1.3.2002

BA/CA-Einkaufsmanager-Index im Februar 2002

Konjunkturtief durchschritten
Produktion bleibt jedoch vorläufig noch schwach
Beschäftigungsabbau setzt sich noch fort

Obwohl der BA/CA-Einkaufsmanager-Index zum dritten Mal hintereinander nach oben zeigt, ist der Index mit 45,7 nun schon 10 Monate unter 50, was einen Rückgang der Produktion signalisiert. "Der Abschwung dürfte seinen Tiefpunkt erreicht haben, starker Optimismus kommt aber bei der österreichischen Industrie noch nicht auf", so Stefan Bruckbauer von der Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft. Zum zehnten Mal hintereinander blieb auch die Produktionserwartung - ein Teil des gesamten Index - unter 50, d.h. die Einkaufsmanager erwarten Produktionsrückgänge im Vergleich zum Vormonat.

Ausgelöst wird dieser anhaltende Pessimismus von der weiterhin unbefriedigenden Nachfrage, nicht zuletzt aus dem Ausland. Trotz erster positiver Tendenzen in der Weltwirtschaft sehen sich die österreichischen Industriebetriebe weiterhin mit einer rückläufigen Nachfrage konfrontiert, wobei vor allem die Nachfrage aus Deutschland als unbefriedigend bezeichnet wird.

"Die sich verbessernde Konjunkturstimmung in Europa und die Erholung in den USA hat sich bisher noch nicht auf die Nachfrage nach österreichischen Industriegütern ausgewirkt", so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe.

Parallel zur Nachfrage entwickeln sich auch die Lagerhaltung und die Beschäftigung weiter rückläufig. Weiterhin führt die Konjunkturflaute zu Kostensenkungen, die sich in einer weiteren Reduktion der Lagerbestände und vor allem in einer weiteren Reduktion der Beschäftigung ausdrückt. Auch wenn die Intensität der Abnahme sich reduziert, ist noch keine deutliche Trendumkehr erkennbar. "Die Erholung bei der Konjunkturstimmung reicht noch nicht aus, den Beschäftigungsabbau in der Industrie zu reduzieren", untermauert Stefan Bruckbauer das gedämpfte Bild. Auch die Einschätzung der Einkaufspreise passt in dieses Bild, sie zeigen weiterhin eine rückläufige Entwicklung an, aber ebenfalls mit abnehmender Rate.

Die Ökonomen der BA/CA-Gruppe erwarten daher erst in den nächsten Monaten eine Verbesserung der Konjunkturstimmung ins Positive, die dann eine Erholung mit einer Trendwende bei Produktion und vor allem Beschäftigung bringen wird. "Die Trendwende bei Produktion und Beschäftigung in der Industrie lässt sich aufgrund der weltwirtschaftlichen Stimmung erwarten und sollte sich in den nächsten Monaten auch in einer Stimmungsverbesserung in Österreich bemerkbar machen. Derzeit spürt die Industrie den Konjunkturfrühling jedoch noch nicht", so Marianne Kager von der Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum in der Sachgütererzeugung gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. die Schrumpfungstendenzen.

Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft

Stefan Bruckbauer, Tel. 71191 DW 51950; E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com