Finanzmarktseite ein Dämpfer kommen. "Da vor allem die USA beim Wachstum enttäuschen werden und der Dollar derzeit überbewertet erscheint, könnte der Euro aufwerten. Dies wird für die europäische Konjunktur eine zusätzliche Belastung", so Stefan Bruckbauer abschließend.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt-Konzernvolkswirtschaft

Stefan Bruckbauer, Tel. 71191 DW 51054; E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com