11.1.2002

BA/CA Konjunkturindikator für Österreich: Österreichs Wirtschaft 2002: Dynamik des ersten Quartals wird sich nicht fortsetzen

Rezession in der Industrie dürfte Tiefstand erreicht haben
Relativ optimistische Konsumentenstimmung stabilisiert die Wirtschaft
Derzeitiger Konjunkturoptimismus jedoch übertrieben

Industrierezession dürfte Tiefpunkt erreicht haben

Der BA/CA-Konjunkturindikator zeigte für den Dezember den gleichen Wert wie für November. Zwar hat die österreichische Industrie ihren Pessimismus noch einmal leicht gesteigert, die Industrie in der Eurozone, allen voran Deutschland und Frankreich, hat jedoch ihren Pessimismus nicht weiter erhöht bzw. sieht sogar etwas optimistischer in die Zukunft. Auch in den USA mehren sich die Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung. Damit ist auch für die österreichische Industrie die Basis für die notwendige Bodenbildung gegeben. "Derzeit entsprechen die veröffentlichten Zahlen unserem Konjunkturbild einer leichten und kurzen Rezession in Österreich im zweiten Halbjahr 2001" so Stefan Bruckbauer von der Volkswirtschaft der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe. "Das erste Quartal dürfte in Österreich bereits wieder nach oben zeigen," so Bruckbauer weiter. Die Volkswirte betonen jedoch, dass diese Aufwärtsbewegung sich nur im Vergleich zum sehr schwachen Jahresende 2001 manifestieren wird. Die Zahlen im Vergleich zum ersten Quartal 2001 werden ein Minus zeigen.

Trotz schwachem Arbeitsmarkt stabilisiert die günstige Realeinkommenssituation die wichtige private Nachfrage

Wesentlichen Anteil an der relativ optimistischen Konjunktursicht der Bank Austria Creditanstalt-Konzernvolkswirtschaft hat die private Nachfrage. Zwar wird die Arbeitslosenquote 2002 rund einen Prozentpunkt höher als 2001 liegen und die Beschäftigung rückläufig sein, das dramatische Ausmaß des Anstieges wie zuletzt im Dezember 2001 wird sich jedoch nicht fortsetzen. Damit ist angesichts einer deutlich verbesserten Realeinkommenssituation mit einem zwar schwachen aber doch robusten Wachstum beim Konsum zu rechnen. Nach Meinung der Volkswirte der BA/CA-Gruppe trägt dazu ganz wesentlich der weitere Rückgang der Inflationsrate auf knapp über 1 Prozent bis zum Jahresende 2002 bei.

Konjunktureuphorie derzeit jedoch übertrieben

Trotz dieser relativ optimistischen Sicht der Konjunktur in Österreich weisen die Ökonomen der BA/CA-Gruppe darauf hin, dass der derzeitige Konjunkturoptimismus etwas übertrieben ist. Die derzeitige Stimmungsverbesserung muss vor dem Hintergrund des dramatischen Stimmungsverfalles – vor allem in den USA – gesehen werden. In diesem Zusammenhang sind zwei Faktoren von wesentlicher Bedeutung: Zum einen muss sich in den USA erst zeigen, ob die derzeit durch Sonderfaktoren wie die Konjunkturprogramme der Regierung und diverse Sonderrabatte seitens der Unternehmen verursachte Erholung auch anhaltend ist. Zum anderen zeigt sich in Europa derzeit, dass zwar eine Rezession verhindert werden kann, Deutschland aber 2002 kaum wachsen wird. Daraus ergibt sich für die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe zwar eine raschere, aber gleichzeitig auch gedämpftere Erholung für Österreich als ursprünglich angenommen. "Nach einem relativ dynamischen Start im ersten Quartal 2002 dürfte die Konjunktur in Österreich dann wieder etwas an Fahrt verlieren, wobei auch 2003 kein extrem dynamisches Jahr werden dürfte," so Stefan Bruckbauer abschließend.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft

Stefan Bruckbauer, Tel. 71191 DW 51054; E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com